– Han ich Angst? Ja

Vor was?

Vor Lohnentzug und Lohnabzug.

Beides hat mir C schon mehrmals angedroht.

Ich arbeite schon über 90% meiner Gesamtarbeitsdauer 45%, aber einen schriftlichen Vertrag habe ich nur über 40%.

Dies schürt bei mir die Angst, dass mir schliesslich die Beweise fehlen, falls es einmal tatsächlich zu einem Lohnabzug kommt.

Ich habe Angst, dass C dann argumentieren würde, dass ich mir die Löhne jeweils selber ausgezahlt habe, er mich aber zu 40% angestellt habe und ich mir deswegen ungerechtfertigterweise 45% ausgezahlt habe.

Sehr geehrter C

Ich respektiere deine Entscheidung Berufsbeiträge bei Mitarbeitern abzuziehen, auch wenn sie mehr als 30 Tage arbeitsunfähig sind. Aber ich kann den betroffenen Mitarbeitern 1, 2, 3 und 4 nicht in die Augen schauen und sie guten Gewissens z. B. um neue Arbeitsunfähigkeitszeugnisse anfragen. Für mich wäre das verlogen und ungerecht. Vielen Dank für das Verständnis.

Ich han Angst

Ich habe mich heute geweigert die Löhne zu bezahlen, weil mein Chef C bei mehreren betroffenen Langzeitkranken oder Langzeitverunfallten sich geweigert hat..

  • den betroffenen Mitarbeitern die Berufsbeiträge dieses Monates nicht mehr vom Lohn abzuziehen
  • bereits fälschlicherweise früher abgezogene Berufsbeiträge zurückzuerstatten.

Grob gesagt wäre die Regel, dass wenn jemand länger als 30 Tage arbeitsunfähig ist, man ihm keine weiteren Berufsbeiträge abziehen darf.

Ich han Angst

Wir haben einen Mitarbeiter, der schon einige Monate wegen eines körperlichen Leidens arbeitsunfähig ist.

Am Mittwoch bezahlen wir die Löhne.

Erst kürzlich habe ich erfahren, dass Berufsbeiträge bei solchen Absenzen, welche länger als 30 Tage dauern, nicht mehr abgezogen werden dürfen. Deswegen haben wir diesem Mitarbeiter den Berufsbeitrag für die Monate Oktober, November und Dezember 2025 und Januar 2026 jeweils fälschlicherweise vom Lohn abgezogen. Dies wollte ich im Lohnlauf vom Mittwoch korrigieren und ihm die bereits abgezogenen Berufbeiträge für die vier Monate wieder gutschreiben. Am Freitag hatte ich das so für den kommenden Mittwoch vorbereitet. Mein Chef hat davon mitbekommen und hat mich angewiesen diese Gutschrift wieder zu löschen. Ich habe dies dann gemacht. Doch nun bin ich zur Überzeugung gekommen, dass ich dahinter nicht stehen kann.

Deswegen stelle ich für nächste Woche folgenden Plan auf:

Ich bringe die Gutschrift wieder in die Lohnabrechnung hinein. Am Mittwoch lege ich die vorbereiteten Lohnabrechnungen dem Chef vor. Falls er wieder moniert, sage ich ihm, dass ich diese Gutschrift nicht ein zweites Mal herausnehmen werde und bereite mich indirekt darauf vor ab diesem Zeitpunkt die weiter anfallenden Arbeiten zu diesem Lohnlauf zu boykottieren.

Wenn meine Mutter so stark sein kann, dann kann ich es auch.

Ich han Angst

Beim letzten Lohnlauf habe ich bei einem neuen Mitarbeiter seinen ersten Monatslohn so angepasst, dass ein Neulingsabzug mit drin war. Dieser Neulingsabzug habe ich gemacht, weil mein Chef dies so verlangte.

Die Logik hinter diesem Abzug versuche ich an einem Beispiel zu erklären: Man sagt, dass jemand zum Beispiel im Januar nur 24 Tage gearbeitet hat, wenn er am 1. Januar begonnen hat und das Lohnabrechnungsdatum der 24. Januar ist.

Um dies lohntechnisch umzusetzen, überschreibt man die Berechnungen der Software, welche den vollen Monatslohn ausbezahlt hätte.

Bei mir persönlich wurde das nicht gemacht, aber bei mehreren anderen, die seither gekommen sind.

Ich finde diese Praxis unfair und wahrscheinlich auch nicht rechtens. Vor allem deshalb, weil ich weiss, dass bei einer Person, welche die Unternehmung nach kurzer Zeit wieder verlassen hat, dieser Abzug nicht wieder zurückgegeben wurde. Insgesamt wurden dieser Person also einfach 6/30 eines Monatslohnes nie ausbezahlt.

Die betroffene Person hat uns dann kontaktiert und wollte wissen, was hier los sei. Die Aufgabe ihm das zu erklären, wurde mir übertragen. {Empfinde ich Wuet? Ja.} Ich habe das dann gemacht. {Ich empfinde Truur.}

Ich han Angst

Im Dezember rief ein Kunde im Geschäft an und bat darum seine Rechnung auf den Januar zu datieren. Ich habe das anstandslos gemacht und ihm die neue Rechnung geschickt und die alte Rechnung vernichtet. Im Januar sehe ich, dass er das Geld am 31.12. überwiesen hat. Nun habe ich eine Rechnung mit Rechnungsdatum Januar, welche im Dezember des letzten Jahres bezahlt wurde. Ich empfinde Trauer.


Nachtrag um ca. 13.30 Uhr:

«Die Rechnung muss den Leistungserbringer oder die Leistungserbringerin, den Leistungsempfänger oder die Leistungsempfängerin und die Art der Leistung eindeutig identifizieren und in der Regel folgende Elemente enthalten:»

Quelle: Art. 26, Absatz 1 vom
Bundesgesetz
über die Mehrwertsteuer (MWSTG) 641.20 abgerufen unter https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2009/615/de#art_26 am 19.2.2026 um ca. 13.00 Uhr.

«Datum oder Zeitraum der Leistungserbringung, soweit diese nicht mit dem Rechnungsdatum übereinstimmen;»

Quelle: Art. 26, Absatz 2, lit. c. vom Bundesgesetz
über die Mehrwertsteuer (MWSTG) 641.20 abgerufen unter https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2009/615/de#art_26 am 19.2.2026 um ca. 13.00 Uhr.

Ich arbeite in der Schreibstube eines Konzentrationslagers

Im Mai hat ein junger Ausländer bei uns angefangen zu arbeiten. Mitte Dezember, beim Bearbeiten des Jahresstundenzettels, bemerke ich, dass der junge Mann gar keine Ferien gemacht hat. Keinen einzigen Tag. So läuft das bei uns. Bei uns gelten keine Gesetze. Nur das Gesetz des Chefs. Mein Chef interessiert sich nur insofern dafür, dass seine Arbeiter Ferien machen, als dass er Angst hat vor den Behörden. Aber wo sind die?

Han ich Angst?

Warum ich nicht von mir aus meinen Job kündigen möchte

Ich denke, dass mich mein Chef nicht umbringen wird.

Mein Körper aber denkt, dass ich auf Arbeit in ständiger Todesgefahr bin.

Wenn ich nicht kündige, kann mein Körper mit der Zeit lernen, dass seine Angst übertrieben ist.

Im Moment ist für mich der Job die grösste und wichtigste Sache in meinem Leben.


Andererseits hat mich mein Chef letzte Woche sogar körperlich angegangen. Was Angst ja eigentlich rechtfertigen würde. Aber dass er mich einfach so umbringt, kann ich mir trotzdem nicht vorstellen.

Han ich Angst? Ja.

Es geht mir schlecht.

Ich bin komplett erschöpft. Ich liege im Bett mit Gliederschmerzen.

Ich denke, dass es wegen dem Vorfall von Mittwoch ist, bei dem mir C etwas angeschossen hat und mich wutentbrannt angeschrien und beleidigt hat.

Empfinde ich Truur? Ja.

Will ich mich mit dem Gfühl verbinde?

Ja.

Bravo.

Ich taufe diesen Menschen ‚K‘

Der Vater meines Chefs, eigentlich ein Pensionär ohne Arbeitsvertrag, hat mich am Montag gefragt, ob ich Getränke schon bestellt hätte. Ich verneinte. Er sagte, dann: «Dann, aber sofort.»

Ich habe dann die Getränke bestellt, obwohl es meiner Meinung nach auch noch am Mittwoch gegangen wäre.

Dass ich Dinge blind ausführe, die mir ein Mensch sagt, welcher keine Anweisungsgewalt über mich hat, macht mich wütend.

Ich taufe diesen Menschen ‚K‘.