Ich han Angst

Hans im Glück litt an einer Angststörung:

Entweder tauschte er seine wertvolleren Gegenstände gegen weniger wertvolle Gegenstände, weil er Angst hatte, dass..

  • ..er den Feilscher enttäuschen könnte
  • ..er einen minderwertigen Gegenstand besass.

Hätte er diese Ängst ausgehalten und sich nicht sofort auf angstvermeidendes Verhalten eingelassen, wäre er besser gefahren.

Han ich Angst? Ja.

https://www.srf.ch/audio/rehmann/ich-nehme-seit-20-jahren-beruhigungsmittel?id=b1c2be16-d11d-400d-b8c0-ddfe46d9e61f

Ein meiner Meinung nach sehr ehrliches, reflektiertes und seltenes Dokument, welches einen guten Einblick in die Krankheit der generalisierten Angststörung gibt.

Eine Aussage, welche für mich extrem validierend, hoffnungsvoll ist, ist eine Aussage von Livio in Minute 53:02-53:15:

"Bei mir bleibt die Angst. Was sich quasi ändern kann, ist wie gehe ich damit um. Die Angst als solches ist aus meiner Sicht immer gleich."1
  1. Indirekt zitiert aus https://www.srf.ch/audio/rehmann/ich-nehme-seit-20-jahren-beruhigungsmittel?id=b1c2be16-d11d-400d-b8c0-ddfe46d9e61f , abgerufen am 16.11.2025 um ca. 12.10 Uhr. ↩︎

– Empfinde ich Verzwiflig? Ja. Schön bisch du da liebi Verzwiflig.

Was ist der Unterschied zwischen einer Phobie und einer generalisierten Angststörung?

  • Generalisierte Angststörung: Weil man ‚Angst vor der Angst‘ hat, lässt sich die Angst keinem spezifischen Auslöser zuordnen und wird dementsprechend als ‚allgemein‘ klassifiziert.
  • Phobie: Ein spezifischer Auslöser löst eine im Umfang übertriebene Angst hervor.

Ich han Angst

Was macht man, wenn man Angst hat?

  • entweder man erstarrt oder
  • man geht weg

Was ist, wenn man Angst vor der Angst hat?

Man geht immer dann weg oder kann nicht mehr klar denken (erstarren), wenn man Angst hat.

Logischerweise ist dies sehr unpraktisch. Man ist diesem Reflex zu 100% ausgeliefert. Wie kann man so ein selbstbestimmtes Leben führen? Man kann es nicht.

– Ich han Angst, dass ich en Hirntumor han

Aktuelle Beschwerdensammlung:

  • konstantes Ohrendruckgefühl im linken Ohr
  • Schwäche im rechten Bein*
  • Schwächegefühl im rechten Arm**
  • Kopfwehgefühl mit Pulsieren im linken Bereich lokalisierbar auf der Höhe des Ohres, ca. 5 cm hinter dem Ohr.

Sternchen beschreiben alternative Erklärungen für die Beschwerden als die Hirntumortheorie

* Könnte daher kommen, dass ich 2018 mein rechtes Aussenband am Fuss operiert habe. Im Moment kann ich ca. 4’500 Schritte beschwerdefrei gehen. 2019 habe ich noch ein halbes Jahr 100% im Service gearbeitet. Also scheint mir auch diese Erklärung fragwürdig. ** Könnte daran liegen, dass ich hauptsächlich auf der rechten Schulter schlafe.

– Han ich Angst devor Rüstabfäll in Güsel ztue? Ja

Warum?

Weil Rüstabfälle nicht gut brennen und man hierfür einheizen muss, was Energie benötigt. Zudem gelangt so schneller CO2 in die Atmosphäre, was die Erderwärmung beschleunigt. Durch die Erderwärmung kommt es zu Klimafluchtbewegungen in die Schweiz, was zu einer grösseren Nutzung von Ressourcen, wie zum Beispiel dem Grundwasser führt. Durch die grössere Nutzung wird das Wasser immer giftiger und schliesslich sterbe ich an vergiftetem Wasser.

Ich han Angst

Ich unterscheide zwischen Körper und Geist.

Wenn der Geist über Emotionen nachdenkt bzw. diese benennt, dann nenne ich diese ‚Gefühle‘.

Der Körper hingegen hat Emotionen.

Diese Unterscheidung ist eine wichtige.

Denn nur, wenn Emotionen als Gefühle benennt werden, kann eine Verbindung zwischen Körper und Geist stattfinden. Was passiert, wenn Körper und Geist nicht verbunden sind?

Ein Beispiel:

Der Körper kann mit einer Katze verglichen werden. Die Katze ist sehr geschickt. Sie kann schnell rennen und hat eine schnelle Reaktionszeit. Doch die Katze versteht das Konzept von einem Motorfahrzeug nicht. In ihrer DNA sind keine Informationen darüber gespeichert. Für die Katze gibt es nur Menschen, Füchse, Wölfe, Bären, Greifvögel und ähnliche Gefahren. Also reagiert die Katze oft falsch, wenn ein Auto kommt. Sie rennt kurz bevor das Auto kommt über die Strasse und wird von dem Auto erfasst. Sie wird verletzt oder getötet.

Wenn wir die Verbindung zwischen unserem Geist und unserem Körper nicht herstellen, dann agiert unser Körper auf Gefahren oft ähnlich falsch wie die Katze auf das Auto reagiert. Dies ist für uns Menschen sehr gefährlich.

Also müssen wir uns auch geistlich mit den Gefahren, die uns umgeben, beschäftigen:

  • Umweltverschmutzung
  • Überbevölkerung
  • potentielle Kriege
  • Überwachung

Ich will euch keine Angst machen. Aber ich denke, dass wir uns über unsere Angst Gedanken machen sollten, damit wir die Gefahren richtig einschätzen können und zum Beispiel bezüglich den oben genannten Gefahren, nicht wie die Katze, richtige Entscheidungen treffen.

Die Verbindung stelle ich mir folgendermassen vor: im Hirn gibt es einen Teil, der für das Managen von Gefahren zuständig ist. Ähnlich wie bei der Katze funktioniert es instinktiv und es hat über jahrtausende gelernt. Nun müssen wir diesen Teil des Hirns mit unserem allgemeinen Intellekt verbinden. Ich glaube, dass man solche Verbindungen als ‚Synapsen‘ bezeichnet. Wie kann ich mit meinem bewussten Denken eine Synapse zum archaischen Gefahrenmanagementzentrum schlagen? Indem ich das durch das archaische Gefahrenmanagementzentrum verursachte Gefühl bennene. Dieses Gefühl heisst Angst. Also jedes Mal, wenn ich den Begriff ‚Angst‘ ausgesprochen oder unausgesprochen bewusst nutze, wird eine neue solche Synapse gemacht oder eine bestehende vergrössert. Irgendwann ist es für uns selbstverständlich auch auf komplexe Gefahren richtig reagieren zu können. Weil wir nicht nur als Intellekt denken, sondern zusammen mit unserer Angst.

Ich han Angst

Die Angst ist dafür zuständig den Tod zu verzögern. Die Angst ist so oder so da. Man kann sie zwar wegdenken, aber die Angst ist sowieso da. Spätestens in der Nacht macht sie sich zum Beispiel in Form von Albträumen bemerkbar. Man kann sich die grösste Mühe geben von seiner Angst davonzulaufen. Wenn man sich entscheidet sich mit seiner Angst zu konfrontieren, dann beginnt eine neue Zeitrechnung. Man beginnt herauszufinden, was einem überhaupt Angst macht. Mit der Zeit verliert man die Angst vor der Angst immer mehr, weil man immer mutiger wird, weil man feststellt, dass man es immer überlebt, obwohl man sich jeweils mit der Angst konfrontiert. Dann kann es so weit gehen, dass man konkrete Ängste sogar auf ihre Rationalität überprüfen kann, ohne dass man vorher Angst bekommt. Wenn man es tatsächlich schafft einzelne Ängste auf ihre Rationalität hin zu überprüfen und dabei feststellt, dass diese oder jene Situation die Lebenserwartung nicht unbedingt negativ beeinflussen muss, dann führt diese Verbindung von (körperlichen) Emotionen mit (geistigen) Gefühlen zu einer Auflösung von irrationalen Ängsten.

Ich han Angst

Ich glaube, dass der einzige Zustand, in dem sich angsttraumatisierte Menschen wohlfühlen, der ist, bei dem sie spüren, dass ihre Mitmenschen Angst haben, aber dies nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen.