Angst? JA?

Wie geids? NED SCHLECHT, DANKE.

Das froit mich. Chanich irgendöppis für dich tue?

NEI, ISCH GUET. MERCI.

Danke, dass du da bisch.

BITTE.

Ich bin extrem froh, dass du da bisch und mir hilfsch, dass ich no 40.5 Jahr lebe chan!!! Merci 1000ig.

OK.

Ich han Angst

Traumatisierte Menschen haben den Zugang zu einem oder mehreren Gefühlen verloren. Dadurch ist die Wahrnehmungsfähigkeit des gesamten Gefühlsspektrums gestört.

Bei mir ist unter anderem sicher die Angst traumatisiert. Mein Körper reagiert so wie wenn es Angst nicht geben würde, weil er denkt, dass er dann in Lebensgefahr kommen würde.

Heute weiss ich aber, dass Angst nur ein Gefühl ist und sehe unmittelbar keine Gefahr, die davon ausgeht.

Also kann ich mich jetzt mit der Möglichkeit befassen, dass ich Angst haben könnte.

Dabei bemerke ich, dass ich nicht sterbe, auch wenn ich laut sage:

«Ich han Angst!»

Nun wiederhole ich solche Experimente, in denen ich mich kognitiv an die Möglichkeit, dass ich Angst haben könnte, heranwage bis ich enttraumatisiert bin.

– Ich habe Angst, dass meine Zahnfleischtaschen grösser werden

Wie schwer würde das Ereignis wiegen?
– 1: ein bisschen
– 2: schmerzhaft
– 3: potentiell fatal
Wie realistisch ist das Eintreten des Ereignis?
– 1: eher unwahrscheinlich
– 2: ca. 50/50
– 3: wahrscheinlich
Ergebnis: 2+2=-4-
Was kann ich dagegen machen?
–> Plaque ausdrücken (Tasche leeren)

) Ich habe Angst davor, dass ich nicht auf mich aufpasse, nicht zu mir schaue, keine Sorge zu mir habe, so dass ich (längerfristig) nicht überleben werde

Wie schwer würde das Ereignis wiegen?
– 1: ein bisschen
– 2: schmerzhaft
– 3: potentiell fatal
Wie realistisch ist das Eintreten des Ereignis?
– 1: eher unwahrscheinlich
– 2: ca. 50/50
– 3: wahrscheinlich
Ergebnis: 3+3=-6-
Was kann ich dagegen machen bzw. wie kann ich diese Angst vermeiden?
–> Diese Angst nicht vermeiden.

) Ich habe Angst vor einem Terroranschlag

Wie schwer würde das Ereignis wiegen?
– 1: ein bisschen
– 2: schmerzhaft
– 3: potentiell fatal
Wie realistisch ist das Eintreten des Ereignis?
– 1: eher unwahrscheinlich
– 2: ca. 50/50
– 3: wahrscheinlich
Ergebnis: 3+2=-5-
Was kann ich dagegen machen bzw. wie kann ich diese Angst vermeiden?
–> Sich zwei Mal überlegen grosse Menschenansammlungen beizutreten plus wachsam sein.

Ich han Angst

«Schon 8 Phasen hinter mir…»

Phase 1

Michel lernt keinen Umgang mit Gefühlen.

Phase 2

Michel hat ein tiefes Selbstbewusstein, weil sein Geist und die Realität abweichen.

Phase 3

Michel ist am Tiefpunkt angelangt und holt sich Hilfe.

Phase 4

Michel findet über ‚Trial&Error‘ einen Weg seine Gefühle zu identifizieren.

Phase 5

Michel merkt, dass er nicht stirbt, wenn er über seine Gefühle spricht oder nachdenkt.

Phase 6

Michel bemerkt, dass er Angst hat.

Phase 7

Michel bemerkt, dass er fast immer Angst hat und die Angst irrational ist, da er objektiv keiner Todesgefahr ausgesetzt ist.

Phase 8

Michel bemerkt, dass er Angst vor seinen eigenen, gewissen Gefühlen hat. Sprich, dass er traumatisiert ist.

Ich han Angst

Ein schöner Ferientag vor ca. 30 Jahren – eine hässliche Erinnerung

Wir verbrachten unsere Weihnachtsferien zusammen als Familie in unserem Ferienhaus. Draussen ist schönes Wetter. Wir haben ausgiebig und gut gefrühstückt. Es ist ca. zwischen zehn und elf Uhr. Meine Mutter befindet sich vermutlich bereits wieder in der Küche. Sie räumt auf. Ich befinde mich am oder in der Nähe des Esstisches. Mein Vater sitzt nach wie vor am Esstisch. Kontextlos und für mich völlig überraschend und unbegreiflich beginnt mein Vater mich zu beleidigen. Inhaltlich sind die Wörter so von der Art:

  • Du bist ein Versager
  • Du bist ein Weichei
  • Du bist ein Warmduscher
  • Du bist ein Schwächling

Leider kann ich mich an ein spezifisches Beleidigungswort nicht mehr erinnern. Dies weil ich es seit auch ungefähr drei Jahrzehnten nicht mehr gehört habe. Es ist ein eher altmodisches Beleidigungswort. Ich bin überzeugt, dass wenn ich dieses Wort wieder einmal hören werde, ich es sofort als das spezifische Beleidigungswort identifizieren kann, an welches ich mich jetzt nicht mehr erinnern kann. Ich glaube, dass diese Erkenntnis für mich der letzte und absolute Beweis wäre für diese traurige, beschämende und verletzende Erinnerung an einen unerhörten Akt der Gewalt meines Vater mir gegenüber.

Mein Vater (rechts)

Ich han Angst

Ich habe eine Theorie

Wenn man viel Angst hat, schüttet der Körper viele entzündungsverursachende Stoffe aus, weil der Körper sich auf eine lebensbedrohliche Situation einstellt, bei der vielleicht ein Bein verletzt wird und es dann potentielle Erreger mit Entzündungen (Reaktion des Immunsystems) bekämpfen kann.

Wenn aber zum Beispiel Trauer traumatisiert ist, dann löst Trauer Angst aus und all die damit verbundenen entzündungsverursachenden Stoffe gelangen ins Blut und lösen dann sinnlose Entzündungen an den schwächsten Stellen im Körper aus. Dann hat man Arthrose.

Das ist echt gemein.

Was kann man dagegen machen?

Weniger Angst haben.

Wie kann man das anstellen?

Man kann die Angst enttraumatisieren, indem man über sie spricht. Dadurch sollte gemäss meiner Logik wenigstens die ‚Angst‘ vor der Angst verschwinden.

Ich empfinde Truur. Das tuet mier Leid. DANKE!!! ;-(

Wie ich mich vielleicht als Kind gefühlt haben könnte

Vielleich sah ich es als meine Aufgabe an meinen Eltern zu bestätigen, dass alles was sie tun, cool sei.
Bis ich die Demütigung, die emotionale Vernachlässigung, das Nichtgesehen werden, die Empathielosigkeit, die emotionale Gewalt und die Ungerechtigkeit nicht länger ertragen konnte.
In diesem Moment endete meine…
Kindheit.