Traumatisierte Menschen wollen das Traumatische vergessen. Die Angst ist die Verbindung zum Traumatischen. Also wollen sie von der Angst nichts wissen. Aber dieser Umstand macht sie anfällig für alle Arten von Missbrauch. Denn sie wollen ihre Angst nicht wahrhaben – lieber halten sie an einer Fassade fest und bleiben deshalb trotz Missbrauch still.
yBitte-gern-gscheh.
– Ich empfinde Truur
Was ist Missbrauch?
Missbrauch ist, wenn man gewisse oder alle Gefühle eines Menschens sabotiert.
– Ich han Angst
Was mir Angst macht:
- «Wenn ich glücklich sein will, dann muss ich positiv denken.»
- «Wenn ich etwas erreichen will, dann muss ich positiv denken.»
- «Scheisse, ich habe schon wieder jemanden geschlagen/beleidigt.»
- «Ich bin einfach wirklich ein Idiot.»
Ich empfinde Truur
Meine rechte Schulter knackst fast bei jeder Bewegung. Ich habe aufgehört Steine weit werfen zu wollen, weil dies Schmerzen verursachen würde. In der letzten Zeit bemerkte ich auch, dass ich generell im rechten Arm ein Schwächegefühl empfinde und sich teilweise auch Schmerzen bemerkbar machen. Dass mein rechter Arm in seiner Funktion eingeschränkt ist, habe ich spätestens während meiner Arbeit als Serviceangestellter bemerkt, als ich immer leichte Schmerzen bekam, wenn ich einen Tisch mit der rechten Hand putzte. Ich weiss nicht genau warum ich diese Beschwerden habe. Der Ursprung könnte ein Snowboardumfall aus ca. dem Jahre 2003 sein, bei dem ich auf der rechten Seite Elle und Speiche gebrochen habe. Aber die Beschwerden kommen erst jetzt wirklich. Vielleicht ist es auch erst vor ein paar Jahren passiert, aber ich kann mich nicht erinnern, was ein spezifischer Auslöser hätte sein können. Ich habe jetzt im Internet gesucht und bin da auf den Begriff Rotatorenmanschettenruptur gestossen. Man kann operieren.
Ich han Angst.
Guet.
Ich han Angst
Ich fühle mich körperlich wie ein Wrack.
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich daran Schuld bin.
Was könnte der Sinn dahinter sein?
) Ich empfinde Wut, dass ein Zahnarzt einen Grossteil meiner Kiefermuskeln/sehnen rechts zerstört hat

Ein Kind das schreit hat Todesangst
Es hat nicht Hunger, es hat nicht Durst, es will nicht gewickelt werden, es will keine Aufmerksamkeit – es hat Todesangst.
Ich han Angst
| Mein kaputter rechter Kiefer | Hilft mir traurig zu sein |
| Mein instabiler rechter Fuss | Hilft mir traurig zu sein |
| Mein schmerzempfindliches rechtes Handgelenk | Hilft mir traurig zu sein |
| Meine kraftlose rechte Hand | Hilft mir traurig zu sein |
| Meine freigelegten Zahnhälse | Helfen mir traurig zu sein |
| Meine schmerzempfindliche ehemalige Bruchstelle am Schlüsselbein | Hilft mir traurig zu sein |
| Meine Trauer | Hilft mir weniger Angst davor zu haben |
Ich han Angst
Ein schöner Ferientag vor ca. 30 Jahren – eine hässliche Erinnerung
Wir verbrachten unsere Weihnachtsferien zusammen als Familie in unserem Ferienhaus. Draussen ist schönes Wetter. Wir haben ausgiebig und gut gefrühstückt. Es ist ca. zwischen zehn und elf Uhr. Meine Mutter befindet sich vermutlich bereits wieder in der Küche. Sie räumt auf. Ich befinde mich am oder in der Nähe des Esstisches. Mein Vater sitzt nach wie vor am Esstisch. Kontextlos und für mich völlig überraschend und unbegreiflich beginnt mein Vater mich zu beleidigen. Inhaltlich sind die Wörter so von der Art:
- Du bist ein Versager
- Du bist ein Weichei
- Du bist ein Warmduscher
- Du bist ein Schwächling
Leider kann ich mich an ein spezifisches Beleidigungswort nicht mehr erinnern. Dies weil ich es seit auch ungefähr drei Jahrzehnten nicht mehr gehört habe. Es ist ein eher altmodisches Beleidigungswort. Ich bin überzeugt, dass wenn ich dieses Wort wieder einmal hören werde, ich es sofort als das spezifische Beleidigungswort identifizieren kann, an welches ich mich jetzt nicht mehr erinnern kann. Ich glaube, dass diese Erkenntnis für mich der letzte und absolute Beweis wäre für diese traurige, beschämende und verletzende Erinnerung an einen unerhörten Akt der Gewalt meines Vater mir gegenüber.

Ich han Angst.
Die 'Angst' vor der Angst ist angstvermeidendes Verhalten und angstvermeidendes Verhalten ist die Weigerung sich mit dem Wort 'Angst' auseinanderzusetzen.
Ich han Angst
Mein Vater (und vielleicht auch meine Mutter) hat mir irgendwie beigebracht, dass ich sterbe, wenn ich Angst (Flucht) und Trauer (Weinen) zeige. Wobei es bei meinem Vater zusätzlich noch die Wut (Kampf) war.
| Traumatisierte Gefühle | Traumatisierte Gefühle | |
| Vor wem? | Vater: | Mutter: |
| Grundgefühl? | Angst, Wut, Trauer | Angst, Trauer |
| Codename? | Angst1, Angst2, Trauer | Angst1, Trauer |
| Mit dem Gefühl verbundene Handlungsweise? | Flucht, Kampf, Weinen | Flucht, Weinen |
Dadurch, dass bei mir Angst, Wut und Trauer traumatisiert sind, kann ich die damit verbundenen Handlungsweisen (Flucht, Kampf sowie Weinen) überhaupt nicht kontrollieren. Diese Unkontrollierbarkeit macht mir Angst. Nun muss ich diese Handlungsweisen (Flucht, Kampf und Weinen) immer wieder erleben, um ein Gefühl der Kontrolle über sie zu erlangen und die damit verbundenen Grundgefühle dadurch zu enttraumatisieren.
Hierbei dienen mir folgende Gegebenheiten:
- Schmerzen in der Hüfte (Weinen)
- Zahnbeschwerden wegen Weisheitszahnentfernung (Weinen, Kampf)
- Kontaktabruch Z (Weinen, Kampf)
- Beziehung zu Eltern (Flucht, Weinen, Kampf)
- Mein Job (Weinen, Flucht, Kampf)
Ich empfinde Truur. Das tuet mier Leid. DANKE!!! ;-(
Wie ich mich vielleicht als Kind gefühlt haben könnte




Warum traumatisierte Menschen sich missbrauchen lassen
Weil sie unbedingt lernen möchten Nein zu sagen.
Ich han Angst. Das tuet mier Leid. ALLES GUET.
Vielleicht war Z das erste Mal, wo ich mich bedingungslos geliebt habe.
Meine Mutter hat mich auch bedingungslos geliebt, aber weil mich mein Vater emotional missbrauchte, konnte ich diese von ihr nicht akzeptieren. Weil er ihr mindestens so wichtig war wie ich ihr.
Empfinde ich Truur? Ja. Das tuet mier Leid. DANKE FÜR DIS MITGFÜHL. Bitte.
Ich han Angst. Das tuet mier Leid. DANKE. Bitte, gern gscheh :-).
- Ich habe Angst vor Frauen, weil ich befürchte sie ungerechtfertigt anzugreifen.
- Ich habe Angst vor Männer, weil ich befürchte, dass sie mich angreifen und ich mich nicht wehren kann.
Warum? Wegen Kindheitstraumatas.
Weil das Erste zwischen mir und meiner Mutter passiert ist, weil ich wütend war, weil mir das Zweite durch meinem Vater passiert ist.
Und jetzt hani de Salat.
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Bild 212

R.I.P ****

Truur? Ja.
Wie geids?
Ned guet.
Nadia (11.9.2023)
Nadia leidet auch unter grossen Ängsten. Von ihrem Vater hat sie nie die bedingungslose Liebe erfahren, welche jeder Mensch verdient. Ihr Vater war ihr gegenüber immer wieder abwertend und gewalttätig. Unter so einem Menschen gross zu werden, verunmöglicht die Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens. Warum? Weil man die ganze Zeit darauf bedacht ist dem Elternteil zu gefallen, damit man nicht wieder in die Schusslinie kommen kann, was aus Sicht eines Kindes lebensgefährlich ist.
Ich habe mit meinem Vater dasselbe erlebt und leide seither auch unter einer Angststörung. Eine Angststörung ist, wenn man jahrzehntelang die eigene Angst verdrängt hat, weil man sie mit akuter Lebensgefahr verbindet. Aber ein Leben ohne Angst ist erstens ein gefährliches und ungesundes Leben und zweitens ein sinnloses Leben, weil man grundsätzlich im Leben nur entweder:
- Gefühle haben kann.
Oder
- keine Gefühle haben kann.
Ein Leben ohne Angst ist also auch ein Leben ohne Gefühle und deswegen meiner Meinung nach sinnlos. Nadia und ich haben es geschafft über unsere Angst zu reden und die Angst in unser Leben zu lassen und haben dabei festgestellt, dass es nicht mehr (so) gefährlich ist, wie es früher war, als die Angst uns zur Zielscheibe unserer Väter hat werden lassen. {Empfinde ich Truur? Ja.} Deswegen sind wir bereit zu unserer Angst zu stehen.
Han ich Angst? Ja.
Werde ich von meinem Arbeitgeber missbraucht? Ja.
Han ich Angst? Ja
Die Acht Regeln des Patriarchat
- Lasst uns die Kuh missbrauchen.
- Lasst uns die Frau missbrauchen.
- Lasst uns die Umwelt missbrauchen.
- Lasst uns die Seele missbrauchen.
- Lasst uns die Angst missbrauchen.
- Lasst uns die Trauer missbrauchen.
- Lasst uns die Wut missbrauchen.
- Lasst uns die Müdigkeit missbrauchen.
Han ich Angst? Ja.
