Warum? Weil ich davon überzeugt bin, dass ca. am 18. August Bakterien über die Abbruchstelle in das Zahninnere gewandert sind und seither dort gegen mein Immunsystem kämpfen. Ich GLAUBE dies, weil erstens die oberflächliche Zahnfleischentzündung an diesem Tag stoppte, zweitens das Zahnfleisch, welches sich über der Abbruchstelle befindet (siehe Foto unten) an diesem Tag an einem spezifischen Ort schwarz war und drittens an diesem Tag mein linker Brustnippel begonnen hatte sich anzuschwellen.
Zahnfleisch, welches sich über der Abbruchstelle befindet.
Empfinde ich Wut auf die neue Zahnarztperson vom 4.9.2026? Ja.
WILL ich zu einer anderen Zahnarztperson gehen? Ja.
Der Grund warum ich mir sicher bin, dass das herausgefallene Stück Zahn damals im Mai das Zahninnere (Zahnnerv/Pulpa) freigelegt hat, ist der, dass es damals stark geblutet hat.
Bild des abgebrochenen Zahns von welchem der Hauptteil aus Füllung besteht und unten (weiss) ein Stück Originalzahnmaterial mitabgebrochen ist und meiner Meinung nach das Zahninnere freigelegt hat.
Empfinde ich Wut auf die neue Zahnarztperson vom 4.9., welche sich mit mir ca. 15 Minuten über das Thema ZWANGSGEDANKEN unterhalten wollte und die von mir geforderten, halbbatzig gemachte Röntgenaufnahme von Zahn27 gar nicht mit mir besprechen wollte, weil sie sowieso einfach nur eine neue Füllung (die ca. 4., welche ich an dieser Stelle bereits hatte) machen wollte.
Ich darf auf die neue Zahnarztperson vom 4.9.2026 wütend sein.
Sie unterstellte mir, dass ich gesagt hätte, dass ich fremde GEDANKEN hätte. Das stimmt aber gar nicht. Ich hatte nie behauptet, dass ich fremde GEDANKEN hatte, sondern, dass ich ZWANGSGEDANKEN hatte.
Ich darf nicht mehr zu der neuen Zahnarztperson gehen wollen.
Aus meiner Sicht sind alle GEDANKENZWANGSGEDANKEN. ZWANGSHANDLUNGEN würde ich vielleicht am ehesten als etwas bezeichnen das man tut um die ZWANGSGEDANKEN zu BEKÄMPFEN.
Ein Beispiel:
Mein Zwangsgedanke ist, dass ich Angst davor habe ein Loch in einem Zahn durch Kariesbefall zu erhalten. Die Zwangshandlung wäre dann die Zähne zu putzen.
Die richtige Form mit dem Zwangsgedanken umzugehen ist aber nicht diesen durch eine Handlung zu bekämpfen. Sondern sich zum Beispiel folgendes zu sagen:
Ich darf Angst davor haben ein Loch in einem Zahn durch Kariesbefall zu erhalten.
Als Kind ist es für die Entwicklung des Kindes von enormer Bedeutung, dass die Eltern und das Umfeld auf das Kind eingehen. Was bedeutet das ‚auf das Kind eingehen‘? Es bedeutet unter anderem folgendes:
Dem KIND zuhören
Das KIND ernst nehmen
In meiner Familie war dies jedoch leider nicht so (meine Meinung). Spätestens sobald mein Vater zuhause war, drehte sich die Aufmerksamkeit meiner Mutter darum meinen ‚psychisch kranken‘Vaterglücklich zu machen. Da gab es keinen Platz mehr für mich, meine Gedanken und meine Bedürfnisse. Also sass ich still da und wartete. Ich war sozusagen unsichtbar geworden. Doch nun kommt es in meiner Erzählung leider noch schlimmer: Mein Vater war mir nicht gut gesinnt (wenigstens manchmal) und so wurde ich zur Zielscheibe. Das bedeutet, dass ich in meinen Bedürfnissen nicht nur zu wenig gesehen bzw. ignoriert wurde, sondern auch aktiv abgewertet wurde.
Was hat das bzw. hatte das für Konsequenzen für mein weiteres Leben? Genau an diesem Punkt möchte ich nun weiterfahren:
Um meine Eltern und allen voran meinen Vaterglücklich zu machen, musste ich seinem Ideal entsprechen. Und um dieses Ideal zu verstehen, musste ich seine Gedanken adaptieren. Weil ich das gefühlt tun musste, habe ich nie gelernt auf meine eigenen Gedanken zu hören bzw. diese ernst zu nehmen bzw. diese nicht zu ignorieren. So lebte in mir lange Jahre so etwas wie eine fremde Stimme, die immer gemein zu mir war. Nichts, was ich tat erfüllte mich. Ich habe der Stimme nur immer gefolgt, weil sich ansonsten eine schreckliche Stimme melden würde. Die Stimme, die meinte, dass ich sterben würde, würde ich ihr nicht gehorchen. Von dieser Stimme loszukommen schien mir unmöglich, weil ich erstens nun mehr diese Stimme kannte und zweitens schreckliche, unerklärliche Angst bekommen hätte, falls ich der Stimme nicht folgte bzw. gehorchte. Dementsprechen fühlte ich mich leer und unfrei. Doch dieser letzte Satz kann ich erst jetzt, sozusagen retrospektiv, sagen, weil ich damals komplett keinen Zugang zu meinen Gefühlen hatte. Dementsprechend anfällig war ich für Verschwörungstheorien aller Art. Irgendwo musste es einen Puppetmaster geben auf dieser Welt so wie es meine Stimme in meinen Kopf auch war. Wir alle Menschen waren unfrei und gehorchten einfach dem System. Dem System der Stimme. Bevor ich mein eigenes Leid wirklich erkennen konnte, suchte ich die Wahrheit im Aussen und das bedeutete, dass ich die Gesellschaft und ihre Institutionen ablehnte und ihnen misstraute. Dies jedoch schadete mir selbst am Meisten. Ein Beispiel: Als der SwissPass neu auf den Markt kam und mein altes blaues Halbtaxkärtchen ablöste, weigerte ich mich fortan für einige Jahre ein Halbtax zu lösen. Warum? Weil ich nun den Datenschutz gefährdet sah. Jedes Mal, wenn ein Kontrolleur oder eine Kontrolleurin mich kontrollieren würde, würde nun eine Datenspur über mich entstehen. Man könnte und würde mich damit vermehrt überwachen. Davon war ich überzeugt, weil mich meine eigene Stimme (bzw. die, die Stimme meines Vaters verkörperte) ja auch überwachte.
Ich und mein Vater 2003.
Also fuhr ich jahrelang ohne Halbtax und bezahlte so jahrelang fast doppelt so viel Geld für die Tickets. Bereue ich das? Nein. Empfinde ich Scham darüber? Nein.
Wie entwickelte sich mein Leben weiter?
2020 bekam ich Zwangsgedanken. Einmal erzählte ich einem mir nahestenden Menschen den Inhalt dieser Gedanken. Die Person reagierte nicht ABLEHNEND und das erleichterte mich enorm. Doch dann überlegte ich mir noch einmal, was ich dieser Person erzählt hatte. Dann kam ich zum Schluss, das dies zu belastend sein muss für diese Person. Dann realisierte ich, dass ich Hilfe benötigte. Fortan ging ich zu einem Psychiater. Dort realisierte ich, dass meine Zwangsgedanken inhaltlich gesehen gar nicht wahr waren.
Doch was bedeuten diese Zwangsgedanken und wie konnte ich den Sinn dieser richtig einordnen?
In den letzten sechs Jahren kam ich zu folgender Antwort: Die Zwangsgedanken waren ein Ausdruck meiner Angst, welche ich bisher (gar) nicht auf meinem Schirm hatte.
Ich begann nun auch mir selbst Fragen zu stellen. Zum Beispiel: «Habe ich Angst?» Leider und zu meinem Entsetzen war die Antwort fast immer ja. Klar war, und ist, es schrecklich Angst zu haben, doch durch die Zwangsgedanken wurde mir wie bewusst, dass die Angst so oder so ihren Platz einnahm und es nun nur noch darum ging einen Zugang zu ihr zu erhalten.
Heute kann ich sagen, dass ich einen immer besseren Zugang zur Angst und jetzt auch immer mehr zu anderen Gefühlen finde. In der Konsequenz fühlt sich mein Leben lebendiger an. Ich habe das Gefühl, dass ich mich selbst bin.
Wenn es draussen kalt ist, dann friert die ANGST. Deswegen möchte die ANGST dann auch in die warme Stube hineinkommen. Und wer die ANGST nicht hereinlassen will, der sollte wenigstens die ZWANGSGEDANKEN zulassen.