Ich höre mir gerade den Podcast von Julia vom 6.2.2023 an. Sie erinnert mich stark an Z. Da kam mir ein Gedanke. Z hatte mir immer Angst gemacht. Ich habe mich also extrem zu jemandem hingezogen gefühlt, der mir Angst macht.
Anmerkung: Z hatte mir nicht bewusst Angst gemacht, aber ihre Erscheinung, ihre Intelligenz, ihre Gradlinigikeit, ihre Konsequenz hat mir Angst gemacht.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Was ist eine Angststörung?
Wenn man unbewusst Angst vor der Angst hat.
Was ist eine generalisierte Angststörung?
Wenn man unbewusst Angst vor der Angst hat.
Was ist eine Phobie?
Wenn man unbewusst Angst vor der Angst hat.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
"Seitdem ich ein Kind bin, habe ich Angst vor der Angst."
Wenn man Angst vor der Angst hat, dann vermeidet man es über Angst nachzudenken geschweige denn darüber zu sprechen.
Symptome von Angst sind unter anderem ein erhöhter Puls.
Oftmals geht man zu einem Arzt und versucht Hilfe zu bekommen die Symptome der Angst zu bekämpfen. Doch keine Behandlung wird zu einer wirklichen Verbesserung der Situation der Betroffenen führen.
Die Angst kommt so oft, dass man einen spezifischen Auslöser auschliessen kann. Sie kommt im Bus, bei der Arbeit, auf der Strasse. Immer dann, wenn man Angst hat Angst bekommen zu können.
Natürlich passiert das alles unbewusst, weil natürlich auch die Angst vor der Angst nur eine Angst ist, welche man verdrängt. Aber das System der ‚Angst vor der Angst‘ ist ein Konzept, welches Menschen, welche unter einer generalisierten Angststörung leiden, helfen kann zu verstehen, was ihr Problem ist.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Wie gads dier?
Ich lebe.
Ok.
Was ist eine Angststörung?
Wenn man sich möglichst wenig mit seiner Angst beschäftigt. Man geht dem Thema aus dem Weg, versucht sich eventuell darüber lustig zu machen.
Ein Beispiel:
Man hat Schmerzen. Diese Schmerzen lösen den Gedanken aus, dass man eine schlimme Krankheit hat. Nun versucht man alles zu unternehmen, um gegen diese potentielle schlimme Krankheit vorzugehen. Am nächsten Tag aber sind die Schmerzen wieder weg. Es gibt keine schlimme Krankheit. Was der Betroffene nicht realisiert, ist, dass er Angst hatte. Er hatte nicht Angst wegen der vermeintlich schlimmen Krankheit, sondern er hatte Angst. Punkt.
Angst? Ja. Wie gads dier? Es gad mer ned guet. Das tuet mier sehr Leid.
Ein weiteres Beispiel:
2020 habe ich einen Psychiater aufgesucht, weil ich dachte, dass ich pädophil sein könnte. {Han ich Angst? Ja. Ok. Guet. Denn simmer ja jetzt vollzählig.} Was ich damals nicht begriffen hatte, war, dass ich (damals) sehr grosse Angst davor hatte, dass ich pädophil sein könnte. {Han ich Angst? Ja. Guet.} Heute glaube ich nicht mehr, dass ich pädophil sein könnte. Ich habe Kinder sehr gerne, aber ich suche weder ihre Bekanntschaft, noch habe ich diesbezüglich sexuelle Fantasien. Ich mag Kinder genau so wie ich Tiere mag. {Han ich Angst? Ja. Das tuet mier Leid. Danke} Ich respektiere sie und freue mich über sie. Ich wünsche ihnen das Beste und wenn ich diesbezüglich etwas Gutes tun kann, dann will ich das machen.
"Der einzige Weg ist der mit der Angst. Ohne habe ich es versucht."
Michel am 29.11.2025
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Eine Theorie
Ein Mensch ist angsttraumatisiert. Das heisst, dass er seine Angst zu verdrängen versucht, weil ihm die Angst Angst macht. Er wurde so konditioniert, dass es lebensgefährlich ist, Angst zu haben bzw. {Han ich Angst? Ja. Ok. Easy.} Angst zu zeigen. Das ist die Traumatisierung. Die Traumatisierung kann so schlimm sein, dass man meint, dass man die Angst fast gänzlich ausschalten müsse, weil sie einem dermassen Angst macht. Dann kann Alkohol sehr helfen, weil Alkohol die Ängste lindert. Nun haben wir einen Menschen, der deswegen in der Zwischenzeit Alkoholiker und Elternteil geworden ist. Angst zu haben ist ein völlig natürliches und gesundes Gefühl. Doch anhand des angstvermeidenden Verhaltens des Alkoholikerelternteils bemerkt das Kind, dass dies bei diesem Elternteil anders ist. Wahrscheinlich weisen sowieso beide Elternteile angstvermeidendes {Han ich Angst? Ja. Angst vor was? Angst vorem Tod. Ok. Guet.} Verhalten auf, da sie ja gewisse Gemeinsamkeiten als Paar aufweisen müssen. So wird das Kind unbewusst auf zwei verschiedene Arten traumatisiert:
- Erstens wird es vernachlässigt von den Eltern, wenn es Ängste zeigt und dies kann für ein Kind lebensbedrohlich sein.
- Zweitens lernt es aufgrund des Verhaltens der Eltern, dass Angst etwas Schlechtes, Böses ist, dass auf alle Fälle verhindert und vermieden werden muss (Angst als Tabu).
Han ich Angst? Ja. Scheisse. Das tuet mier Leid. Danke.
Meine Eltern haben meine Angst nie wahrgenommen. Dabei hatte ich immer Angst vor meinem Vater. Als ich erwachsen wurde, war ich ein seelischer Krüppel.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
{Han ich Angst? Ja. Ok, guet.}
Ein Beispiel
Ein Mensch leidet unter Höhenangst und ist sich dessen bewusst.
Dann hat er Angst, wenn er auf dem Eiffelturm oben ist.
Da es ja nicht prinzipiell unsicher ist, auf dem Eiffelturm zu sein, spreche ich in diesem Fall von einer Phobie (übertriebene Angst vor spezifischen Situationen).
Einem Menschen mit dieser Phobie plus zusätzlich einer generalisierten Angststörung, würde nun alleine schon die Vorstellung Angst machen, überhaupt auf den Eiffelturm zu gehen.
Weitere Gedanken
Deswegen erachte ich die generalisierte Angststörung als schlimmer als Phobien.
Wobei es natürlich schlimmer ist an einer generalisierten Angststörung plus Phobien zu leiden, als bloss an einer generalisierten Angststörung. Weil dann die irrationalen Ängste wenigstens nicht zusätzlich spezifisch sind.
Wenn man an einer generalisierten Angststörung leidet, wird man wahrscheinlich zuerst körperliche Symptome der Angst behandeln wollen. Sobald man merkt, dass einem Ärzte und körperliche Therapien nicht wirklich helfen, weil die Symptome psychosomatisch sind, {Han ich Angst? Ja. Michel-das-tuet-mier-Leid-für-dich. Danke. Bitte}
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Ich bin traumatisiert. Vielleicht werde ich das Trauma eines Tages auflösen, vielleicht aber auch nie. Auf alle Fälle glaube ich, dass es ein Prozess ist. {Han ich Angst? Ja.} Was ist ein Trauma? Wenn man Todesängste hatte, aber nie darüber gesprochen hat. Was bewirkt dieses Trauma? Dass diesselben Todesängste auch in alltäglichen Situationen aufkommen. Wie kann man die Krankheit heilen? Man kann sich bewusst machen, dass man unter Todesängsten leidet, und dann konkret die verschiedenen Situationen anschauen {Han ich Angst? Ja.} und sie dann anhand der effektiven Todesgefahr beurteilen. Die Ängste gehen dadurch nicht weg, aber wenigstens verliert man dadurch die ‚Angst‘ vor der Angst, weil man weiss, was es ist.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Wenn Vater, Mutter oder Vater und Mutter angstgestört (Angst haben vor traumatisierten Gefühlen) sind, wird man als Kind zum Selbstschutz sehr schnell lernen, den Eltern keine ihrer traumatisierten Gefühle zu zeigen und verlernt sie dadurch. Durch diese Traumatisierung entsteht eine Konditionierung. Diese Konditionierung bedeutet, dass die nun selbst traumatisierten Gefühle Angst auslösen. Da man Gefühle aber nicht steuern kann, bekommt man immer wieder Angst und die einzigen Methoden dieser, eigentlich irrational gewordenen, Angst Herr zu werden, sind teure Verhaltensweisen, welche auf die lange Zeit sehr schädlich sein können (sogenannte angstvermeidende Verhaltensmuster).
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Eine Zusammenfassung
- Als Kind hatte ich Angst vor meinem Vater.
- Diese Angst hatte keinen Platz (Traumatisierung Phase A).
- Also hat der Geist begonnen diese Angst zu bekämpfen (Traumatisierung Phase B).
- Mit der Zeit bekam die Angst Angst vor dem Geist (Traumatisierung Phase C).
- Deswegen begann der Körper Situationen zu verweigern, in denen seine Angst den Gemeinheiten des Geistes ausgesetzt sein würde. Ich nenne dies, sogenannt, ‚angstvermeidendes Verhalten‘ oder ‚Angststörung‘, weil, von aussen her betrachtet, Menschen sich so verhalten, wie wenn ihr Leben bedroht wäre, obwohl dies gar nicht so ist.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Wenn ich es schaffe vor meinem Vater Angst zu zeigen und dabei merke, dass ich nicht sterbe, dann weiss ich, dass ich keine Angst vor meiner Angst haben muss.
Dasselbe mit der Mutter ist noch einmal eine andere Baustelle.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Was ist eine Angststörung?
Angststörung ist ein falscher Umgang mit Angst. Die Angst ist nicht gestört. Gestört ist nur der Umstand, dass man diese nicht wahrhaben will.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Ich hatte gerade eine Panikattacke währendessen ich alleine bei mir zu Hause am Computer sitze und meine Buchhaltung mache.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Die Ausgangslage:
«Elvis sieht einen Mann, denkt, dass dieser gut aussieht. Denkt dann, dass er wegen diesem Gedanken vielleicht schwul sein könnte und bekommt dann Angst».
interpretiert/indirekt zitiert aus Minute 2:46-3:30 vom Interview
Meine Analyse:
Elvis wollte nicht schwul sein.
Er glaubt es auch nicht. Von nun an versucht er diesen Gedanken zu verdrängen, ja sogar zu bekämpfen.
Erst als er einen konkreten Umgang mit seiner Angst zu finden versucht, verschwindet der Zwangsgedanke, dass er schwul sein könnte.
Elvis ist nicht homophob. Aber der Gedanke schwul zu sein, löst bei ihm Angst aus.
Retrospektiv kann Elvis zu dem Moment, als er den Mann gesehen hat, bei welchem er gedacht hat, dass er gut aussieht, zurückschauen und sagen:
«In diesem Moment kam die Angst und diese Angst ging einfach nicht mehr weg.»
Interpretiert/indirekt zitiert aus Minute 05:25-05:30 vom Interview
Ich gehe davon aus, dass Elvis vor der Zeit als er den Zwangsgedanken hatte, angstgestört war. Dass heisst, dass er kein bewusstes Verständnis von seinen Ängsten hatte. Somit möchte ich sagen, dass ihm seine Zwangsgedanken den Weg dazu geebnet haben.
Das besagte Interview findet man unter https://www.srf.ch/audio/rehmann/meine-gedanken-wollten-mir-meine-identitaet-rauben?id=180a10fb-920b-4688-82b7-86b490ba0199#autoplay , zuletzt abgerufen von mir am 28.05.2025.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Wie ich angstgestört wurde:
Ich habe mir gedacht, dass mich mein Vater umbringt, wenn ich nicht dies und das tue.
Der Gedanke wurde dann zu einem Reflex und hat sich auf alles ausgeweitet.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Warum?
Weil viele meiner Gefühle traumatisiert sind. Jedes Mal, wenn eines dieser Gefühle hochkommt, reagiere ich mit Angst.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Warum Menschen mit Angststörung öfters Opfer von Betrug werden.
Menschen mit Angststörung sind sich ihrer Angst nicht bewusst. Der Gedanke, dass sie Angst haben könnten, haben sie vielleicht schon dutzende Jahre erfolgreich verdrängt.
Kommen sie in eine gefährliche Situation, beschäftigen sie sich in erster Linie damit die Sache schönzureden.
---------------------------------
- Ich darf A-n-g-s-t haben.
- Ich darf t-r-a-u-r-i-g sein.
- Ich darf W-u-t empfinden.
Wenn man denkt, dass man keine Angst haben darf.