Eine Theorie
Mein Vater hat mir das Gefühl gegeben, dass er mich umbringt, wenn ich seiner Frau nicht positive Vibes vermittle.

Eine Theorie
Mein Vater hat mir das Gefühl gegeben, dass er mich umbringt, wenn ich seiner Frau nicht positive Vibes vermittle.

Während über 20 Jahren sass ich neben einem Löwen. Er hat nicht laut gebrüllt, aber er hat mich immer wieder angegriffen. Nichts und niemand hat das verhindert. Also war es mein oberstes Ziel von ihm in Ruhe gelassen zu werden. Wie konnte ich das erreichen? Indem ich sozusagen unsichtbar wurde.
Ich habe ein Gesicht aufgesetzt, dass keine Emotionen und keine Schwäche verraten hat. Wie habe ich das geschafft? Indem ich nicht mehr an meine Gefühle gedacht habe. Man könnte sagen, dass ich den Umgang mit Gefühlen nie gelernt habe oder man könnte auch sagen, dass ich ihn erfolgreich verlernt habe. Es war meine Überlebensstrategie. Doch heute bin ich selbst ein Löwe.


Ich bin überzeugt davon, dass mir mein Vater als Kind das Gefühl gegeben hat, dass er mich umbringt, wenn..
Diese Angst war immer da. Heute kommt diese Angst ans Licht.
Als ich diese Woche meinen Vater gefragt habe, ob er meinen Bruder auch so schlecht behandelt hat, hat er geantwortet:
Von dir habe ich immer mehr gehalten, weil du so aktiv warst.
Meinem Vater war es immer wichtig gute Zähne zu haben.
Ausgerechnet bei mir wurde von einem Weisheitszahnzahnarzt gepfuscht, so dass ich heute unter den Konsequenzen für meine Zähne leide.
Ist das ein Zufall?
Ich liebe meine Eltern und sie haben aus ihren Möglichkeiten meiner Meinung nach das Beste gemacht. Trotzdem muss ich heute für mich schauen und wenn nötig meinen bisherigen Werdegang kritisch analysieren und daraus die richtigen Schlüsse für die Zukunft ziehen..
Vater und Mutter waren traumatisiert. Mein Vater hat viele Gefühle nicht zeigen können. Zum Beispiel Wut, Trauer und Angst. Alles wurde immer überspielt. Ich als Kind habe dadurch unbewusst gelernt, dass es diese Gefühle gar nicht gibt. Vielleicht hatte ich auch Angst davor, was passieren würde, wenn mein Vater einmal diese Gefühle ausdrücken würde.
Heute bin ich erwachsen. Ich will keine Angst mehr vor meinen eigenen Gefühlen haben. Als Mensch mit einer Gewaltvergangenheit fällt mir dies aber schwer. Ich glaube, dass es wichtig ist Gefühle wie Angst, Trauer und Wut bewusst und häufig wahrzunehmen. Davon erhoffe ich mir, dass diese Gefühle dann zwar im Moment da sind, aber dann auch wieder weggehen. So ganz nach dem Motto: Lieber fünf Mal im Monat Regenschauer statt einmal ein zerstörerisches Gewitter.