– Ich empfinde TRAUER

An was ich denke, wenn ich an meine Zeit mit meinem VATER DENKE:

  • – Mein VATER still
  • – Mein VATER wie er will, dass wir eine Freizeitaktivität seiner Wahl mit ihm ausüben
  • – Mein Vater wie er mich grundlos abwertet

Das Ganze wäre schon schlimm genug gewesen, wenn ich nur immer ihm zuliebe etwas für ihn hätte tun müssen. Aber das mit der Abwertung ist wirklich das Letzte. Ich hatte keinen Vater. Nur biologisch gesehen.

Ich konnte nie Kind sein. Schon als Kind musste ich für meinen VATER VERANTWORTUNG übernehmen oder anders gesagt; habe ich VERANTWORTUNG übernommen.

Deswegen ist es für mich keine Überraschung, dass ich heute unter einer ANGSTSTÖRUNG LEIDE. Weil ich mich bis heute nie der ANGST gestellt habe, die aufkommt, wenn ich mir vorstelle KIND zu sein.

– Ich empfinde ERSCHÖPFUNG

Eine Theorie zur verdrängten WUT

Mein VATER hat ANGST vor seiner WUT. Dies habe ich als KIND bemerkt. Ich habe es von ihm gelernt. Ihm abgeschaut. Da wir in unserer Familie aber auch nicht über ANGST gesprochen haben und die ANGST die WUT überdeckt hat, habe ich gar nicht gewusst, dass ich ANGST vor meiner WUT hatte. Dadurch habe ich nicht nur keinen Umgang mit meiner WUT erlernt, sondern auch keinen Zugang dazu. Meine WUT war für mich eine komplette Blackbox. Da ich dieses GEFÜHL nicht erkennen konnte, konnte ich dafür auch kein Ventil oder konstruktiven Ausdruck finden. So summierte sich die WUT oder kam für mich jedenfalls jeweils komplett überraschend zum Ausdruck. So stand ich jeweils nach meinen Ausbrüchen einerseits vor Scherbenhaufen und andererseits konnte ich mir mein eigenes Handeln nicht erklären. Dieses Gefühl der OHNMACHT und der Selbstunwirksamkeit prägte und prägt mein Leben seither.

– Empfinde ich TRAUER? Ja

  1. Vater wertet sein Kind ab.
  2. Kind hat Angst.
  3. Kind hat Angst wegen seiner Angst abgewertet zu werden.
  4. Kind versucht seine Angst zu verstecken.
  5. Kind verliert den Zugang zu seiner Angst und potentiell anderen Gefühlen wie zum Beispiel Trauer und Wut.
  6. Kind wird erwachsen.
  7. Mensch handelt wegen seinen Gefühlen, aber weiss nicht, was für Gefühle er hat.
  8. Deswegen weiss Mensch nicht warum er so handelt wie er handelt.
  9. Dies gibt dem Menschen das Gefühl nicht handlungsfähig zu sein. Der Mensch fühlt sich klein, ausgeliefert und verloren.
  10. Aber wahrscheinlich hat er auch Angst sich diese Gefühle einzugestehen.
  11. Also bleibt die Angst.
  12. Doch auch diese muss er sich zuerst eingestehen.
  13. Erst dann kann er den Weg zurückgehen um angstfrei Angst-, Wut-, Trauer– oder Schwächegefühle identifizieren zu können und dadurch ein gewisses Mass an Selbstwirksamkeit und damit verbunden Glück zu erfahren.

– Ich han Angst

Wie ich mein Aufwachsen erlebt habe

Mein Vater war emotional mir gegenüber immer grenzüberschreitend. Es gab viel seelische Gewalt, die ich nicht verstand und die mir Angst gemacht hat. Meine Mutter kommt aus einer Familie, in welcher man irgendwie daran glaubt, dass man immer positiv denken müsse. Dies wurde mir irgendwie von ihr eingeimpft. Meiner Meinung nach hat sie die Gewalt meines Vaters gegenüber mir nicht sehen wollen oder hat meiner Meinung nach überhaupt nicht adäquat darauf reagiert. Ich finde, dass solche Gewalt ein absolutes No-Go ist und demnach ein Scheidungs- und Trennungsgrund. Meiner Meinung nach gehört das Kindeswohl an erster Stelle. Obwohl der Missbrauch oft genug vor den Augen meiner Mutter passierte, hatte das für meinen Vater nie echte Konsequenzen. Am nächsten Tag war alles vergessen und wieder gut. Wie gesagt hat mir das Verhalten meines Vaters grosse Angst gemacht. Doch niemand scheint diese Angst gesehen oder darauf reagiert zu haben. Auch nicht Verwandte. Mit meiner Angst war ich einfach komplett alleine.

– Ich empfinde Truur

Ich denke, dass es normal ist, dass Kinder Todesangst davor haben vernachlässigt zu werden.

Früher durfte ich diese Angst nur in Anwesenheit von Besuch ausleben. Warum? Weil ich gespürt habe, dass ich dann in Sicherheit war. Sonst fühlte ich diese Sicherheit nicht. Mein Vater war unberechenbar und hat seelische Grenzen immer wieder überschritten. In seiner Anwesenheit einen spielerischen Umgang mit meiner Angst zu erlernen, wäre vielleicht wirklich lebensgefährlich gewesen. Warum? Weil er selbst nie Kind sein konnte und auch selbst nie einen Umgang mit Angst gelernt hatte. Meine Mutter