– ANGST? Ja? Bist du da? Ja. Herzlich willkommen

Vor was habe ich mehr ANGST?

  • – Mich nicht mit der ANGST zu beschäftigen
  • – Mich mit der ANGST zu beschäftigen

Antwort:

Mich nicht mit der ANGST zu beschäftigen, macht mir mehr ANGST.

Warum? Weil ich ANGST habe vor unbewusstem, ‚angstvermeidendem Verhalten‘.

– Was gerade eben geschah

Ich war ein einem Bahnhofslebensmittelgeschäft in der Schlange vor der bedienten Kasse am Warten. Vor mir steht ein Mann. Dann muss die Kassiererin zu einer Self-Checkout-Kasse gehen. Der Mann schweift daraufhin, kurz ca. 2-3cm vom Terminal entfernt, eine Bezahlkarte und verlässt dann das Geschäft. Ob er Waren dabei hatte, konnte ich von hinten nicht mit Sicherheit feststellen. Aber dass von seiten seiner Bezahlkarte her keine Abbuchung stattgefunden hat, ist mir klar. Als die Kassiererin wieder zurück war, frage ich sie ob der vorherige Mann bezahlt gehabt hätte. Sie sagte: «Was?» und ich sagte: «Ach, nichts.»

Wie geht es mir jetzt?

  • Habe ich ANGST? Ja.
  • Empfinde ich WUT? Ja.

Ich darf WÜTEND sein.

– Macht es mir ANGST mich mit dem Thema ‚APIKALE PARODONTITIS‘ zu beschäftigen? Ja.

Das darf mir Angst machen.

Ich wundere mich ob primär Zahn26 oder Zahn27 von der ‚apikalen Parodontitis‘ betroffen ist.

Ev. Zahn26 vor 2026 und Zahn27 kürzlich bzw. maximal seit Mai.

– Ich empfinde TRAUER

Zu welchem Zahnarzt soll ich gehen bzw. versuchen einen Termin abzumachen?

  • A) Letzter Zahnarzt in der Region (teuer, schöne Praxis, sehr nette Mitarbeiter)
  • B) Zahnärztin, welche mich nicht mehr wollte, falls ich das von der Sekräterin am Telefon richtig verstanden habe
  • C) Zahnärztin Luzern (nette Zahnärtin, welche mir auch kompetent erschien, aber hässliche, anonym wirkende Praxis)
  • D) Neuer Zahnarzt im Entlebuch
  • E) Grundsätzlich wieder neue/r Zahnärztin/Zahnarzt suchen.
  • F) Nach Deutschland zum Zahnarzt, damit ich sagen kann, dass ich wegen Geldmangel zu ihnen komme bzw. die sich gar nicht so fragen.
  • G) Arztpraxis spezialisiert auf Angstpatienten.

Was mich bei vielen ZahnärztInnen nervt, ist, dass man sofort auf dem Patientenstuhl Platz nehmen muss und es so nie zu einem Gespräch auf Augenhöhe kommt bei dem man sich gerade in die Augen schauen kann.

Ich empfinde VERZWEIFLUNG und ANGST.

– Ich empfinde TRAUER

Bei uns in meiner Familie zuhause gab es immer verbale Gewalt von der Seite meines VATERs her. Bis vor kurzem war das meiner Mutter gar nicht bewusst bzw. sie hat meine Aussagen immer relativiert bzw. meinen Vater verteidigt bzw. die Situation schöngeredet.

– Bin ich FASSUNGSLOS? Ja. Warum?

Weil ich heute noch mehr als gestern davon überzeugt bin, dass ich tatsächlich unter einer ‚apikalen Paradontitis‘ von Zahn26 und/oder Zahn27 leide.

Das zu AKZEPTIEREN, fällt mir enorm schwer. Warum? Weil eine ‚apikale Paradontitis‘ von Zahn26 und/oder Zahn27 schwere Folgen hätte. Ich MÜSSTE irgendwie (mindestens) die ENTZÜNDUNG unter dem ZAHN26 wegbringen. Die Pulpa (das Zahninnere) wäre von der Entzündung wahrscheinlich auch betroffen bzw. wahrscheinlich sogar der Hauptherd. Also müsste, um die ENTZÜNDUNG zu BEKÄMPFEN, man die Pulpa, und somit den Zahn abTÖTEN. Eine Wurzelbehandlung, wie man das nennt, wäre also meiner Meinung nach das Mindeste, was mir blüht.

Dabei kenne ich meinen Zahnarzt erst seit letztem Jahr und war erst einmal bei ihm in Behandlung und nun muss ich im zarten Alter von wenigen dutzend Jahren bereits einen massiven Eingriff ausführen lassen, welcher wahrscheinlich nicht nur tausende von Franken kostet, sondern auch eine Ära einleitet, welche man den ‚VERLUST der Zähne‘ nennen könnte.

Ich glaube nun zu wissen, wie sich zum Beispiel eine Krebsdiagnose anfühlt, weil es für mich ähnlich schlimm und überraschend ist. Die Zeit, in der ich mich auf Sachen konzentrieren kann, welche mein Leben verbessern, ist vorbei. Heute beginnt eine neue Zeitrechnung. Diese neue Zeitrechnung nenne ich ‚die Zeit, in welcher ich mich auf Sachen konzentrieren muss, welche meine Lebensdauer im besten Fall verlängern‘.

Ich kann es nicht FASSEN. Ich bin absolut FASSUNGS– und sprachlos. Alles scheint das zu relativieren. Dieses Unglück überstrahlt alles. Es erinnert mich an das Rehmann-Interview mit Raissa von 2025, welche sich darin mit ihrer absolut TÖDLICHEN KrebsERKRANKUNG konfrontiert.

Dadurch wirkt auf mich jetzt tatsächlich alles andere komplett sinnlos. Ich lebe nur diesen einen Moment und nehme nur diesen einen Moment wahr. Alles andere kann ich mir eben nicht vorstellen. Was bleibt ist die rationale Überzeugung, dass das Leben eben doch trotzdem weitergehen wird. Ich bin schockiert.