– Ich han Angst

Ich habe eine bestehende Autobahn. Diese heisst:

  • Wenn ich Angst vor etwas habe, dann mache ich es gerade trotzdem. Ich überwinde die Angst. Ich bin der Chef der Angst.

Jetzt habe ich mir eine neue Autobahn gebaut. Sie heisst:

  • Wenn ich Angst vor etwas habe, dann mache ich es nicht.

Ich weiss nie, welche Autobahn ich nehmen soll. Im Endeffekt bedeutet das, dass ich extrem labil bin.

– Ich han Angst

Heute habe ich meinem Chef eine Mail ausgedruckt, welches eine Aufforderung war einem Link zu folgen und sich dann einzuloggen. Ich habe versucht mich einzuloggen, aber irgendwie ging es nicht. Also entschied ich mich einfach ihm die ausgedruckte Mail hinzulegen. Als er die ausgedruckte Mail sah, sagte er: «Ich will nie wieder so ein Zettel sehen. Hast du mich verstanden?» Diese Aussage macht mir Angst. Die Art und Weise wie er es sagte. Als ob es um Leben und Tod gehen würde. Ich möchte kündigen.

– Warum wertet(e) mich mein Vater immer ab?

Weil er Angst hatte. Und weil er Angst vor der Angst hatte. Denn dadurch, dass er mir mit dem Abwerten Angst machen konnte, konnte er überprüfen, ob ich Angst zeigen würde. Wenn ich keine Angst zeigen würde, beruhigte das ihn. Nämlich indem er sich vergewissern konnte, dass ich auch keine Angst zeigen würde, und er das deshalb auch können würde.

– Der Zyklus des Leids

Kind wird geboren. Kind hat Angst verlassen zu werden. Damit Kind die Sicherheit bekommt, dass es nicht verlassen wird, verdrängt es seine Angst verlassen zu werden (Trauma). Von nun an durchlebt der traumatisierte Mensch das Trauma immer wieder. Er verliebt sich. Kriegt Todesangst. Verdrängt die Angst und versucht dem Partner zu gefallen. Daraus entsteht ein Kind. Der Zyklus geht von vorne los.

So schaut die Angst aus.
So schaut verdrängte Angst aus.

Warum geht der Zyklus immer weiter?

Weil Traumatisierte das Trauma des Verlassenwerdens auf ihre Partner projezieren und deswegen zu beschäftigt sind ihren Partnern zu gefallen und dadurch das Kindeswohl vernachlässigen, was bei diesen Kindern dasselbe Trauma auslöst.

– Ich han Angst

Als mein Vater ausgerastet ist, als ich ca. drei Jahre alt war, weil ich für seinen Geschmack nicht schön genug ass, hätte ich Angst vor ihm haben können.

Ich hätte Angst vor ihm haben können, dass er..

  • mich umbringt
  • Oder
  • mich verlässt

Das Erste ist nicht passiert und das Zweite wollte ich verhindern.

Wie? Indem ich meine Angst verdrängt habe und ihm gezeigt habe..

..dass alles gut ist.

Heute holt mich die Angst ein. Ich kann sie nicht länger verdrängen. Ich stelle fest, dass es egal ist, ob ich Angst habe oder nicht. Ich bleibe am Leben.