Ich habe Angst

Eine Geschichte

B, ich und t sitzen zusammen. Ich frage b eine Entweder-oder-Frage. Ich kriege die Antwort. Einerseits bin ich ENTTÄUSCHT, weil ich mich von b bei der Beantwortung der Frage nicht gesehen fühle. Andererseits bin ich froh, dass ich überhaupt eine Antwort bekommen habe. Das heisst: Ich bin froh, dass ich von b eine Antwort auf der sachlichen Ebene bekommen habe und ich bin wütend wie die Antwort auf der Beziehungsebene auf mich wirkt. Dann fragt mich t, ob mich das wegen der Beziehungsebene nicht verletzt. Ich habe irgendetwas gesagt wie:

  • «Ja und wenn schon – es ist ja nichts passiert – ich lebe noch.»
  • «Ja hätte ich stattdessen nicht fragen sollen?»
  • «Ja ich hätte vielleicht schon lieber etwas Anderes gehört, aber ich kenne b und ich weiss, dass ich ihn nicht ändern kann.»

Kurz zusammengefasst bin ich einfach froh, dass ich auf der sachlichen Ebene eine Antwort bekommen habe und bezüglich der Beziehungsebene weiss ich auch nichts zu sagen ausser, dass nichts Schlimmes passiert ist.

Die Logik meines Vaters:

Entweder ist meine Frau glücklich – oder ich sterbe.

Extended version:

Entweder du machst deine Mutter glücklich – oder ich töte dich.

Extended extended version:

Ich habe Angst vor meinem Vater.

Ich will keine Angst haben. Also treffe ich meinen Vater nur überwacht.

Han ich Angst? Ja.

Seit einer langen Zeit kritisiere ich meine Eltern. Seit einer langen Zeit.

Empfinde ich Truur? Ja.

Han ich Angst? Ja.

Ich habe all diese negativen Dinge gesagt, weil ich mir davon erhoffe, dass dadurch Emotionen frei werden.

Ich habe es nicht gemacht, um meine Eltern in einem schlechten Licht darzustellen.

Dies wäre mein 1356. Post.

Im Moment sind es also noch 1355.

Diese Zahl hat eine wichtige Bedeutung für mich. Denn um 13.55 Uhr bin ich geboren.

Nur dank meinen Eltern bin ich zu dem geworden, was ich heute bin.

Sie haben immer ihr absolut Bestes gegeben und ich bin überzeugt, dass sie dies auch heute tun.

Ich liebe sie sehr. Meinen Vater. Und meine Mutter.

Irgendwann sterben wir alle.

Empfinde ich Truur? Ja.

Schon morgen kann meine Familie in dieser Form nicht mehr existieren.

Das macht mich sehr traurig.

Aber wem habe ich diese Trauer zu verdanken?

Meinen Eltern.

Diese Trauer ist wegen ihnen.

Diese Trauer gehört mir.

Niemand kann mir diese Trauer wegnehmen.

Es ist ein Geschenk meiner Eltern.

Geschenk von meinem Vater. Geschenk von meiner Mutter. Eines von je Tausenden. Ich liebe euch. Danke für alles. Ihr seid die besten und für mich die Wichtigsten.

Michel im September 2025.

Han ich Angst? Ja.

Nachricht an B am 27.9.2025 um 11.18 Uhr:

«Ich glaube nicht, dass du es heute besser machen würdest. Erstens, weil du eventuell mit dem Alter schlimmer geworden bist. Zweitens, weil du überhaupt noch gar nicht besser geworden bist. Ich erinnere dich gerne an die letzte Mediation im ca. Mai 2025, wo du sogar vor der Mediatorin zugegeben hast, dass es dein Ziel ist mich anzugreifen. Es schien als wäre es eine absolute Selbstverständlichkeit und das normalste, beste, richtigste auf der Welt mich anzugreifen.»

Nachricht an B

Person A, B und X

Stockholm-Syndrom und Traumatisierung