Ich empfinde Truur

Mein Vater hat mich seit Kindesbeinen immer wieder angegriffen. Meine Mutter hat mich dagegen nicht effektiv verteidigt. Die Angriffe und die Ohnmacht haben bei mir Angst ausgelöst, aber die Angst verlassen zu werden war stärker, so dass ich nach Wegen gesucht habe die Angst zu verdrängen. Dies ist mir auch gelungen. So bin ich dann ins Leben gegangen. Als Mensch, welcher den Zugang zu seinen Gefühlen verloren hat. Als emotionaler Krüppel, weil ich als Kind bis heute von meinem Vater psychisch missbraucht wurde.

Ich empfinde Depression

Ein Freund von mir hat mir kürzlich ein Video geschickt. Eine Fotocollage mit Fotos mit mir. Meistens wirke ich gut gelaunt und lache. Das Video befremdet mich irgendwie. Ich kann mich nicht daran erinnern mich je gut gefühlt zu haben. Ich kann mich mit diesen Bildern nicht identifizieren. Vielleicht wäre dieses Video passend für ein Beerdigung. Denn dieser Mensch existiert nicht mehr.

Ich empfinde Wuet

Ich empfinde Truur.

Früher konnte ich jemandem erklären {Ich han Angst.} warum es keinen Sinn macht..

  • sich ausgenutzt zu fühlen.
  • Erwartungen zu haben.
  • sich rächen zu wollen.

Ich habe das wirklich geglaubt, ich habe wirklich daran geglaubt, dass ich auswählen kann, was ich fühle und was nicht. Jetzt fühle ich mich demütig. Ein Gefühl, dass ich mir früher immer gewünscht habe.

Ich empfinde Truur

«Wenn meine Frau mir etwas über Michel erzählte, fühlte ich mich unter Druck mit Michel zu schimpfen, weil ich dachte, dass das von mir erwartet würde. Ich wollte meiner Frau damit zeigen, dass ich auf ihrer Seite stand.»
«Michel hatte sich ein schönes Leben aufgebaut. Sein Bruder gehorchte ihm auf Schritt und Tritt und auch meine Frau hat er manipuliert, so dass ich es als meine Aufgabe sah ihm eins auf den Deckel zu geben nachdem ich nach Hause kam.»

Ich han Angst

Ein Beitrag über Traumatisierung und Bettnässen

Ich schaue mir manchmal gerne Dokus oder Zeitzeugenberichte von ehemaligen Verding- oder Heimkindern an. Oftmals wird davon berichtet, dass die Kinder für das Bettnässen bestraft wurden. Diese Bestrafung löst meiner Meinung nach eine (zusätzliche) Traumatisierung der Angst aus. Denn meiner Meinung nach ist das Bettnässen eine Folge von Angst. In der Nacht lässt sich die Angst nicht mehr ‚verdrängen‘, sondern sie holt sich ihren Platz zurück. Bei Angst will der Körper flüchten und damit er schneller rennen kann, verliert er seinen Stuhl sowie seinen Urin. Die betroffenen Kinder konnten ihren Urin nicht halten. Es passierte während ihres Schlafes. Hätte man den Kindern (mehr) {Empfinde ich Wuet? Ja.} Liebe geschenkt, hätten sie weniger Angst gehabt und hätten dann meiner Meinung nach {Han ich Angst? Ja.} auch weniger bettgenässt. Aber wenn man sie sozusagen für ihre Angst noch {empfinde ich Truur? Ja.} bestraft, kriegen sie noch mehr Angst und auch noch mehr ‚Angst‘ vor der Angst. Dieser Prozess nenne ich ‚Angsttraumatisierung‘.

Auch ich glaube von einer ‚Angsttraumatisierung‘ betroffen zu sein. Erst seit wenigen Jahren bin ich dabei überhaupt erst zu erkennen, was für Gefühle ich habe. Ich rede hier nicht von Emotionen, sondern von Gefühlen. Gefühle sind meiner Meinung nach eine geistige Beschreibung von Emotionen. Sprich Gefühle sind eine Beschreibung des Geistes von Emotionen. Zuerst fiel mir das extrem schwer und fühlte sich extrem primitiv an. Aber ich habe immer weiter gemacht und konnte statt mit ‚Floskeldenken‘ mit ‚Fragendenken‘ mit einer statistischen Relevanz Unterschiede im Gefühlsempfinden feststellen. So habe ich gelernt meine Angst zu erkennen und zu benennen.

Übrigens, auch ich leide unter einem ähnlichen Problem wie das Bettnässen. Ich muss im der Nacht immer auf Toilette um wasserzulassen, aber meist kommt wenig bis nichts. Dieses Problem kenne ich seit ca. 2012. Ca. 2016 war ich deswegen sogar bei einem Urologen. Es sei physisch alles in Ordnung bei mir. Er hätte mir Medikamente geben wollen, aber die wollte ich nicht.

Ich han Angst

Beim letzten Lohnlauf habe ich bei einem neuen Mitarbeiter seinen ersten Monatslohn so angepasst, dass ein Neulingsabzug mit drin war. Dieser Neulingsabzug habe ich gemacht, weil mein Chef dies so verlangte.

Die Logik hinter diesem Abzug versuche ich an einem Beispiel zu erklären: Man sagt, dass jemand zum Beispiel im Januar nur 24 Tage gearbeitet hat, wenn er am 1. Januar begonnen hat und das Lohnabrechnungsdatum der 24. Januar ist.

Um dies lohntechnisch umzusetzen, überschreibt man die Berechnungen der Software, welche den vollen Monatslohn ausbezahlt hätte.

Bei mir persönlich wurde das nicht gemacht, aber bei mehreren anderen, die seither gekommen sind.

Ich finde diese Praxis unfair und wahrscheinlich auch nicht rechtens. Vor allem deshalb, weil ich weiss, dass bei einer Person, welche die Unternehmung nach kurzer Zeit wieder verlassen hat, dieser Abzug nicht wieder zurückgegeben wurde. Insgesamt wurden dieser Person also einfach 6/30 eines Monatslohnes nie ausbezahlt.

Die betroffene Person hat uns dann kontaktiert und wollte wissen, was hier los sei. Die Aufgabe ihm das zu erklären, wurde mir übertragen. {Empfinde ich Wuet? Ja.} Ich habe das dann gemacht. {Ich empfinde Truur.}

Angst? JA? Bisch du da? JA? Guet. Da bini aber froh

Als ich das letzte Mal mit meinem Bruder gesprochen habe, hat er davon erzählt wie er als Junge ein offene Wunde über dem Auge hatte. Diese Platzwunde habe ich ihm mit Schlägen zugefügt.

Empfinde ich Truur? Ja.

Empfinde ich Schuld? Ja.

Ich kann mich an eine Situation erinnern, bei dem ich ihm das Schlüsselbein gebrochen habe. Damals wurde es den Ärzten als ein Unfall beschrieben.

Ich empfinde Truur.

Mein Bruder hatte wohl Angst vor mir, sonst hätte er nicht mit einem Messer zugestochen.

Ich han Angst.

Ich han Angst

Warum ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen habe. Mein Vater ist eifersüchtig. Er führt mit meiner Mutter eine Liebesbeziehung. Ich habe Angst davor mit meiner Mutter eine Beziehung zu führen, weil ich Angst vor meinem Vater habe.

Meine Mutter herzt mich. Mein Vater schiesst ein Foto. Und ich habe Angst.