– Bin ich FASSUNGSLOS? Ja. Warum?

Weil ich heute noch mehr als gestern davon überzeugt bin, dass ich tatsächlich unter einer ‚apikalen Paradontitis‘ von Zahn26 und/oder Zahn27 leide.

Das zu AKZEPTIEREN, fällt mir enorm schwer. Warum? Weil eine ‚apikale Paradontitis‘ von Zahn26 und/oder Zahn27 schwere Folgen hätte. Ich MÜSSTE irgendwie (mindestens) die ENTZÜNDUNG unter dem ZAHN26 wegbringen. Die Pulpa (das Zahninnere) wäre von der Entzündung wahrscheinlich auch betroffen bzw. wahrscheinlich sogar der Hauptherd. Also müsste, um die ENTZÜNDUNG zu BEKÄMPFEN, man die Pulpa, und somit den Zahn abTÖTEN. Eine Wurzelbehandlung, wie man das nennt, wäre also meiner Meinung nach das Mindeste, was mir blüht.

Dabei kenne ich meinen Zahnarzt erst seit letztem Jahr und war erst einmal bei ihm in Behandlung und nun muss ich im zarten Alter von wenigen dutzend Jahren bereits einen massiven Eingriff ausführen lassen, welcher wahrscheinlich nicht nur tausende von Franken kostet, sondern auch eine Ära einleitet, welche man den VERLUST der Zähne‘ nennen könnte.

Ich glaube nun zu wissen, wie sich zum Beispiel eine Krebsdiagnose anfühlt, weil es für mich ähnlich schlimm und überraschend ist. Die Zeit, in der ich mich auf Sachen konzentrieren kann, welche mein Leben verbessern, ist vorbei. Heute beginnt eine neue Zeitrechnung. Diese neue Zeitrechnung nenne ich ‚die Zeit, in welcher ich mich auf Sachen konzentrieren muss, welche meine Lebensdauer im besten Fall verlängern‘.

Ich kann es nicht FASSEN. Ich bin absolut FASSUNGS– und sprachlos. Alles scheint das zu relativieren. Dieses Unglück überstrahlt alles. Es erinnert mich an das Rehmann-Interview mit Raissa von 2025, welche sich darin mit ihrer absolut TÖDLICHEN KrebsERKRANKUNG konfrontiert.

Dadurch wirkt auf mich jetzt tatsächlich alles andere komplett sinnlos. Ich lebe nur diesen einen Moment und nehme nur diesen einen Moment wahr. Alles andere kann ich mir eben nicht vorstellen. Was bleibt ist die rationale Überzeugung, dass das Leben eben doch trotzdem weitergehen wird. Ich bin schockiert.

– BESCHISSEN

Warum hat Hans, aus dem Märchen ‚Hans im Glück‚ ein Pferd so oft getauscht bis er nur noch einen Schleifstein hatte? Weil es Hans nicht um etwas Materielles ging. Hans suchte Aufmerksamkeit und Zuneigung. Die verschiedenen Händler gaben Hans Aufmerksamkeit und vielleicht auch Zuneigung.

Auch ich benötige Aufmerksamkeit und Zuneigung.

Wie der Chauvinismus funktioniert – FRAUENHASS

Der Ehemann ist ein Narzisst und deswegen eifersüchtig auf seine Kinder. Immer wenn er sieht, wie die Mutter ihre Kinder liebt, wird er eifersüchtig und nutzt sein Machtmonopol zur Bestrafung aus. Deswegen hat die Frau Angst vor ihrem Mann und hält sich mit der Kinderliebe vor den Augen des Mannes zurück. Auch die Kinder leiden unter der Gewalt des Vaters. Aber weil die Frau genauso Angst vor ihrem Mann hat wie die Kinder, getrauen sich weder die Kinder noch die Mutter offen über ihre Angst bezüglich dem Vater/Mann zu sprechen. So bleibt diese Angst unausgesprochen und wird dadurch traumatisiert. Damit meine ich, dass wahrscheinlich mit der Zeit weder die Frau noch die Kinder überhaupt bewusst wissen, dass sie Angst vor ihrem Mann/Vater haben.

So nimmt das Unglück seinen Lauf:

Der narzisstische Vater wird den Kindern die Möglichkeit aufzeigen die Mutter zu hassen. Die Kinder werden merken, dass dieser Hass sozusagen erlaubt ist. Die Kinder empfinden auch Hass. Einerseits weil sie vom Vater nicht geliebt werden andererseits weil die Mutter sie anders behandelt, wenn ihr Vater da bzw. nicht da ist. Dieser Kontrast können sie sehen und bemerken und dann ist es nun am einfachsten die Mutter für die mangelnde Liebe verantwortlich zu machen. Der Frauenhass entsteht. Die Machenschaften des Vaters bleiben unentdeckt und sobald die männlichen Nachkommen damit begonnen haben den Frauenhass auszuleben, werden sie mit Scham– und Schuldgefühlen konfrontiert, welche sie erst recht unfähig machen den wahren Täter bzw. den wahren Feind (am Anfang der Vater und am Ende sich selbst) zu erkennen.

Mein Vater ist ein böser Mann.

Mein Vater ist ein Frauenhasser.

– Ich habe ANGST

Der Werdegang meines Vaters

Die Mutter meines Vaters war depressiv bzw. manisch depressiv. Als Kind wurde sie von ihrer eigenen Mutter gegenüber ihren Halbgeschwistern benachteiligt. Von den Halbgeschwistern gemobbt und von der Mutter verraten und kein eigener Vater. Die perfekte Kombination um sich später mit irgendwelchen eigenen psychischen Störungen herumschlagen zu können. Dann eine frühe Heirat mit einem unempathischen Mann. Schnell vier Kinder. Beginnender Alkoholmissbrauch. Scheidung und komplettes Abrutschen in Depression, Selbstmitleid und Tabletten- und Alkoholsucht. Mit ca. zehn Jahren waren alle die Geschwister meines Vaters bereits ausgeflogen und keine KESB hat verhindert, dass fortan mein Vater alleine mit seiner Mutter leben musste. Einerseits erfuhr er von meiner Grossmutter grosse Liebe, andererseits war der Substanzkonsum und die Sucht seiner Mutter dermassen eskaliert, dass mein junger Vater alleine den ganzen Haushalt schmeissen und dafür Sorgen musste, dass es überhaupt Essen im Haus gab. In dieser Zeit gab es auch zwei Suizidversuche meiner Grossmutter (von denen ich weiss) bei welchen meine Grossmutter zwei Mal mit der Ambulanz ins Krankenhaus gebracht wurde, wo ihr Tod aus Überdosis glücklicherweise jeweils verhindert worden konnte. Nach solch einem Ereignis ging mein Vater am nächsten Tag einfach wieder zur Schule. Es gab keine psychologische Betreuung. Er war einfach komplett auf sich alleine gestellt (wahrscheinlich hatte er jeweils wahnsinnige Angst, dass es seine Mutter nicht überleben würde und er dann komplett alleine dastehen würde). Übrigens, zu seinem Vater hatte er ein schlechtes Verhältnis, weil dieser einfach eine neue Familie gegründet hatte und deswegen nur selten ABWERTEND präsent war. Männliche Personen mussten meinem Vater Angst gemacht haben, da er auch von Lehrern in der Schule geschlagen wurde. Mit 18 hat er meine Mutter kennengelernt. Zuerst hat meine Mutter noch in seinem Elternhaus gewohnt, bevor sie dann in eine eigene Wohnung gezogen sind. Mit mitte zwanzig wurde mein Vater Vater von mir.

Der Werdegang meiner Mutter

Sie war das mittlere Kind einer armen Familie. Als einzige Tochter wurde sie anders als die Jungen dazu genötigt der Mutter im Haushalt zu helfen. Sie wurde ganz klar in ihren Bedürfnissen und ihren Wünschen eingeschränkt und musste einem klar definiertem Rollenbild eines Mädchens entsprechen. Obwohl meine Mutter gute Noten geschrieben hatte, hatte ihr Vater für ihre Zeugnisse nie lobende Worte gefunden. Beide ihre Elternteile litten meiner Meinung nach unter Minderwertigkeitskomplexen. Nie war gut gut genug. Was ihr an ihrem Vater auch nicht gefallen hat, ist, dass dieser in seinem Verhalten offensichtlich immer irgendwie gehemmt war. Zu wenig Liebe und zu viel Angst.

Die Vermischung der Beiden

Meine Mutter hat in meinem Vater einen mutigen (scheinbar furchtlosen) Menschen gefunden von welchem sie dachte, dass sie mit ihm die Liebe, die Anerkennung sowie den Erfolg gewinnen könnte. Mein Vater war meiner Meinung nach schwersttraumatisiert und emotional im Kindesalter stehen geblieben. Seine Frau ersetzte seine Mutter ab Tag 1. Meine Mutter wurde dann ungewollt mit mir schwanger, als meine Eltern mitte zwanzig waren. Mein Vater wollte das Kind nicht. Meine Mutter hat sich dann kurzfristig von ihm getrennt und hat ihm gesagt, dass es sie für ihn nur zusammen mit dem noch ungeborenen Kind gäbe. Ich denke, dass die Vorstellung meines Vaters seine Frau zu verlieren bei ihm Todesängste hervorgerufen hat, weil er sein Trauma seine Eltern zu verlieren (Vater neue Familie und Mutter Suizidversuche) noch nicht verarbeitet hatte und so immer wieder in diese Gefühle (Todesangst) abrutschte. Emotional, denke ich, war es für ihn so wie wenn er sterben müsste, würde er seine Frau verlieren, da sie für ihn zu einer neuen Mutter bzw. Ersatzmutter wurde. Meine Mutter glaubte an die Macht des positiven Denkens. Sie glaubte, dass man nur glücklich werden könnte, wenn man auch an positive Dinge dachte. Sie war von Kurt Tepperwein fasziniert und hörte sich seine Kassetten an. Im neuesten Video von Kurt Tepperwein, welches ich auf YT gefunden habe, spricht dieser davon so wie wenn es selbstverständlich wäre, dass man gewisse positive Aspekte in seinem Leben erreichen könne. Mein Problem damit (ich habe mir die ersten fünf Minuten dieses Videos https://m.youtube.com/watch?v=SzKf8uOeRdY&pp=ygUPa3VydCB0ZXBwZXJ3ZWlu , abgerufen am 9.8.2026 um ca. 8.45 Uhr, angeschaut) ist, dass von negativen Dingen scheinbar nie die Rede ist. Doch wenn man negative Dinge einfach ausklammert, dann verdrängt man sie auf eine Art und dadurch verliert man die Kontrolle über sein Handeln, wenn man von seinen negativen Gefühlen übermannt wird. Die gefühlte Kontrolllosigkeit in diesen Situationen führt meiner Meinung nach dann zu einem schlechten Selbstvertrauen etc. und ist meiner Meinung nach der falsche Weg. So passierte in meiner Familie folgendes: Mein Vater sah seine männlichen Kinder als potenzielle Konkurrenten um die Gunst der Aufmerksamkeit seiner Frau und heimlichen Mutter. So begann er diese zu bekämpfen, was in Abwertungen meines Wesens mündete. Diese Abwertungen wollte oder konnte meine Mutter nicht sehen. Sie hat dagegen nie etwas Nachhaltiges unternommen bzw. hat das vor ihren Augen Geschehene Tag für Tag, oder Nacht für Nacht, erfolgreich verdrängt.

– Wie geht es mir jetzt? Ich bin ERSCHÖPFT. Ich darf ERSCHÖPFT sein

Als Kind ist es für die Entwicklung des Kindes von enormer Bedeutung, dass die Eltern und das Umfeld auf das Kind eingehen. Was bedeutet das ‚auf das Kind eingehen‘? Es bedeutet unter anderem folgendes:

  1. Dem KIND zuhören
  2. Das KIND ernst nehmen

In meiner Familie war dies jedoch leider nicht so (meine Meinung). Spätestens sobald mein Vater zuhause war, drehte sich die Aufmerksamkeit meiner Mutter darum meinen ‚psychisch kranken‘ Vater glücklich zu machen. Da gab es keinen Platz mehr für mich, meine Gedanken und meine Bedürfnisse. Also sass ich still da und wartete. Ich war sozusagen unsichtbar geworden. Doch nun kommt es in meiner Erzählung leider noch schlimmer: Mein Vater war mir nicht gut gesinnt (wenigstens manchmal) und so wurde ich zur Zielscheibe. Das bedeutet, dass ich in meinen Bedürfnissen nicht nur zu wenig gesehen bzw. ignoriert wurde, sondern auch aktiv abgewertet wurde.

Was hat das bzw. hatte das für Konsequenzen für mein weiteres Leben? Genau an diesem Punkt möchte ich nun weiterfahren:

Um meine Eltern und allen voran meinen Vater glücklich zu machen, musste ich seinem Ideal entsprechen. Und um dieses Ideal zu verstehen, musste ich seine Gedanken adaptieren. Weil ich das gefühlt tun musste, habe ich nie gelernt auf meine eigenen Gedanken zu hören bzw. diese ernst zu nehmen bzw. diese nicht zu ignorieren. So lebte in mir lange Jahre so etwas wie eine fremde Stimme, die immer gemein zu mir war. Nichts, was ich tat erfüllte mich. Ich habe der Stimme nur immer gefolgt, weil sich ansonsten eine schreckliche Stimme melden würde. Die Stimme, die meinte, dass ich sterben würde, würde ich ihr nicht gehorchen. Von dieser Stimme loszukommen schien mir unmöglich, weil ich erstens nun mehr diese Stimme kannte und zweitens schreckliche, unerklärliche Angst bekommen hätte, falls ich der Stimme nicht folgte bzw. gehorchte. Dementsprechen fühlte ich mich leer und unfrei. Doch dieser letzte Satz kann ich erst jetzt, sozusagen retrospektiv, sagen, weil ich damals komplett keinen Zugang zu meinen Gefühlen hatte. Dementsprechend anfällig war ich für Verschwörungstheorien aller Art. Irgendwo musste es einen Puppetmaster geben auf dieser Welt so wie es meine Stimme in meinen Kopf auch war. Wir alle Menschen waren unfrei und gehorchten einfach dem System. Dem System der Stimme. Bevor ich mein eigenes Leid wirklich erkennen konnte, suchte ich die Wahrheit im Aussen und das bedeutete, dass ich die Gesellschaft und ihre Institutionen ablehnte und ihnen misstraute. Dies jedoch schadete mir selbst am Meisten. Ein Beispiel: Als der SwissPass neu auf den Markt kam und mein altes blaues Halbtaxkärtchen ablöste, weigerte ich mich fortan für einige Jahre ein Halbtax zu lösen. Warum? Weil ich nun den Datenschutz gefährdet sah. Jedes Mal, wenn ein Kontrolleur oder eine Kontrolleurin mich kontrollieren würde, würde nun eine Datenspur über mich entstehen. Man könnte und würde mich damit vermehrt überwachen. Davon war ich überzeugt, weil mich meine eigene Stimme (bzw. die, die Stimme meines Vaters verkörperte) ja auch überwachte.

Ich und mein Vater 2003.

Also fuhr ich jahrelang ohne Halbtax und bezahlte so jahrelang fast doppelt so viel Geld für die Tickets. Bereue ich das? Nein. Empfinde ich Scham darüber? Nein.

Wie entwickelte sich mein Leben weiter?

2020 bekam ich Zwangsgedanken. Einmal erzählte ich einem mir nahestenden Menschen den Inhalt dieser Gedanken. Die Person reagierte nicht ABLEHNEND und das erleichterte mich enorm. Doch dann überlegte ich mir noch einmal, was ich dieser Person erzählt hatte. Dann kam ich zum Schluss, das dies zu belastend sein muss für diese Person. Dann realisierte ich, dass ich Hilfe benötigte. Fortan ging ich zu einem Psychiater. Dort realisierte ich, dass meine Zwangsgedanken inhaltlich gesehen gar nicht wahr waren.

Doch was bedeuten diese Zwangsgedanken und wie konnte ich den Sinn dieser richtig einordnen?

In den letzten sechs Jahren kam ich zu folgender Antwort: Die Zwangsgedanken waren ein Ausdruck meiner Angst, welche ich bisher (gar) nicht auf meinem Schirm hatte.

Ich begann nun auch mir selbst Fragen zu stellen. Zum Beispiel: «Habe ich Angst?» Leider und zu meinem Entsetzen war die Antwort fast immer ja. Klar war, und ist, es schrecklich Angst zu haben, doch durch die Zwangsgedanken wurde mir wie bewusst, dass die Angst so oder so ihren Platz einnahm und es nun nur noch darum ging einen Zugang zu ihr zu erhalten.

Heute kann ich sagen, dass ich einen immer besseren Zugang zur Angst und jetzt auch immer mehr zu anderen Gefühlen finde. In der Konsequenz fühlt sich mein Leben lebendiger an. Ich habe das Gefühl, dass ich mich selbst bin.

– Ich habe ANGST. Ich darf ANGST haben

Als KIND habe ich mich nicht getraut um die AUFMERKSAMKEIT meiner MUTTER zu betteln. Warum nicht? Unter anderem, weil ich ‚ANGST VOR DER EIFERSUCHT MEINES VATER HATTE‘. Dies war für mich TRAUMATISCH. Doch für mich GLÜCKLICHERWEISE konnte ich Jahre später das TRAUMA aufarbeiten. Ich konnte um die AUFMERKSAMKEIT von Z betteln.

– Empfinde ich TRAUER? Ja

  1. Vater wertet sein Kind ab.
  2. Kind hat Angst.
  3. Kind hat Angst wegen seiner Angst abgewertet zu werden.
  4. Kind versucht seine Angst zu verstecken.
  5. Kind verliert den Zugang zu seiner Angst und potentiell anderen Gefühlen wie zum Beispiel Trauer und Wut.
  6. Kind wird erwachsen.
  7. Mensch handelt wegen seinen Gefühlen, aber weiss nicht, was für Gefühle er hat.
  8. Deswegen weiss Mensch nicht warum er so handelt wie er handelt.
  9. Dies gibt dem Menschen das Gefühl nicht handlungsfähig zu sein. Der Mensch fühlt sich klein, ausgeliefert und verloren.
  10. Aber wahrscheinlich hat er auch Angst sich diese Gefühle einzugestehen.
  11. Also bleibt die Angst.
  12. Doch auch diese muss er sich zuerst eingestehen.
  13. Erst dann kann er den Weg zurückgehen um angstfrei Angst-, Wut-, Trauer– oder Schwächegefühle identifizieren zu können und dadurch ein gewisses Mass an Selbstwirksamkeit und damit verbunden Glück zu erfahren.

Empfinde ich Wut? Ja