Über Katzen, Hunde und angstgestörte Menschen

Katzen rennen einfach über die Strasse. Sie setzen sich nicht bewusst mit ihrer Angst auseinander. Ansonsten würden sie zuerst auf die eine Seite schauen und dann auf die andere und dann, erst wenn die Luft rein ist, eine Strasse überqueren. Das ist gefährlich. Menschen mit ANGSTSTÖRUNG funktionieren ähnlich. Sie sind Meister darin ihre Angst auzublenden. So verpassen sie wichtige Warnsignale.

Hunde bellen oft. Sie bellen auch grössere und stärkere Organismen an. Jemanden oder etwas anzubellen kann sehr wohl als Akt der Aggression angesehen werden und die Gefahr, in der sie sich befinden, erhöhen. Also ist dieses Verhalten aus meiner Sicht irrational. Es scheint so als ob sie wie keine Angst haben.

Ich habe Angst

Politiker, Schauspieler und Sportler wie zum Beispiel Fussballer leiden oft unter einer ANGSTSTÖRUNG. Weil sie unter einer ANGSTSTÖRUNG LEIDEN haben sie einen beschränkten Zugang zu ihrer Angst. Das macht sie in ihren Berufen erfolgreich. Im Fussball stürzen sie sich in jeden Zweikampf, in der Politik stürzen sie sich in jeden Wahlkampf und haben keine Angst vor einem BURNOUT. Als Schauspieler weiss ich auch nicht.

Menschen, die keine Angst zeigen, machen einem Angst. Deshalb sind solch wegen Angststörung erfolgreichen Menschen in der Gesellschaft oft beliebt, umjubelt und verehrt. Der Grund liegt darin, dass es uns Angst macht solchen Menschen zuzuschauen und wir dadurch mit unserer Angst in Berührung kommen (können). In diesen Momenten haben wir jeweils die Chance mit unserer Angst in Berührung zu kommen und damit unsere eigene ANGSTSTÖRUNG heilen zu können. Deswegen sind diese Menschen als auch zum Beispiel Horrorfilme oder Katastrophenvideos so wichtig für angstgestörte Menschen. Sie bieten eine ungefährliche Konfrontationstherapie.

Ich habe Angst

Eine Geschichte

B, ich und t sitzen zusammen. Ich frage b eine Entweder-oder-Frage. Ich kriege die Antwort. Einerseits bin ich ENTTÄUSCHT, weil ich mich von b bei der Beantwortung der Frage nicht gesehen fühle. Andererseits bin ich froh, dass ich überhaupt eine Antwort bekommen habe. Das heisst: Ich bin froh, dass ich von b eine Antwort auf der sachlichen Ebene bekommen habe und ich bin wütend wie die Antwort auf der Beziehungsebene auf mich wirkt. Dann fragt mich t, ob mich das wegen der Beziehungsebene nicht verletzt. Ich habe irgendetwas gesagt wie:

  • «Ja und wenn schon – es ist ja nichts passiert – ich lebe noch.»
  • «Ja hätte ich stattdessen nicht fragen sollen?»
  • «Ja ich hätte vielleicht schon lieber etwas Anderes gehört, aber ich kenne b und ich weiss, dass ich ihn nicht ändern kann.»

Kurz zusammengefasst bin ich einfach froh, dass ich auf der sachlichen Ebene eine Antwort bekommen habe und bezüglich der Beziehungsebene weiss ich auch nichts zu sagen ausser, dass nichts Schlimmes passiert ist.