Eine THEORIE
Wie ich als KIND als ÜBERLEBENSstrategie gelernt habe meinen ELTERN nicht zu VERUNSICHERN
Jedes Kleinstlebewesen hat instinktiv zuerst einmal ein Ziel:
Überleben.
Man ist seinem Umfeld komplett ausgeliefert. Entweder man passt sich an oder die Überlebenschancen sinken.
Als kleiner Fratz merkte ich instinktiv wie meine Eltern drauf waren und was ich durfte und musste, um meine Überlebenschancen zu erhöhen.
Ich merkte, dass meine ELTERN keinen bewussten Umgang mit gewissen ihrer GEFÜHLE pflegten. Warum würden sie keinen bewussten Umgang mit gewissen ihrer Gefühle pflegen? Weil sie traumatisiert waren. Was würde das bedeuten, dass sie traumatisiert waren? Dass sie für sich schlimme Dinge erlebt haben, welche ihnen damals Angst gemacht haben, für welche sie aber bis jetzt keine psychischen Kapazitäten gehabt haben sich diesen kognitiv zu widmen. Also wusste ich unbewusst, als kleiner Fratz, dass es für mein Überleben förderlich war, meinen Eltern möglichst ihre TRAUMATISIERTEN GEFÜHLE zu ersparen. Woher wusste ich das? Ich habe meine ELTERN beobachtet und habe bemerkt, dass sie Mühe haben gewisse Gefühle wie zum Beispiel Angst, Trauer und Wut auszudrücken. Also schloss ich unbewusst daraus, dass diese GEFÜHLE schlecht, falsch, gefährlich oder böse waren. Als ÜBERLEBENSstratege schloss ich also daraus, dass es meine allergrösste Priorität sein MUSSTE solche GEFÜHLE nicht bei meinen ELTERN zu wecken. Dies KONNTE ich nur, indem ich mich blind für meine eigenen solchen GEFÜHLEN machte. Angst, SCHMERZ, Trauer, Wut, SCHWÄCHE etc. habe ich sozusagen konsequent VERDRÄNGT und ignoriert. Ich konnte für meine ELTERN nur der Sohn ohne Angst, SCHMERZ, Trauer, Wut und SCHWÄCHE sein, wenn ich diese konsequent VERDRÄNGTE.
Nun gibt es zwei Erklärungsansätze:
- GEFÜHLE KANN man VERDRÄNGEN, aber nicht auslöschen. Das bedeutet, dass sie sich wie hinter einer Staumauer ansammeln und deswegen in ihrer Gesamtheit immer BEDROHLICHER wirken. Weil sie einem überfordern KÖNNEN. Aus dem Tritt bringen KÖNNTEN.
- Man hat von den ELTERN unbewusst gelernt, dass diese GEFÜHLE etwas Gefährliches sind. Dies löst Angst aus. Aber da Angst selbst auch eines dieser TabuGEFÜHLE ist, KANN man auch diese ANGST nicht ausdrücken, artikulieren. Man ist sozusagen in einem Gefängnis und kann das Schloss mit dem Schlüssel der Angst nicht öffnen, weil einem dieser selbst Angst macht (‚ANGST VOR DER ANGST‘).