Damals im Kindes- und Jugendlichenalter hat mein Gehirn entschieden die Synapsen von meinem bewussten Denken zu meinen Gefühlen zu kappen.
Warum? Es war ein Trauma bzw. Traumata. Im Vordergrund stand meiner Meinung nach die Angst vor meinem Vater, welche von meiner Mutter nicht validiert worden war.
Sie haben als Kind zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Dies löste bei den Betroffenen Todesangst aus. Damit sie Überleben konnten, mussten sie sich selbst besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Sobald sie aufhören ihren Bedürfnissen besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken, kommt die Todesangst zurück.
Der Gaslighting-Chauvinismus-Narzissmus–Missbrauchsteufelskreislauf
Irgendwo, eines Tages begann der Teufelskreis. Der Kreislauf pflanzt sich folgendermassen fort:
{Ich habe ANGST. Ok. Ich darf ANGST haben.}
Die Frau oder der Mann sind wegen dem Gaslighting-Chauvinismus-Narzissmus–Missbrauchsteufelskreislauf, welcher sie selbst erlebt haben, ‚psychisch krank‘ geworden und können sich deswegen nicht adäquat um ihre Kinder kümmern. Die Familie hat zwei Kinder. Ein Mädchen und ein Junge. Das Mädchen musste als kleines Kind ihre Angst vor Vernachlässigungverdrängen. Nun, als sie erwachsen wird, ist sie immer noch voll dabei ihre Ängste vor was auch immer zu verdrängen. Sie sieht einen stark und mutig wirkenden Mann, bei welchem sie sicher ist, dass sie mit ihm keine Angst haben muss. Der Junge sucht die Liebe und Anerkennung, welcher er von seiner Mutter nicht bekommen hat..
{Angst? Ja. Bisch du da? Ja. Guet. Chanich irgendöppis für dich tue? Nei, isch guet.}
..in einer romantischen Beziehung mit einer Frau. Doch insgeheim verspürt er auch einen riesengrossen Hass auf Frauen, weil er die Wut, welche durch die Vernachlässigung seiner Mutter entstanden ist, nie wirklich aufgearbeitet hat. Da er sein Kindheitstrauma nie wieder erleben will, versucht er alles zu kontrollieren. Er beginnt die Frau in einen goldenen Käfig einzusperren und wenn sie sich dagegen wehrt, kommt der verdrängte Hass auf und richtet sich gegen seine Frau.
{Wie geht es mir jetzt? Ich habe Angst. Ok. Das ist gut.}
Der Ehemann ist ein Narzisst und deswegen eifersüchtig auf seine Kinder. Immer wenn er sieht, wie die Mutter ihre Kinder liebt, wird er eifersüchtig und nutzt sein Machtmonopol zur Bestrafung aus. Deswegen hat die Frau Angst vor ihrem Mann und hält sich mit der Kinderliebe vor den Augen des Mannes zurück. Auch die Kinderleiden unter der Gewalt des Vaters. Aber weil die Frau genauso Angst vor ihrem Mann hat wie die Kinder, getrauen sich weder die Kinder noch die Mutter offen über ihre Angst bezüglich dem Vater/Mann zu sprechen. So bleibt diese Angst unausgesprochen und wird dadurch traumatisiert. Damit meine ich, dass wahrscheinlich mit der Zeit weder die Frau noch die Kinder überhaupt bewusst wissen, dass sie Angst vor ihrem Mann/Vater haben.
So nimmt das Unglück seinen Lauf:
Der narzisstischeVater wird den Kindern die Möglichkeit aufzeigen die Mutter zu hassen. Die Kinder werden merken, dass dieser Hass sozusagen erlaubt ist. Die Kinder empfinden auch Hass. Einerseits weil sie vom Vater nicht geliebt werden andererseits weil die Mutter sie anders behandelt, wenn ihr Vater da bzw. nicht da ist. Dieser Kontrast können sie sehen und bemerken und dann ist es nun am einfachsten die Mutter für die mangelnde Liebe verantwortlich zu machen. Der Frauenhass entsteht. Die Machenschaften des Vaters bleiben unentdeckt und sobald die männlichen Nachkommen damit begonnen haben den Frauenhass auszuleben, werden sie mit Scham– und Schuldgefühlen konfrontiert, welche sie erst recht unfähig machen den wahren Täter bzw. den wahren Feind (am Anfang der Vater und am Ende sich selbst) zu erkennen.
Die Mutter meines Vaters war depressiv bzw. manisch depressiv. Als Kind wurde sie von ihrer eigenen Mutter gegenüber ihren Halbgeschwistern benachteiligt. Von den Halbgeschwistern gemobbt und von der Mutterverraten und kein eigener Vater. Die perfekte Kombination um sich später mit irgendwelchen eigenen psychischen Störungen herumschlagen zu können. Dann eine frühe Heirat mit einem unempathischen Mann. Schnell vier Kinder. Beginnender Alkoholmissbrauch. Scheidung und komplettes Abrutschen in Depression, Selbstmitleid und Tabletten- und Alkoholsucht. Mit ca. zehn Jahren waren alle die Geschwister meines Vaters bereits ausgeflogen und keine KESB hat verhindert, dass fortan mein Vater alleine mit seiner Mutter leben musste. Einerseits erfuhr er von meiner Grossmutter grosse Liebe, andererseits war der Substanzkonsum und die Sucht seiner Mutter dermassen eskaliert, dass mein junger Vater alleine den ganzen Haushalt schmeissen und dafür Sorgen musste, dass es überhaupt Essen im Haus gab. In dieser Zeit gab es auch zwei Suizidversuche meiner Grossmutter (von denen ich weiss) bei welchen meine Grossmutter zwei Mal mit der Ambulanz ins Krankenhaus gebracht wurde, wo ihr Tod aus Überdosis glücklicherweise jeweils verhindert worden konnte. Nach solch einem Ereignis ging mein Vater am nächsten Tag einfach wieder zur Schule. Es gab keine psychologische Betreuung. Er war einfach komplett auf sich alleine gestellt (wahrscheinlich hatte er jeweils wahnsinnige Angst, dass es seine Mutter nicht überleben würde und er dann komplett alleine dastehen würde). Übrigens, zu seinem Vater hatte er ein schlechtes Verhältnis, weil dieser einfach eine neue Familie gegründet hatte und deswegen nur selten ABWERTEND präsent war. Männliche Personen mussten meinem VaterAngst gemacht haben, da er auch von Lehrern in der Schule geschlagen wurde. Mit 18 hat er meine Mutter kennengelernt. Zuerst hat meine Mutter noch in seinem Elternhaus gewohnt, bevor sie dann in eine eigene Wohnung gezogen sind. Mit mitte zwanzig wurde mein Vater Vater von mir.
Der Werdegang meiner Mutter
Sie war das mittlere Kind einer armen Familie. Als einzige Tochter wurde sie anders als die Jungen dazu genötigt der Mutter im Haushalt zu helfen. Sie wurde ganz klar in ihren Bedürfnissen und ihren Wünschen eingeschränkt und musste einem klar definiertem Rollenbild eines Mädchens entsprechen. Obwohl meine Mutter gute Noten geschrieben hatte, hatte ihr Vater für ihre Zeugnisse nie lobende Worte gefunden. Beide ihre Elternteile litten meiner Meinung nach unter Minderwertigkeitskomplexen. Nie war gut gut genug. Was ihr an ihrem Vater auch nicht gefallen hat, ist, dass dieser in seinem Verhalten offensichtlich immer irgendwie gehemmt war. Zu wenig Liebe und zu viel Angst.
Die Vermischung der Beiden
Meine Mutter hat in meinem Vater einen mutigen (scheinbar furchtlosen) Menschen gefunden von welchem sie dachte, dass sie mit ihm die Liebe, die Anerkennung sowie den Erfolg gewinnen könnte. Mein Vater war meiner Meinung nach schwersttraumatisiert und emotional im Kindesalter stehen geblieben. Seine Frau ersetzte seine Mutter ab Tag 1. Meine Mutter wurde dann ungewollt mit mir schwanger, als meine Eltern mitte zwanzig waren. Mein Vater wollte das Kind nicht. Meine Mutter hat sich dann kurzfristig von ihm getrennt und hat ihm gesagt, dass es sie für ihn nur zusammen mit dem noch ungeborenen Kind gäbe. Ich denke, dass die Vorstellung meines Vaters seine Frau zu verlieren bei ihm Todesängste hervorgerufen hat, weil er sein Trauma seine Eltern zu verlieren (Vater neue Familie und Mutter Suizidversuche) noch nicht verarbeitet hatte und so immer wieder in diese Gefühle (Todesangst) abrutschte. Emotional, denke ich, war es für ihn so wie wenn er sterben müsste, würde er seine Frau verlieren, da sie für ihn zu einer neuen Mutter bzw. Ersatzmutter wurde. Meine Mutter glaubte an die Macht des positiven Denkens. Sie glaubte, dass man nur glücklich werden könnte, wenn man auch an positive Dinge dachte. Sie war von Kurt Tepperweinfasziniert und hörte sich seine Kassetten an. Im neuesten Video von Kurt Tepperwein, welches ich auf YT gefunden habe, spricht dieser davon so wie wenn es selbstverständlich wäre, dass man gewisse positive Aspekte in seinem Leben erreichen könne. Mein Problem damit (ich habe mir die ersten fünf Minuten dieses Videos https://m.youtube.com/watch?v=SzKf8uOeRdY&pp=ygUPa3VydCB0ZXBwZXJ3ZWlu , abgerufen am 9.8.2026 um ca. 8.45 Uhr, angeschaut) ist, dass von negativen Dingen scheinbar nie die Rede ist. Doch wenn man negative Dinge einfach ausklammert, dann verdrängt man sie auf eine Art und dadurch verliert man die Kontrolle über sein Handeln, wenn man von seinen negativen Gefühlen übermannt wird. Die gefühlte Kontrolllosigkeit in diesen Situationen führt meiner Meinung nach dann zu einem schlechten Selbstvertrauen etc. und ist meiner Meinung nach der falsche Weg. So passierte in meiner Familie folgendes: Mein Vater sah seine männlichen Kinder als potenzielle Konkurrenten um die Gunst der Aufmerksamkeit seiner Frau und heimlichen Mutter. So begann er diese zu bekämpfen, was in Abwertungen meines Wesens mündete. Diese Abwertungenwollte oder konnte meine Mutter nicht sehen. Sie hat dagegen nie etwas Nachhaltiges unternommen bzw. hat das vor ihren Augen Geschehene Tag für Tag, oder Nacht für Nacht, erfolgreich verdrängt.
Warum gewisse Menschen bewusstseinsverändernde Substanzen konsumieren
Als sie Kinder waren, haben sie bemerkt, dass gewisse ihrer Emotionen bei den Eltern die Emotion der Ablehnung auslösen. Da das Gefühl, von den Elternabgelehnt zu werden, Todesangst auslöst, haben diese Menschen als Kinder gelernt die unerwünschtenGefühle abzuschalten bzw. zu verändern. Im Erwachsenenalter können bewusstseinsverändernden Substanzen hierbei helfen. Wer von solchen Substanzen wegkommen will, muss nun lernen mit der Todesangst klar zu kommen. Denn diese ist im Erwachsenenalter in der Schweiz meist sowieso übertrieben.
Wenn einem etwas ANGST macht, dann kann man entweder:
– Die Sache oder den Menschen ABWERTEN, um sich sozusagen zu beweisen, dass diese Sache oder dieser Mensch der Angst, die man vor ihr/m hat, nicht gerechtfertigt ist.
oder
– Sich auf seine ANGST konzentrieren und diese wie sein eigenes Wickelkind hegen und pflegen. Und lieben.
Als Kind ist es für die Entwicklung des Kindes von enormer Bedeutung, dass die Eltern und das Umfeld auf das Kind eingehen. Was bedeutet das ‚auf das Kind eingehen‘? Es bedeutet unter anderem folgendes:
Dem KIND zuhören
Das KIND ernst nehmen
In meiner Familie war dies jedoch leider nicht so (meine Meinung). Spätestens sobald mein Vater zuhause war, drehte sich die Aufmerksamkeit meiner Mutter darum meinen ‚psychisch kranken‘Vaterglücklich zu machen. Da gab es keinen Platz mehr für mich, meine Gedanken und meine Bedürfnisse. Also sass ich still da und wartete. Ich war sozusagen unsichtbar geworden. Doch nun kommt es in meiner Erzählung leider noch schlimmer: Mein Vater war mir nicht gut gesinnt (wenigstens manchmal) und so wurde ich zur Zielscheibe. Das bedeutet, dass ich in meinen Bedürfnissen nicht nur zu wenig gesehen bzw. ignoriert wurde, sondern auch aktiv abgewertet wurde.
Was hat das bzw. hatte das für Konsequenzen für mein weiteres Leben? Genau an diesem Punkt möchte ich nun weiterfahren:
Um meine Eltern und allen voran meinen Vaterglücklich zu machen, musste ich seinem Ideal entsprechen. Und um dieses Ideal zu verstehen, musste ich seine Gedanken adaptieren. Weil ich das gefühlt tun musste, habe ich nie gelernt auf meine eigenen Gedanken zu hören bzw. diese ernst zu nehmen bzw. diese nicht zu ignorieren. So lebte in mir lange Jahre so etwas wie eine fremde Stimme, die immer gemein zu mir war. Nichts, was ich tat erfüllte mich. Ich habe der Stimme nur immer gefolgt, weil sich ansonsten eine schreckliche Stimme melden würde. Die Stimme, die meinte, dass ich sterben würde, würde ich ihr nicht gehorchen. Von dieser Stimme loszukommen schien mir unmöglich, weil ich erstens nun mehr diese Stimme kannte und zweitens schreckliche, unerklärliche Angst bekommen hätte, falls ich der Stimme nicht folgte bzw. gehorchte. Dementsprechen fühlte ich mich leer und unfrei. Doch dieser letzte Satz kann ich erst jetzt, sozusagen retrospektiv, sagen, weil ich damals komplett keinen Zugang zu meinen Gefühlen hatte. Dementsprechend anfällig war ich für Verschwörungstheorien aller Art. Irgendwo musste es einen Puppetmaster geben auf dieser Welt so wie es meine Stimme in meinen Kopf auch war. Wir alle Menschen waren unfrei und gehorchten einfach dem System. Dem System der Stimme. Bevor ich mein eigenes Leid wirklich erkennen konnte, suchte ich die Wahrheit im Aussen und das bedeutete, dass ich die Gesellschaft und ihre Institutionen ablehnte und ihnen misstraute. Dies jedoch schadete mir selbst am Meisten. Ein Beispiel: Als der SwissPass neu auf den Markt kam und mein altes blaues Halbtaxkärtchen ablöste, weigerte ich mich fortan für einige Jahre ein Halbtax zu lösen. Warum? Weil ich nun den Datenschutz gefährdet sah. Jedes Mal, wenn ein Kontrolleur oder eine Kontrolleurin mich kontrollieren würde, würde nun eine Datenspur über mich entstehen. Man könnte und würde mich damit vermehrt überwachen. Davon war ich überzeugt, weil mich meine eigene Stimme (bzw. die, die Stimme meines Vaters verkörperte) ja auch überwachte.
Ich und mein Vater 2003.
Also fuhr ich jahrelang ohne Halbtax und bezahlte so jahrelang fast doppelt so viel Geld für die Tickets. Bereue ich das? Nein. Empfinde ich Scham darüber? Nein.
Wie entwickelte sich mein Leben weiter?
2020 bekam ich Zwangsgedanken. Einmal erzählte ich einem mir nahestenden Menschen den Inhalt dieser Gedanken. Die Person reagierte nicht ABLEHNEND und das erleichterte mich enorm. Doch dann überlegte ich mir noch einmal, was ich dieser Person erzählt hatte. Dann kam ich zum Schluss, das dies zu belastend sein muss für diese Person. Dann realisierte ich, dass ich Hilfe benötigte. Fortan ging ich zu einem Psychiater. Dort realisierte ich, dass meine Zwangsgedanken inhaltlich gesehen gar nicht wahr waren.
Doch was bedeuten diese Zwangsgedanken und wie konnte ich den Sinn dieser richtig einordnen?
In den letzten sechs Jahren kam ich zu folgender Antwort: Die Zwangsgedanken waren ein Ausdruck meiner Angst, welche ich bisher (gar) nicht auf meinem Schirm hatte.
Ich begann nun auch mir selbst Fragen zu stellen. Zum Beispiel: «Habe ich Angst?» Leider und zu meinem Entsetzen war die Antwort fast immer ja. Klar war, und ist, es schrecklich Angst zu haben, doch durch die Zwangsgedanken wurde mir wie bewusst, dass die Angst so oder so ihren Platz einnahm und es nun nur noch darum ging einen Zugang zu ihr zu erhalten.
Heute kann ich sagen, dass ich einen immer besseren Zugang zur Angst und jetzt auch immer mehr zu anderen Gefühlen finde. In der Konsequenz fühlt sich mein Leben lebendiger an. Ich habe das Gefühl, dass ich mich selbst bin.
Ich habe mich als KIND zu wenig gesehen gefühlt oder krasser gesagt; ich habe das Gefühl, dass ich zu wenig BEDINGUNGSLOSE LIEBE erfahren habe. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass ich meinen Eltern, speziell wahrscheinlich meinem Vater, gefallen musste. Ansonsten befürchtete ich vom Vater verstossen oder zumindest nicht geliebt zu werden. Deswegen war es mein Ziel so zu sein, wie er das wollte. Also habe ich ein Schauspiel aufgezogen, mit der Konsequenz, dass ich alle Gefühle, welche mir in diesem Moment als nicht zielführend erschienen sind, VERDRÄNGT habe. Dieses Korsett, welches ich trug, war meine damalige Identität. Erst über lange Jahre hinweg, beginne ich mich selbst zu entdecken und aus diesem engen Korsett auszusteigen. Dabei kommen aber langsam alle verdrängten Gefühle auch wieder hoch. Und da diese verdrängten Gefühle alle die damals vorhandene Angst des Verlassenwerdens, der Vernachlässigung und des Umgebrachtwerdens durch den Vater triggern, bleibt am Ende immer die Angst. Das ist der Preis für meine wahre Freiheit.
Achtung: Dieser Text dient nur zu Unterhaltungszwecken. Ich habe Angst.
Ablauf und Heilung einer (komplexen) posttraumatischen Belastungsstörung
1. Traumatisches Erlebnis bei dem die Angstverdrängt wird oder das KIND lernt keinen bewussten Umgang mit Angst bzw. lernt, dass Angst etwas Schlechtes ist.
2. Die betroffene Person verliert den Zugang zur ANGST bzw. findet ihn gar nie richtig.
3. Der Entzug von der Sucht nach der ‚Angst vor der Angst‘.
Mein VATER hat mir keinen bewussten Umgang mit ANGST gelehrt (meine Mutter auch nicht) – im Gegenteil. ANGST zu haben wurde von meinem Vater als Schwäche angesehen und Schwäche wurde von ihm als etwas Negatives angesehen. Also versuchte ich keine ANGST zu haben und ich wage zu behaupten, dass mir das auch gelungen ist. Auch meine Mutter hat ANGST als etwas Schlechtes angesehen – ich habe das Gefühl, dass sie meine ANGST nie gesehen hat PLUS sie hat nie über solche Dinge gesprochen, weil sie bis heute teilweise davon überzeugt ist, dass man durch erzwungenes ‚positives Denken‘ ein besseres Leben führen kann, weil ANGST sozusagen zu noch mehr ANGST führt (Autobahntheorie). Wie geht es mir jetzt? Ich empfinde TRAUER. So habe ich schon als kleines KIND entweder keinen Umgang mit meinen GEFÜHLEN gelernt oder meinen Zugang dazu verloren.
Als KIND habe ich mich nicht getraut um die AUFMERKSAMKEIT meiner MUTTER zu betteln. Warum nicht? Unter anderem, weil ich ‚ANGST VOR DER EIFERSUCHT MEINES VATER HATTE‘. Dies war für mich TRAUMATISCH. Doch für mich GLÜCKLICHERWEISE konnte ich Jahre später das TRAUMA aufarbeiten. Ich konnte um die AUFMERKSAMKEIT von Z betteln.
Als Kind haben diese Menschen zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Das hat sie abgestumpft. Nun brauchen sie mehr Gefühle, um diese überhaupt wahrnehmen zu können. Hierfür eignen sich impulsive Menschen besser.
KÖRPER und GEIST sind voneinander ABHÄNGIG. Der GEIST kann ohne den KÖRPER nicht leben. Was der KÖRPER ohne GEIST wäre, kann ich mir nicht vorstellen. Also liegt doch eigentlich der Schluss nahe, dass der GEIST nett zum KÖRPER sein sollte. Weil der KÖRPER eigentlich wie der Wirt des GEISTES ist. Doch ich wage zu behaupten, dass dies bei mir jahrelang nicht der Fall war. Es ist meine SCHULD. Aber ich kann mich erklären; ich war PSYCHISCH KRANK. Deswegen konnte ich meine Aufgabe nicht erfüllen. Das Ganze ist aus einem TRAUMA entstanden. Hier ist die Geschichte dazu: Mein VATER konnte mir keine BEDINGUNGSLOSE LIEBE zeigen (er kann es heute noch nicht – Wie geht es mir jetzt? Ich empfinde TRAUER.)
Da ich als KIND meinem VATER gefallen wollte und von ihm ABHÄNGIG war, VERTRAUTE ich ihm. Also strengte ich mich an die an BEDINGUNGEN geknüpfte LIEBE zu ergattern. Hierfür musste mein KÖRPER das tun, was ich für nötig hielt, damit ich die LIEBE meines VATERs erkaufen konnte. Leider hat es nie funktioniert und was mir davon als einziges übrig geblieben ist, ist ein total VERÄNGSTIGTER KÖRPER.
Ich kann keine WUT, weil mir dieses Gefühl ANGST macht, weil es mich daran erinnert wie meine WUT als KIND weder gesehen noch RESPEKTIERT wurde. Deswegen kenne ich nur ANGST und ANGST. Also nur ANGST. Deswegen, weiss ich nicht, dass es ANGST ist, weil es sich so normal anFÜHLT.
Wenn man als Baby oder als Kleinkind oder als (kleines) KIND nicht das bekommt, was man will und braucht, könnte ich mir vorstellen, dass man zuerst einmal Angst bekommt. Nützt diese Angst nichts, weil sie zum Beispiel von der Mutter oder dem Vater nicht gesehen/ignoriert wird, dann bleibt dem Kind noch die WUT. Wird diese Wut auch nicht gesehen bzw. sein Problem trotzdem oder gerade wegen der eigenen WUT nicht gelöst, dann wird die WUT nutzlos. Dies lernt das KIND und spart sich zukünftig die Energie für das bewusste wütend sein. Das Nichtfunktionieren der WUTängstigt das Kind auch, weil es seine letzte Möglichkeit war seinem/r Bedürfnis/se Nachdruck zu verleihen. Deswegen wird beim KIND in einem solch krassen Fall der Vernachlässigung die WUT mit ANGST überspielt. Dies ist gleichbedeutend mit einem TRAUMA. Die TRAUMATISIERTE WUT kann später folgende Konsequenzen mit sich bringen:
1. Die betroffene Person hat den Zugang zu seiner WUT verloren. Das bedeutet folgendes: Die körperlicheWUT bleibt funktional, aber durch das Trauma verschwindet die Möglichkeit der betroffenen Person dies zu erkennen bzw. das GEFÜHL zu managen. Dies hat folgende zwei Konsequenzen:
1a) Ein Gefühl des Ausgeliefertseins
1b) Negative Konsequenzen von seiten der Gesellschaft wegen unangepasstem Verhalten («Explodierens») und dadurch ein geringes Selbstwertgefühl der betroffenen Person.
2. Jedes Mal, wenn in der betroffenen Person körperliche WUT aufkommt, kriegt die Person anstelle der körperlichen WutkörperlicheANGST oder körperlichePANIKATTACKEN. Bei ANGST bzw. Panikattacken springt der Fluchtmodus an. Obwohl das alles unbewusst vonstatten geht, meidet eine betroffene Person deswegen unbewusst immer Aktivitäten, welche die WUT und damit die ANGST triggern können. Ein Beispiel hierfür ist folgendes Beispiel: Man fährt Zug und sieht jemand, welcher die Füsse mitsamt seiner Schuhe auf den gegenüberliegenden Sitz legt. Diese Aktion provoziert WUT – mit der WUT kommt die Angst und mit der Angst kommt der Fluchtreflex. Mit der Konsequenz dass man zukünftig ÖV vermeiden und zwangsläufig immer einsamer und einsamer wird, weil schliesslich jede menschliche Interaktion das Potential hat WUT zu verursachen.
Wenn deine ELTERNANGST vor ihren GEDANKEN haben, kann es gut sein, dass das KIND das merkt und sich dann nicht getraut seine GEDANKEN mit ihnen zu teilen. Dadurch kriegt das KIND längerfristig auch ANGST vor seinen GEDANKEN. Diese ANGSTWILL ich jetzt abbauen.
Ich bin mein grösster Feind. Weil ich zu wenig bedingungslose LIEBE erfahren habe, habe ich als KIND einem Ideal meines VATERs und zu teilen sicher auch meiner MUTTER nachgeeifert. Dies habe ich verinnerlicht und stehe seither in einem ständigen Kampf mit mir selbst. Psychische Krankheit.
Jeder Mensch ist gekommen um zu sterben. Doch ein Baby, ein Kleinkind oder generell KINDer wollen noch nicht STERBEN. Wenn sie traumatisiert sind, dann VERLIEREN sie die Beziehung zum STERBEN bzw. zum TOD. Das kann dazu führen, dass diese traumatisierten Menschen dem TOD ein Leben lang entfliehen wollen. Dabei wurden wir eigentlich geboren um zu STERBEN.
An was ich denke, wenn ich an meine Zeit mit meinem VATER DENKE:
– Mein VATER still
– Mein VATER wie er will, dass wir eine Freizeitaktivität seiner Wahl mit ihm ausüben
– Mein Vater wie er mich grundlos abwertet
Das Ganze wäre schon schlimm genug gewesen, wenn ich nur immer ihm zuliebe etwas für ihn hätte tun müssen. Aber das mit der Abwertung ist wirklich das Letzte. Ich hatte keinen Vater. Nur biologisch gesehen.
Ich konnte nie Kind sein. Schon als Kind musste ich für meinen VATER VERANTWORTUNG übernehmen oder anders gesagt; habe ich VERANTWORTUNG übernommen.
Deswegen ist es für mich keine Überraschung, dass ich heute unter einer ANGSTSTÖRUNG LEIDE. Weil ich mich bis heute nie der ANGST gestellt habe, die aufkommt, wenn ich mir vorstelle KIND zu sein.
Mein VATER hat ANGST vor seiner WUT. Dies habe ich als KIND bemerkt. Ich habe es von ihm gelernt. Ihm abgeschaut. Da wir in unserer Familie aber auch nicht über ANGST gesprochen haben und die ANGST die WUT überdeckt hat, habe ich gar nicht gewusst, dass ich ANGST vor meiner WUT hatte. Dadurch habe ich nicht nur keinen Umgang mit meiner WUT erlernt, sondern auch keinen Zugang dazu. Meine WUT war für mich eine komplette Blackbox. Da ich dieses GEFÜHL nicht erkennen konnte, konnte ich dafür auch kein Ventil oder konstruktiven Ausdruck finden. So summierte sich die WUT oder kam für mich jedenfalls jeweils komplett überraschend zum Ausdruck. So stand ich jeweils nach meinen Ausbrüchen einerseits vor Scherbenhaufen und andererseits konnte ich mir mein eigenes Handeln nicht erklären. Dieses Gefühl der OHNMACHT und der Selbstunwirksamkeit prägte und prägt mein Leben seither.
Ich weiss nicht, ob es schädlich sein kann zu viel auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen. Aber ich weiss, dass es schädlich ist zu wenig auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen.
Kind hat Angst wegen seiner Angstabgewertet zu werden.
Kind versucht seine Angst zu verstecken.
Kindverliert den Zugang zu seiner Angst und potentiell anderen Gefühlen wie zum Beispiel Trauer und Wut.
Kind wird erwachsen.
Mensch handelt wegen seinen Gefühlen, aber weiss nicht, was für Gefühle er hat.
Deswegen weiss Mensch nicht warum er so handelt wie er handelt.
Dies gibt dem Menschen das Gefühl nicht handlungsfähig zu sein. Der Mensch fühlt sich klein, ausgeliefert und verloren.
Aber wahrscheinlich hat er auch Angst sich diese Gefühle einzugestehen.
Also bleibt die Angst.
Doch auch diese muss er sich zuerst eingestehen.
Erst dann kann er den Weg zurückgehen um angstfrei Angst-, Wut-, Trauer– oder Schwächegefühle identifizieren zu können und dadurch ein gewisses Mass an Selbstwirksamkeit und damit verbunden Glück zu erfahren.
Als Kind habe ich von meiner Grossmutter folgendes gehört, wenn ich nicht alles Essen auf dem Teller aufessen wollte: «Denk doch an die armen Kinder in Afrika, die nicht genügend zu essen haben.»
Mein Vater war emotional mir gegenüber immer grenzüberschreitend. Es gab viel seelische Gewalt, die ich nicht verstand und die mir Angst gemacht hat. Meine Mutter kommt aus einer Familie, in welcher man irgendwie daran glaubt, dass man immer positiv denken müsse. Dies wurde mir irgendwie von ihr eingeimpft. Meiner Meinung nach hat sie die Gewalt meines Vaters gegenüber mir nicht sehen wollen oder hat meiner Meinung nach überhaupt nicht adäquat darauf reagiert. Ich finde, dass solche Gewalt ein absolutes No-Go ist und demnach ein Scheidungs- und Trennungsgrund. Meiner Meinung nach gehört das Kindeswohl an erster Stelle. Obwohl der Missbrauch oft genug vor den Augen meiner Mutter passierte, hatte das für meinen Vater nie echte Konsequenzen. Am nächsten Tag war alles vergessen und wieder gut. Wie gesagt hat mir das Verhalten meines Vaters grosse Angst gemacht. Doch niemand scheint diese Angst gesehen oder darauf reagiert zu haben. Auch nicht Verwandte. Mit meiner Angst war ich einfach komplett alleine.
Ich denke, dass es normal ist, dass KinderTodesangst davor haben vernachlässigt zu werden.
Früher durfte ich diese Angst nur in Anwesenheit von Besuch ausleben. Warum? Weil ich gespürt habe, dass ich dann in Sicherheit war. Sonst fühlte ich diese Sicherheit nicht. Mein Vater war unberechenbar und hat seelische Grenzen immer wieder überschritten. In seiner Anwesenheit einen spielerischen Umgang mit meiner Angst zu erlernen, wäre vielleicht wirklich lebensgefährlich gewesen. Warum? Weil er selbst nie Kind sein konnte und auch selbst nie einen Umgang mit Angst gelernt hatte. Meine Mutter