– Kommentar zu Zurkens Beitrag vor einem Jahr (31)

Gestern vor einem Jahr hat Zurken um 20.31 Uhr auf diesem Blog einen Post veröffentlicht. Daraus zitiere ich:

Ja, die körperlichen Gefühle hatte ich auch ohne dass mir meine Eltern Angst, Wut und Trauer vorgelebt haben. Das stimmt schon. Aber fühlt sich Angst, Wut und Trauer wirklich gut an? Nein, oder? Was macht man dann? Man versucht diese ekligen Gefühle zu verdrängen bzw. zu vermeiden. Was passiert, wenn man Situationen meidet, welche zum Beispiel ängstigen? Die Angst kommt in einer anderen Situation wieder. Dann vermeidet man zukünftig auch diese Situation. Und so geht es immer weiter bis man ganz alleine ist.

Deswegen wäre es wichtig, wenn einem die Eltern einen positiven Umgang mit allen Gefühlen lehren würden. Einem nicht auslachen, wenn man Angst hat. Einem sagen würde, dass es ihnen Leid tut, dass ich Angst habe. Aber dass diese Angst eine wichtige Funktion hat und nach einer Weile wieder weggeht.

Lieber Zurken. Lebst du wohl noch? Ich mache mir Sorgen um dich.

– Ich han Angst

Ich habe eine bestehende Autobahn. Diese heisst:

  • Wenn ich Angst vor etwas habe, dann mache ich es gerade trotzdem. Ich überwinde die Angst. Ich bin der Chef der Angst.

Jetzt habe ich mir eine neue Autobahn gebaut. Sie heisst:

  • Wenn ich Angst vor etwas habe, dann mache ich es nicht.

Ich weiss nie, welche Autobahn ich nehmen soll. Im Endeffekt bedeutet das, dass ich extrem labil bin.

– Ich han Angst

Heute habe ich meinem Chef eine Mail ausgedruckt, welches eine Aufforderung war einem Link zu folgen und sich dann einzuloggen. Ich habe versucht mich einzuloggen, aber irgendwie ging es nicht. Also entschied ich mich einfach ihm die ausgedruckte Mail hinzulegen. Als er die ausgedruckte Mail sah, sagte er: «Ich will nie wieder so ein Zettel sehen. Hast du mich verstanden?» Diese Aussage macht mir Angst. Die Art und Weise wie er es sagte. Als ob es um Leben und Tod gehen würde. Ich möchte kündigen.

– Warum wertet(e) mich mein Vater immer ab?

Weil er Angst hatte. Und weil er Angst vor der Angst hatte. Denn dadurch, dass er mir mit dem Abwerten Angst machen konnte, konnte er überprüfen, ob ich Angst zeigen würde. Wenn ich keine Angst zeigen würde, beruhigte das ihn. Nämlich indem er sich vergewissern konnte, dass ich auch keine Angst zeigen würde, und er das deshalb auch können würde.

– Ich han Angst

Ok. Vor was? Ich weiss es au ned. Vellecht vor de Angst.

Was ist eine Angststörung?

Eine Angststörung ist, wenn man in Situationen Angst empfindet, welche nicht lebensgefährlich sind. Warum sollte man Angst in Situationen empfinden, welche nicht lebensgefährlich sind? Situationen können Gefühle auslösen und weil wir in der Vergangenheit für diese Gefühle zum Beispiel als abhängige Kleinkinder bestraft wurden, verbinden wir diese Gefühle mit Gefahr. Also haben wir Angst vor diesen Gefühlen und auch Angst vor Situationen, welche diese Gefühle auslösen könn(t)en.

– Ich han Angst

Was ist ein Trauma?

Ein Trauma ist, wenn einem (gewisse) Dinge, Menschen, Situationen Angst machen, obwohl die Situation eigentlich gar nicht gefährlich ist, weil diese Dinge, Menschen, Situationen einem an etwas erinnern, das früher einmal gefährlich war.

Enttraumatisieren kann man die Gegenwart, indem man die traumatischen Erlebnisse bespricht. So dass die Gefühle von damals wieder hervorkommen. Man diese Gefühle in einer anderen Umgebung ein

– Ich han Angst

Wie ich als Kind von meinen Eltern missbraucht wurde:

Meine Mutter und mein Vater können meiner Meinung nach schlecht über gewisse Probleme/Gefühle reden.

Dann passiert folgendes:

  • Entweder erzählt meine Mutter meinem Vater von uns Kindern. Dieser richtet darauf sein Augenmerk auf mich/uns. Er beginnt einen Monolog. Der Monolog ist gespickt mit einem Scheininteresse bzw. rhetorischen Fragen. Antworten musste ich nie.
  • Oder mein Vater beginnt sein Augenmerk von sich aus auf mich/uns zu richten.

Meine Mutter schaut zu und hört sich das Ganze an. Irgendwann interveniert sie und kritisiert meinen Vater für die ausgeübte psychische Gewalt. Danach sprechen meine Eltern über Gefühle.

Und dann bin da ja auch noch ich.