– Ich empfinde Truur

Chronologie einer Sache, die mich traurig macht

  1. «Guten Tag, Sie sind jetzt schon ca. anfangs zwanzig. Es ist jetzt wirklich Zeit, dass wir ihre Weisheitszähne ziehen.»
  2. Ok. Wenn es sein muss.
  3. «Gut dann melde ich Sie jetzt an.»
  4. Warum anmelden, machen das nicht Sie?
  5. «Nein, nein. Das macht ein Kollege von mir. Ein Spezialist.»
  6. «Guten Tag, Sie haben Glück, denn ihre Weisheitszähne liegen so, dass die Krankenversicherung den Eingriff bezahlt. Ich ziehe grad jetzt zwei und bei einem anderen Termin die letzten zwei».
  7. Nach den zwei Sitzungen:
    • Neuer «Biss» (obere und und untere Zähne berühren sich neu in einer neuen Konstellation)
    • Kiefer knackst auf der rechten Seite praktisch bei jedem Biss/Kauen
    • Mühe am Morgen den Mund zu öffnen
    • Immer im Winter, wenn es kalt ist, auf der rechten Seite kalte Zähne
    • Linkslastige Abnutzung der Zähne, da es unmöglich geworden ist rechts die oberen und unteren Zähne sich berühren zu lassen bevor es die linken tun.
    • Auf dem rechten Ohr ein verändertes Hörgefühl:
      • Grundsätzliches Gefühl eines passiven Hörens
      • Schwierigkeiten Druckausgleich zu machen, so dass ein unglücklicher Ohrendruck über mind. Wochen beständig bleiben kann (schlechteres Hören)
  8. Kurze Zeit nach der Operation hatte ich zum ersten Mal entzündetes Zahnfleisch wegen Lebensmittelresten zwischen den Zahnzwischenräumen

Vielleicht hätte ich heute die wunderbarsten und schönsten Zähne, hätte ich diese Eingriffe nicht gehabt. Ich hätte viel Geld gespart, weil mir viele Füllungen von ‚Löchern‘ erspart geblieben wären. Hätte weniger Schmerzen aufgrund empfindlicher, freigelegter Zahnhälse. Hätte keine oder nur unbedeutende Zahnfleischtaschen. Hätte eine bessere Mundhygiene und einen frischeren Atem. Hätte weniger Hemmungen eine Frau zu küssen.

Ich empfinde Truur

Leider kann ich nicht anhand von Röntgenaufnahmen beweisen, was für eine Veränderung am Kiefer durch die Weisheitszahnentfernung vonstatten ging. Aber ich bin..

  1. der festen Überzeugung, dass eine Verschiebung vorgekommen ist und..
  2. dass die Verschiebung grundsätzlich folgendermassen beschreibbar ist:
    • Unterkiefer nach vorne
    • Unterkiefer rutscht nach links, weil er auf der rechten Seite nicht mehr richtig gehalten wird, wegen zerstörter Muskulatur, Sehnen etc.
Dieses Bild vergleicht meine Zähne oben 2007 und unten heute, nach der WeisheitszahnOP, welche vermutlich 2008 stattgefunden hat.
Hier ist nochmals ein Bild, welches auf eine potentielle Linksverschiebung des Unterkiefers hindeutet.

Ich habe keine Kraft mehr all die damit verbundenen Beschwerden zu beschreiben, die ich mit den Konsequenzen der Weisheitszahnoperation 2008 in Verbindung setze. Ich habe das Gefühl, dass es für mich im Moment zu schmerzhaft wäre.

Aber, ich habe die Kraft meinen Unmut darüber auszudrücken, wie folgendes einfach so möglich wurde:

  • Zwei Elternteile missbrauchen ihren Sohn, so dass dieser..
    • ..denkt, dass Missbrauch etwas Normales ist.
    • ..nicht weiss, dass man zu etwas auch Nein sagen kann.
    • ..kein Vertrauen in sich und die Welt hat.
  • Schicken ihn alleine zu einem Zahnarzt, der offensichtlich unnötige Eingriffe macht (weisse Teilstücke der Zähne wegmacht und mit Füllungen ersetzt).
  • Sie sich nicht darum kümmern.
  • Der Missbraucherzahnarzt mir ab 18 immer wieder ins Gewissen redet, dass ich meine Weisheitszähne ziehen soll.
  • Der Missbraucherzahnarzt, nachdem ich einwillige, sagt, dass er den Eingriff gar nicht selbst macht, sondern, dass er mich hierfür weiterschickt (der Missbrauchte wurde schon in diesem Fall von den Missbrauchereltern weitergeschickt und wird jetzt noch einmal weitergereicht).
  • Der Weisheitszahnmissbraucher mir sagt, dass ich Glück hätte, weil die Krankenkasse den Fall übernehmen werde, aber eigentlich damit meint, dass es schwierig ist die Weisheitszähne überhaupt zu entfernen, weil sie (noch) so nah beim Kiefer sind.

Niemand hat mir gesagt, dass man einen solchen Eingriff gut überlegen sollte, geschweige denn was die Risiken davon sind.

Das macht mich auch wütend.

Was kann ich daraus Positives gewinnen?

Diese Beschwerden sind so offensichtlicher Natur, dass ich mir kritische Fragen stellen muss, welche ein noch viel grösseres und drastischeres Unglück offenbaren.

Insofern könnte man sagen, dass mich die von der Operation betroffenen Zähne tatsächlich weise gemacht haben.

Ich empfinde Truur.