Ich han Angst.

Ich bin nicht mehr der Jüngste. Und trotz dieser Lebenserfahrung ist das Leben hart für mich.

Natürlich lässt mich dieser Umstand sehr oft zweifeln.

Warum schaffe ich es nicht weniger Angst zu haben? Warum scheint alles so gottverdammt schwer?

Ich habe hierfür eine Theorie:

Ich bin gefühlstraumatisiert.

Vor ein paar Jahren erst habe ich damit begonnen meine eigenen Gefühle zu entdecken und zu benennen.

Da kam aber ein ganz böses Erwachen.

Vom Regen in die Traufe.

Ich hatte plötzlich immer Angst.

Es ist aber eine irrationale Angst.1

Wie kann ich mir das erklären, dass ich immer2 Angst habe, obwohl keine effektive Gefahr da ist?

Es sind die Konsequenzen der Gefühlstraumatisierung.

Gewisse Gefühle sind bei mir einfach traumatisiert. Das bedeutet, dass jedes Mal, wenn ein solches Gefühl an der Reihe ist, Angst aufkommt.

Ich habe jetzt also dieses Kind auf die Welt gebracht; die Angst.

Die anderen Kinder müssen noch warten.

Es braucht Zeit und Geduld.

  1. Dokumentation über LeidensgenossInnen: https://www.srf.ch/play/tv/dok/video/panikattacken-und-angst-betroffene-erzaehlen?urn=urn:srf:video:508f497f-da07-4b67-8305-4c68617ab674 ↩︎
  2. fast immer. ↩︎

Ich han Angst

Eine Theorie

Putin hatte 2014 oder 2022 keine Angst davor, dass die Ukraine ein freies, demokratisches, unabhängiges Land wird in welchem die Menschen immer glücklicher und zufriedener werden.

Er hatte Angst davor, dass er den Zugang zu seiner Angst verlieren könnte. Ohne Angst hat man keine Gefühle, ohne Angst macht das Leben keinen Sinn.

Also hat er etwas gemacht, damit er seine Angst wieder spürt.

Ich han Angst

Im US-Amerikanischen Film ‚Heat‘ von 1995 gibt es in Minute 61-63 einen Dialog zwischen zwei Parteien eines Ehepaares. Diesen würde ich folgendermassen interpretieren: Sie will wissen, was war (warum er abgehauen ist). Er sagt, dass er ihr die schrecklichen Dinge, welche er auf der Arbeit erlebt, grundsätzlich nicht erzählen will. Dann sagt sie:

Daraufhin sagt er:

Wie kann man das interpretieren? Anscheinend hat er das Gefühl, dass er seine ‚Angst‘ verliert, wenn er über seine Gefühle spricht – dass er seine ‚Angst‘ verliert, wenn er über sie spricht…

Aber was genau wäre das dann für eine Angst? Es wäre wohl die Angst vor der Angst. Aber ist es denn nicht etwas Gutes, wenn man die Angst vor der Angst verliert?

Quellenverzeichnis:

  1. Direkt zitiert aus https://en.wikiquote.org/wiki/Heat_(1995_film) , abgerufen am 14.12.2025 um ca. 12.40 Uhr. ↩︎
  2. Direkt zitiert aus https://en.wikiquote.org/wiki/Heat_(1995_film) , abgerufen am 14.12.2025 um ca. 12.40 Uhr. ↩︎

Angst? ANWESEND!

Ich habe gerade den Begriff ‚Zwangskontrolle‘ gesuchmaschint.

Wow! Endlich ein Begriff für das, was mein Vater mit mir mein ganzes Leben lang gemacht hat und von seiner Seite her er wahrscheinlich auch sein ganzes Leben lang machen wird.

Als Opfer bin ich zu meinem jetzigen Arbeitgeber gekommen.

Ich hoffe, dass ich nicht als Täter gehe.

Aber ich hoffe, dass ich gehe.

Zwei Jahre sind genug.

Ich habe meine Lektion gelernt.

Angst? JA? Schön bisch du da. Denn du wirsch mich rette.

Auf der Arbeit erlebe ich psychische Gewalt. Diese beinhaltet auch die Androhung von körperlicher Gewalt.

Vielleicht wird die nächste Woche die letzte Woche sein bei der ich aktiver Arbeitnehmer bei meinem Arbeitgeber sein werde.

Warum? Weil ich vorhabe mich zu wehren.

Einen interessanten Beitrag zu einem ähnlichen Thema (häusliche Gewalt) findet ihr hier:

https://www.srf.ch/audio/echo-der-zeit/warum-eine-gewaltbetroffene-frau-ihre-beziehung-nicht-beendet?partId=Fjy3eN7Kvq9P8lpZgfqNy66Wtyk#autoplay

Angst? JA? Nüd.

Es gibt verschiedene Gefühle. Als Kind hatte ich das Gefühl, dass ich mindestens vernachlässigt worden wäre, hätte ich Wut, Angst und Trauer gezeigt. Also hatte ich diese Gefühle verdrängt.

Heute bin ich zuallererst der Angst auf die Spur gekommen. Ich musste feststellen, dass die Angst mit 90% das übermässige Gefühl meiner ist. Wie kann ich mir das erklären, wo ich doch in einem Land lebe in dem Frieden herrscht?

Die Gefahr der Vernachlässigung hat bei mir als Kind Angst ausgelöst. Dieser Zusammenhang zwischen Wut & Angst und Trauer & Angst ist der Grund warum ich hauptsächlich Angst empfinde.

Heute versuche ich durch die Angst hindurch verzweifelt Kontakt mit meiner Wut und meiner Trauer aufzunehmen. Denn diese beiden Gefühle haben/wären in meinem Leben meiner Meinung nach..

Angst? ANWESEND!

Mein Vater hätte viel Grund gehabt, um wegen seiner Kindheit und Jugend wütend zu sein. Bald hatte er mit meiner Mutter ein Kind. Ich wurde geboren und habe ihn kennengelernt. Wenn ich zurückdenke, dann kann ich mich nicht erinnern ihn je wütend gesehen zu haben. Oder war die psychische Gewalt mir gegenüber, der Zynismus mir gegenüber, die Abwertung mir gegenüber ein Ausdruck von Wut?

Aber was ist mit meiner Wut? Hatte ich jemals den Mut diese ihm gegenüber zu zeigen?

Das vielleicht erste und einzige Mal war vor ein paar Wochen als ich zusammen mit meinem Vater bei unserem Psychiater war und er davon erzählte wie er mit seinem Bruder darüber sprach mich abzutreiben.

Nach diesem Wutausbruch fühlte ich mich erleichtert.

Ich habe Angst vor meiner Wut. Und da Angst etwas Schlechtes ist, ist es besser für mich, wenn ich mich gar nie mit dieser Wut beschäftige.