Was ist der Unterschied zwischen einer Phobie und einer generalisierten Angststörung?
Generalisierte Angststörung: Weil man ‚Angst vor der Angst‘ hat, lässt sich die Angst keinem spezifischen Auslöser zuordnen und wird dementsprechend als ‚allgemein‘ klassifiziert.
Phobie: Ein spezifischer Auslöser löst eine im Umfang übertriebene Angst hervor.
Man geht immer dann weg oder kann nicht mehr klar denken (erstarren), wenn man Angst hat.
Logischerweise ist dies sehr unpraktisch. Man ist diesem Reflex zu 100% ausgeliefert. Wie kann man so ein selbstbestimmtes Leben führen? Man kann es nicht.
Was ist eine Angststörung? Meine Theorie: Keinen bewussten Umgang mit (der) Angst.
Warum machen angstgestörte Menschen..
so viele gefährliche Dinge?
so viele angsteinflössende Dinge wie zum Beispiel einen Horrorfilm schauen?
Weil sie dann Angst haben und sie dann die Möglichkeit haben, sich diesem Gefühl anzunähern, es kennenzulernen, es auszuhalten, so dass sie schliesslich die Angst davor verlieren..
Bei einer Angststörung sind gewisse Gefühle traumatisiert. Man nennt die Krankheit ‚Angststörung‘, weil die traumatisierten Gefühle Angst auslösen. Da man dann von aussen nicht feststellen kann, warum die betroffenen Personen Angst haben und weil die betroffenen Personen oftmals sehr oft Angst haben, finde ich den Begriff einer ‚generalisierten Angststörung‘ einleuchtend, weil die Angst ‚allgemein‘, sozusagen ohne äusseren Auslöser auftritt.
Therapie:
Man muss sich eingestehen, dass man unter Angst leidet. Auch wenn die Angst selbst ein traumatisiertes Gefühl ist, und dann dementsprechend Angst auslöst.
Dann muss man einmal durch die Hölle gehen..
..um am Ende zu erleben, dass man gar nicht gestorben ist und die traumatisierten Gefühle gar nicht (mehr) gefährlich sind.
Für mich ist eine Angststörung, wenn man nicht über Angst redet. Angst hat jedermann und jede Frau. Alle haben Angst. Es ist ein unbewusster Prozess. Nicht über Angst nachzudenken bzw. nicht darüber zu reden verunmöglicht es uns eine bewusste Synapse zur Angst zu schlagen. Dabei könnten wir mit der Angst reden. Sie kann uns beraten. Sie ist sehr schlau. Sobald man das begriffen hat, geht die sogenannte ‚Angst‘ vor der Angst weg. Man wird ein Mensch.
Ich habe dem Buch ‚Nobody’s Girl‘ (Infos dazu auf Bild unten) eine Information entnommen.
Diese Information ist, dass die Protagonistin, nachdem sie von ihrem Peiniger am Vortag missbraucht wurde, am Folgetag wieder zu ihm gegangen ist, obwohl sie diesen am Vortag erst kennengelernt hat.
Wie will ich mir dieses Verhalten erklären?
Hier sind ein paar Ideen:
Sie war sich zu diesem Zeitpunkt fast nur Missbraucher gewöhnt und im Vergleich zu den anderen war dieser nicht so schlimm.
Sie ‚wollte‘ sich weiter missbrauchen lassen, um dabei in Kontakt mit ihren verdrängten Gefühlen zu kommen.
Es wurde ihr aufgetragen am nächsten Tag wiederzukommen bzw. sie wurde gefragt, ob sie am nächsten wiederkomme.
Gegen Punkt Nummer 1 spricht, dass sie für kurze Zeit in einem anscheinend nicht missbrächlichen Umfeld gewesen ist und dieses freiwillig verlassen hat.
Klar, Punkt Nr. 2 klingt krass, aber manchmal denke ich das bei mir selbst, wenn ich an meinen Arbeitgeber denke: Ich weiss, dass ich als Kind von meinem Vater emotional missbraucht wurde, mit der Konsequenz, dass ich aufgrund Todesangst diverse Gefühle verdrängt habe. Nun weiss ich, dass ich diese Gefühle verdrängt habe, ich weiss, dass ich sie zukünftig nicht mehr verdrängen will. Nun kommt jemand Ähnliches wie mein Vater und versucht das Gleiche mit mir zu machen. Nun erkenne ich die Situation als Erwachsener, kann meine Gefühle beschützen {Ich han Angst. Das tuet mier Leid. SCHO GUET. DANKE. Bitte gern gscheh. Chan ich öppis für dich mache? NEI, ISCH GUET MERCI.} und behalten und dabei mein altes Trauma wiedererleben, aber dieses Mal als Erwachsener, der bemerkt, dass mein Chef mich gar nicht tötet, obwohl ich die Gefühle nicht verdränge und erhalte dabei noch Geld (Lohn) plus kann mir das Geld für eine Traumatherapie sparen. Ok, jetzt übertreibe oder beschönige ich vielleicht..
Zu Punkt Nr. 3:
Sie getraute sich nicht Nein zu sagen, weil ein Nein heissen könnte, dass sie Angst davor hat. Und diese Vorstellung löste Todesangst in ihr drin aus, denn Angst zu haben bedeutet nicht nur diese Angst zu haben, sondern es bedeutet auch sich mit all der bisher verdrängten Angst zu verbinden. Also sah sie sich sozusagen gezwungen immer all jene Entscheidungen zu treffen, welche möglichst angstfrei wirken. Man kann sozusagen sagen, dass sie Angst vor ihrer Angst hatte oder dass sie ein Sklave ihres Mutes wurde.
"Seitdem ich ein Kind bin, habe ich Angst vor der Angst."
Wenn man Angst vor der Angst hat, dann vermeidet man es über Angst nachzudenken geschweige denn darüber zu sprechen.
Symptome von Angst sind unter anderem ein erhöhter Puls.
Oftmals geht man zu einem Arzt und versucht Hilfe zu bekommen die Symptome der Angst zu bekämpfen. Doch keine Behandlung wird zu einer wirklichen Verbesserung der Situation der Betroffenen führen.
Die Angst kommt so oft, dass man einen spezifischen Auslöser auschliessen kann. Sie kommt im Bus, bei der Arbeit, auf der Strasse. Immer dann, wenn man Angst hat Angst bekommen zu können.
Natürlich passiert das alles unbewusst, weil natürlich auch die Angst vor der Angst nur eine Angst ist, welche man verdrängt. Aber das System der ‚Angst vor der Angst‘ ist ein Konzept, welches Menschen, welche unter einer generalisierten Angststörung leiden, helfen kann zu verstehen, was ihr Problem ist.
Ein Mensch ist angsttraumatisiert. Das heisst, dass er seine Angst zu verdrängen versucht, weil ihm die Angst Angst macht. Er wurde so konditioniert, dass es lebensgefährlich ist, Angst zu haben bzw. {Han ich Angst? Ja. Ok. Easy.} Angst zu zeigen. Das ist die Traumatisierung. Die Traumatisierung kann so schlimm sein, dass man meint, dass man die Angst fast gänzlich ausschalten müsse, weil sie einem dermassen Angst macht. Dann kann Alkohol sehr helfen, weil Alkohol die Ängste lindert. Nun haben wir einen Menschen, der deswegen in der Zwischenzeit Alkoholiker und Elternteil geworden ist. Angst zu haben ist ein völlig natürliches und gesundes Gefühl. Doch anhand des angstvermeidenden Verhaltens des Alkoholikerelternteils bemerkt das Kind, dass dies bei diesem Elternteil anders ist. Wahrscheinlich weisen sowieso beide Elternteile angstvermeidendes {Han ich Angst? Ja. Angst vor was? Angst vorem Tod. Ok. Guet.} Verhalten auf, da sie ja gewisse Gemeinsamkeiten als Paar aufweisen müssen. So wird das Kind unbewusst auf zwei verschiedene Arten traumatisiert:
Erstens wird es vernachlässigt von den Eltern, wenn es Ängste zeigt und dies kann für ein Kind lebensbedrohlich sein.
Zweitens lernt es aufgrund des Verhaltens der Eltern, dass Angst etwas Schlechtes, Böses ist, dass auf alle Fälle verhindert und vermieden werden muss (Angst als Tabu).
Han ich Angst? Ja. Scheisse. Das tuet mier Leid. Danke.
Meine Eltern haben meine Angst nie wahrgenommen. Dabei hatte ich immer Angst vor meinem Vater. Als ich erwachsen wurde, war ich ein seelischer Krüppel.
Ein Mensch leidet unter Höhenangst und ist sich dessen bewusst.
Dann hat er Angst, wenn er auf dem Eiffelturm oben ist.
Da es ja nicht prinzipiell unsicher ist, auf dem Eiffelturm zu sein, spreche ich in diesem Fall von einer Phobie (übertriebene Angst vor spezifischen Situationen).
Einem Menschen mit dieser Phobie plus zusätzlich einer generalisierten Angststörung, würde nun alleine schon die Vorstellung Angst machen, überhaupt auf den Eiffelturm zu gehen.
Weitere Gedanken
Deswegen erachte ich die generalisierte Angststörung als schlimmer als Phobien.
Wobei es natürlich schlimmer ist an einer generalisierten Angststörung plus Phobien zu leiden, als bloss an einer generalisierten Angststörung. Weil dann die irrationalen Ängste wenigstens nicht zusätzlich spezifisch sind.
Wenn man an einer generalisierten Angststörung leidet, wird man wahrscheinlich zuerst körperliche Symptome der Angst behandeln wollen. Sobald man merkt, dass einem Ärzte und körperliche Therapien nicht wirklich helfen, weil die Symptome psychosomatisch sind, {Han ich Angst? Ja. Michel-das-tuet-mier-Leid-für-dich. Danke. Bitte}
Überlegungen zur fünften Phase (Ein langer Weg einen Umgang mit dieser zu finden) des Ablaufs und der Heilung einer ‚Generalisierten Angststörung‘
Angst haben ist nicht lustig. Angst ist ein Gefühl, dass etwas mit dem Körper macht. Es macht mit dem Körper, dass er sehr aufmerksam und angespannt ist.
In dieser Phase (5) hat man schon längst bewiesen, dass man das Eine fühlen kann und etwas komplett Anderes denken kann. Trotzdem kam die Depression. Deswegen weiss ich jetzt, dass ich keine Angst vor meinen Gedanken haben muss, weil ich über den Körper sowieso keinen Einfluss habe.{Han ich Angst? Ja.} Deswegen weiss ich jetzt, dass Gedanken zu Angst nicht die Ursache meiner Angst sind, sondern höchstens die Symptome davon.