Meine psychischen Diagnosen

  • Angststörung:
    • Angst davor anderen zu kommunizieren, dass ich Angst habe bzw. es mir selbst einzugestehen
    • chronische Anspannung
  • AD(H)S:
    • Impulsivität
    • Reizbarkeit
  • Dysthymie:
    • chronisch depressive Gefühle
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung:
    • Schwierigkeiten anderen Menschen zu vertrauen vs. grosses Bedürfnis nach Anerkennung und Zärtlichkeit
  • Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (SUP)

– Ich han Angst

ANGSTSTÖRUNG = Die Vorstellung ANGST zu haben, ist für mich dermassen schrecklich, dass ich alles vermeiden/verhindern muss, was mir ANGST machen könnte

Beispiele aus der Geschichte:

  • Hitler und die Juden, Bolschewisten, Homosexuellen, Fahrenden
  • Herodes und die Babies

– Ich han Angst

Die Akzeptanz des Eintritts des Todes ist die ultimative Form der Akzeptanz der Angst vor dem Tode und bedeutet dadurch den Verlust der quälenden Angst vor der Angst. Es bedeutet die Heilung von ADHS und Angsterkrankungen.

Han ich Angst? Ja.

https://www.srf.ch/audio/rehmann/ich-nehme-seit-20-jahren-beruhigungsmittel?id=b1c2be16-d11d-400d-b8c0-ddfe46d9e61f

Ein meiner Meinung nach sehr ehrliches, reflektiertes und seltenes Dokument, welches einen guten Einblick in die Krankheit der generalisierten Angststörung gibt.

Eine Aussage, welche für mich extrem validierend, hoffnungsvoll ist, ist eine Aussage von Livio in Minute 53:02-53:15:

"Bei mir bleibt die Angst. Was sich quasi ändern kann, ist wie gehe ich damit um. Die Angst als solches ist aus meiner Sicht immer gleich."1
  1. Indirekt zitiert aus https://www.srf.ch/audio/rehmann/ich-nehme-seit-20-jahren-beruhigungsmittel?id=b1c2be16-d11d-400d-b8c0-ddfe46d9e61f , abgerufen am 16.11.2025 um ca. 12.10 Uhr. ↩︎

– Ich han Angst vor Vorverurteilung

Wie heilt man eine Angststörung? Man macht Konfrontationstherapie und baut nach und nach angstvermeidendes Verhalten ab.

Leider ist es nicht ganz so einfach. Wieso? Weil ich Angst sehr gut verdrängen kann und wenn ich dann Bungeejumping gemacht habe, würde die Angst dann erst später, zum Beispiel in der Nacht, kommen und mir den Schlaf rauben.

Also, was ist die Heilung?

Sich der Angst in alltäglichen Situationen bewusst werden und die Angst als Ratgeber und Stimme miteinbeziehen. Dadurch sollten sich die durch Angst ausgelösten körperlichen Beschwerden wie zum Beispiel Schlaflosigkeit längerfristig mildern.

Han ich Angst? Ja

Was ist eine Angststörung?

Wenn man keine Risikoabwägung macht und dann übermässig viel Angst hat.

Lösung:

  1. Angst erkennen.
  2. Gefahren suchen.
  3. Gefahren bewerten.
  4. Auf Handlung vertrauen.

Ein Beispiel aus der Praxis:

  1. Angst?
  2. JA?
  3. Bisch du da?
  4. JA.
  5. Schön.
  6. Vor was hesch du Angst?
  7. VOR DE AUTOS.
  8. Was chönti de passiere?
  9. SIE CHÖNTED MICH UF MIM VELO ABSCHÜSSE.
  10. Stimmt. Das tuet mier Leid.
  11. Chan ich irgendöppis für dich tue?
  12. NEI ISCH GUET, ICH BIN SELBER GROSS.
  13. Ok.

Wie ein angstgestörter* Mensch Leben könnte

* Angststörung bedeutet einen unbewussten Umgang mit Angst + Angst vor dieser

Ein Mensch mit Angststörung schätzt Gefahren nicht ein, weil Gefahreneinschätzung eine Konfrontation mit seiner Angst voraussetzt.

Alles was ihm Angst macht, vermeidet er, auch die Angst. Das heisst auch, dass er es vermeidet Nein zu sagen, weil ihm die Vorstellung von Schwäche, die mit Nein sagen verbunden sein kann, auch Angst macht. Das kann zur Folge haben, dass er sich nicht in Kontrolle seines Lebens fühlt, weil er notorisch schlechte Entscheidungen fällt:

  • vermeidet eigentlich ungefährliche Situationen, weil er Angst hat vor der Angst. Zum Beispiel: Flugangst, Angst vor ÖV
  • bringt sich in grosse reale Gefahr, weil er Angst hat vor seiner Angst und deswegen einerseits nicht ängstlich wirken will, und andererseits diese bekämpfen bzw. dominieren will. Zum Beispiel: Alkoholkonsum, Extrembergsteigen

Rhetorische Frage: Kann dieses Vermeidungsverhalten bis zur Suizidierung führen?

Ich han Angst. Das tuet mier Leid.

Ich höre mir gerade den Podcast von Julia vom 6.2.2023 an. Sie erinnert mich stark an Z. Da kam mir ein Gedanke. Z hatte mir immer Angst gemacht. Ich habe mich also extrem zu jemandem hingezogen gefühlt, der mir Angst macht.

Anmerkung: Z hatte mir nicht bewusst Angst gemacht, aber ihre Erscheinung, ihre Intelligenz, ihre Gradlinigikeit, ihre Konsequenz hat mir Angst gemacht.

Was ist eine generalisierte Angststörung?

"Seitdem ich ein Kind bin, habe ich Angst vor der Angst."

Wenn man Angst vor der Angst hat, dann vermeidet man es über Angst nachzudenken geschweige denn darüber zu sprechen.

Symptome von Angst sind unter anderem ein erhöhter Puls.

Oftmals geht man zu einem Arzt und versucht Hilfe zu bekommen die Symptome der Angst zu bekämpfen. Doch keine Behandlung wird zu einer wirklichen Verbesserung der Situation der Betroffenen führen.

Die Angst kommt so oft, dass man einen spezifischen Auslöser auschliessen kann. Sie kommt im Bus, bei der Arbeit, auf der Strasse. Immer dann, wenn man Angst hat Angst bekommen zu können.

Natürlich passiert das alles unbewusst, weil natürlich auch die Angst vor der Angst nur eine Angst ist, welche man verdrängt. Aber das System der ‚Angst vor der Angst‘ ist ein Konzept, welches Menschen, welche unter einer generalisierten Angststörung leiden, helfen kann zu verstehen, was ihr Problem ist.

Angst? Ja.

Wie gads dier?

Ich lebe.

Ok.


Was ist eine Angststörung?

Wenn man sich möglichst wenig mit seiner Angst beschäftigt. Man geht dem Thema aus dem Weg, versucht sich eventuell darüber lustig zu machen.

Ein Beispiel:

Man hat Schmerzen. Diese Schmerzen lösen den Gedanken aus, dass man eine schlimme Krankheit hat. Nun versucht man alles zu unternehmen, um gegen diese potentielle schlimme Krankheit vorzugehen. Am nächsten Tag aber sind die Schmerzen wieder weg. Es gibt keine schlimme Krankheit. Was der Betroffene nicht realisiert, ist, dass er Angst hatte. Er hatte nicht Angst wegen der vermeintlich schlimmen Krankheit, sondern er hatte Angst. Punkt.

Angst? Ja. Wie gads dier? Es gad mer ned guet. Das tuet mier sehr Leid.

Ein weiteres Beispiel:

2020 habe ich einen Psychiater aufgesucht, weil ich dachte, dass ich pädophil sein könnte. {Han ich Angst? Ja. Ok. Guet. Denn simmer ja jetzt vollzählig.} Was ich damals nicht begriffen hatte, war, dass ich (damals) sehr grosse Angst davor hatte, dass ich pädophil sein könnte. {Han ich Angst? Ja. Guet.} Heute glaube ich nicht mehr, dass ich pädophil sein könnte. Ich habe Kinder sehr gerne, aber ich suche weder ihre Bekanntschaft, noch habe ich diesbezüglich sexuelle Fantasien. Ich mag Kinder genau so wie ich Tiere mag. {Han ich Angst? Ja. Das tuet mier Leid. Danke} Ich respektiere sie und freue mich über sie. Ich wünsche ihnen das Beste und wenn ich diesbezüglich etwas Gutes tun kann, dann will ich das machen.

"Der einzige Weg ist der mit der Angst. Ohne habe ich es versucht."

Michel am 29.11.2025

Han ich Angst? Ja.

Eine Theorie

Ein Mensch ist angsttraumatisiert. Das heisst, dass er seine Angst zu verdrängen versucht, weil ihm die Angst Angst macht. Er wurde so konditioniert, dass es lebensgefährlich ist, Angst zu haben bzw. {Han ich Angst? Ja. Ok. Easy.} Angst zu zeigen. Das ist die Traumatisierung. Die Traumatisierung kann so schlimm sein, dass man meint, dass man die Angst fast gänzlich ausschalten müsse, weil sie einem dermassen Angst macht. Dann kann Alkohol sehr helfen, weil Alkohol die Ängste lindert. Nun haben wir einen Menschen, der deswegen in der Zwischenzeit Alkoholiker und Elternteil geworden ist. Angst zu haben ist ein völlig natürliches und gesundes Gefühl. Doch anhand des angstvermeidenden Verhaltens des Alkoholikerelternteils bemerkt das Kind, dass dies bei diesem Elternteil anders ist. Wahrscheinlich weisen sowieso beide Elternteile angstvermeidendes {Han ich Angst? Ja. Angst vor was? Angst vorem Tod. Ok. Guet.} Verhalten auf, da sie ja gewisse Gemeinsamkeiten als Paar aufweisen müssen. So wird das Kind unbewusst auf zwei verschiedene Arten traumatisiert:

  • Erstens wird es vernachlässigt von den Eltern, wenn es Ängste zeigt und dies kann für ein Kind lebensbedrohlich sein.
  • Zweitens lernt es aufgrund des Verhaltens der Eltern, dass Angst etwas Schlechtes, Böses ist, dass auf alle Fälle verhindert und vermieden werden muss (Angst als Tabu).

Han ich Angst? Ja. Scheisse. Das tuet mier Leid. Danke.

Meine Eltern haben meine Angst nie wahrgenommen. Dabei hatte ich immer Angst vor meinem Vater. Als ich erwachsen wurde, war ich ein seelischer Krüppel.

Was ist der Unterschied zwischen einer Generalisierten Angststörung und Phobien

{Han ich Angst? Ja. Ok, guet.}

Ein Beispiel

Ein Mensch leidet unter Höhenangst und ist sich dessen bewusst.

Dann hat er Angst, wenn er auf dem Eiffelturm oben ist.

Da es ja nicht prinzipiell unsicher ist, auf dem Eiffelturm zu sein, spreche ich in diesem Fall von einer Phobie (übertriebene Angst vor spezifischen Situationen).

Einem Menschen mit dieser Phobie plus zusätzlich einer generalisierten Angststörung, würde nun alleine schon die Vorstellung Angst machen, überhaupt auf den Eiffelturm zu gehen.


Weitere Gedanken

Deswegen erachte ich die generalisierte Angststörung als schlimmer als Phobien.

Wobei es natürlich schlimmer ist an einer generalisierten Angststörung plus Phobien zu leiden, als bloss an einer generalisierten Angststörung. Weil dann die irrationalen Ängste wenigstens nicht zusätzlich spezifisch sind.

Wenn man an einer generalisierten Angststörung leidet, wird man wahrscheinlich zuerst körperliche Symptome der Angst behandeln wollen. Sobald man merkt, dass einem Ärzte und körperliche Therapien nicht wirklich helfen, weil die Symptome psychosomatisch sind, {Han ich Angst? Ja. Michel-das-tuet-mier-Leid-für-dich. Danke. Bitte}

Han ich Angst? Ja.

Ich bin traumatisiert. Vielleicht werde ich das Trauma eines Tages auflösen, vielleicht aber auch nie. Auf alle Fälle glaube ich, dass es ein Prozess ist. {Han ich Angst? Ja.} Was ist ein Trauma? Wenn man Todesängste hatte, aber nie darüber gesprochen hat. Was bewirkt dieses Trauma? Dass diesselben Todesängste auch in alltäglichen Situationen aufkommen. Wie kann man die Krankheit heilen? Man kann sich bewusst machen, dass man unter Todesängsten leidet, und dann konkret die verschiedenen Situationen anschauen {Han ich Angst? Ja.} und sie dann anhand der effektiven Todesgefahr beurteilen. Die Ängste gehen dadurch nicht weg, aber wenigstens verliert man dadurch die ‚Angst‘ vor der Angst, weil man weiss, was es ist.

Han ich Angst? Ja.

Wenn Vater, Mutter oder Vater und Mutter angstgestört (Angst haben vor traumatisierten Gefühlen) sind, wird man als Kind zum Selbstschutz sehr schnell lernen, den Eltern keine ihrer traumatisierten Gefühle zu zeigen und verlernt sie dadurch. Durch diese Traumatisierung entsteht eine Konditionierung. Diese Konditionierung bedeutet, dass die nun selbst traumatisierten Gefühle Angst auslösen. Da man Gefühle aber nicht steuern kann, bekommt man immer wieder Angst und die einzigen Methoden dieser, eigentlich irrational gewordenen, Angst Herr zu werden, sind teure Verhaltensweisen, welche auf die lange Zeit sehr schädlich sein können (sogenannte angstvermeidende Verhaltensmuster).

Das Trauma und seine Folgen

Eine Zusammenfassung

  1. Als Kind hatte ich Angst vor meinem Vater.
  2. Diese Angst hatte keinen Platz (Traumatisierung Phase A).
  3. Also hat der Geist begonnen diese Angst zu bekämpfen (Traumatisierung Phase B).
  4. Mit der Zeit bekam die Angst Angst vor dem Geist (Traumatisierung Phase C).
  5. Deswegen begann der Körper Situationen zu verweigern, in denen seine Angst den Gemeinheiten des Geistes ausgesetzt sein würde. Ich nenne dies, sogenannt, ‚angstvermeidendes Verhalten‘ oder ‚Angststörung‘, weil, von aussen her betrachtet, Menschen sich so verhalten, wie wenn ihr Leben bedroht wäre, obwohl dies gar nicht so ist.

Analyse Elvis-2021

Die Ausgangslage:

«Elvis sieht einen Mann, denkt, dass dieser gut aussieht. Denkt dann, dass er wegen diesem Gedanken vielleicht schwul sein könnte und bekommt dann Angst».

interpretiert/indirekt zitiert aus Minute 2:46-3:30 vom Interview

Meine Analyse:

«In diesem Moment kam die Angst und diese Angst ging einfach nicht mehr weg.»

Interpretiert/indirekt zitiert aus Minute 05:25-05:30 vom Interview

Das besagte Interview findet man unter https://www.srf.ch/audio/rehmann/meine-gedanken-wollten-mir-meine-identitaet-rauben?id=180a10fb-920b-4688-82b7-86b490ba0199#autoplay , zuletzt abgerufen von mir am 28.05.2025.

25.04.2025