Ich habe heute erfahren, dass der Musiker Krust tot ist. Er war in meinen absoluten Lieblingsbands tätig. Seit ich ungefähr dreizehn Jahre alt war, war ich ein riesiger Fan von ihm und seinen Bandmitgliedern. Mit Krust verbindet mich vielleicht am meisten von allen Bandmitgliedern. Warum? Hier sind meine drei Geschichten von und mit Krust:
- Als ich vielleicht 15, 16 oder 17 Jahre alt war besuchte ich in Luzern ein Konzert von seiner Band. Nach dem Konzert sah ich ihn plötzlich alleine in der Nähe der Bar stehen. Ich nahm meinen Mut zusammen und sprach ihn an. Er war sehr nett und cool und war bereit mit mir zu sprechen. Ich sagte ihm, dass ich es extrem cool fände, dass er so normal wirke und so normal mit mir sei. Er sagte, dass wir alle normal seien und er genauso normal sei wie ich und jeder andere. Diese Begegnung bedeutete mir extrem viel. Für mich war er ein absolutes Vorbild und trotzdem zeigte er mir Respekt und dass ich genau so wichtig wie er und alle anderen Menschen bin. Dadurch merkte ich, dass er ein guter Mensch ist, welcher bodenständig für jeden Menschen da ist und sich freut, wenn er für einen jungen Menschen da sein kann.
- Das nächste Mal mit ihm gesprochen habe ich 2020 nach einem Konzert von seiner Band. Ich sprach ihn auf meine erste Begegnung mit ihm an und sagte ihm wieviel sie mir bedeutet und bedeutet hat. Er freute sich und wiederholte sein Glaubenssatz, dass jeder Mensch gleich viel Wert hat. Dann erzählte er mir, dass er sich um seine Familie sorge, weil seine Frau mit seinen Kindern alleine zuhause sei und dass seine Kinder zurzeit krank seien. Ich fand es extrem schön, dass er so offen und ganz normal mit mir sprach, mir sogar seine inneren Gedanken, Sorgen und Ängste teilte. Auch diese Begegnung fand ich deswegen extrem schön und bewegend.
- 2024 habe ich ihn wieder nach einem Konzert zum letzten Mal getroffen. Dieses Mal habe ich nur kurz mit ihm gesprochen. Ich bemerkte wie gern er mit mir und auch wahrscheinlich mit anderen seiner Fans sprach. Ich nannte ihn Fäntu. Ich war mir nicht 100% sicher, ob er wirklich so hiess, aber ich war mir zu vielleicht 85% sicher. Seine Reaktion hat mich dann aber verunsichert. Aus dieser Verunsicherung heraus, habe ich das Gespräch dann abgebrochen. Später habe ich festgestellt, dass er Krust hiess und nun verstand ich seine Reaktion (er wirkte ein bisschen irritiert bzw. enttäuscht). Ich habe mich geschämt, weil ich nicht einmal seinen Künstlernamen wusste, obwohl ich ein so grosser Fan von ihm und seiner Band bin. Ich habe lange und immer wieder darüber nachgedacht und etwas Gutes darin gesucht. Vielleicht habe ich ihm in diesem Moment geholfen sich wie ein normaler Mensch zu fühlen.
Lieber Krust
Du hast in meinem Leben einen Unterschied gemacht. Dafür möchte ich dir ganz herzlich danken. Und da ich noch extrem viel Musik von dir habe, weiss ich, dass du für mich unsterblich bist. Nochmals danke für alles. R.I.P. Bruder Krust.
