Wie das Patriarchat funktioniert

(frag mich nicht wer damit angefangen hat)

Ein Vater attackiert seinen Sohn. Wenn der Sohn Wut oder Angst zeigt, wird er erst recht attackiert. Deswegen frisst der Sohn die Wut und die Angst in sich hinein (um sich zu schützen). Dadurch verliert er aber die Kontrolle über diese beiden Gefühle oder lernt nie einen Umgang mit ihnen (je nach Sichtweise). Deswegen macht die Wut und die Angst mit ihm. Er wird erwachsen. Und immer, wenn ihm etwas Angst macht, reagiert er unkontrolliert. Vorzugsweise bei Männern mit Erstarren und bei Frauen mit unkontrollierter Wut. Die Wut kommt immer nur gegen Schwächere zum Vorschein. Gegenüber Frauen, weil sie sich gegen ihn nicht wehren können. Dadurch, weil er gegenüber den Frauen gewalttätig ist, verliert er diese und bekommt sozusagen Angst vor sich selber.

Der Sohn kommt erst zur Ruhe, wenn er seine Angst lernt wahrzunehmen. Erst dadurch lernt er seinen Handlungsspielraum in der Angst kennen und einzusetzen (Kampf (Wut), Flucht (Angst1)oder Erstarren (Angst2)).

Ich han Angst. Das tuet mier Leid. MERCI VELLMAL. Bitte gern gscheh.

Nachricht an meine Eltern

Meine Gefühle gegenüber meiner Mutter sind stark ambivalent. Ich habe Angst, dass sie sich von mir abwenden. Deswegen möchte ich mich erklären – in der Hoffnung damit Verständnis zu schaffen..

Wie es ist

Ich empfinde starke Hassgefühle gegenüber meiner Mutter. Gegenüber meinem Vater nicht so starke, aber teilweise auch. Bei meinem Vater überwiegen vielleicht Angstgefühle von mir ihm gegenüber.

Wie es für mich war

Ich hatte als Kind Angst vor meinem Vater und diese Angst hatte keinen Platz. Oder anders gesagt, ich habe mich nicht gesehen gefühlt. Meine Angst habe ich deswegen verdrängt. Wenn mein Vater nicht da war, hatte ich ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Ihr gegenüber getraute ich mich wütend zu sein und ihr diese Wut auch zu zeigen. Wenn mein Vater mich verbal despektierlich behandelt hat, löste das bei mir wahrscheinlich zwei Gefühle aus: Angst und Wut. Vielleicht auch Trauer, aber ich möchte es jetzt so einfach wie möglich halten.

  • Angst
  • &
  • Wut

Meinen Vater gegenüber getraute ich mich in diesen Situationen weder Angst noch Wut zu zeigen. Also kann man sagen, dass ich diese Gefühle verdrängt habe und es für mich traumatisch war.

Solange die verbale Gewalt nur von meinem Vater ausging, liess mich das gefühlt kalt, weil ich sozusagen darauf eingestellt war. Es fühlte sich so an, wie wenn ich nicht selbst dort gewesen wäre.

Wenn aber meine Mutter auf die psychische Gewalt meines Vaters reagierte, triggerte das zumindest meine Wut, welche ihr gegenüber nicht oder noch nicht traumatisiert war. Deswegen wurde ich dann jeweils sehr wütend auf meine Mutter, obwohl sie mir mit ihrem Eingreifen eigentlich helfen wollte.

Vor meiner Mutter getraute ich mich immer mehr oder weniger wütend zu sein. Die Wut in ihrer Gegenwart war also nie ganz traumatisiert.

Wie es heute ist

Meiner Mutter gegenüber:

Ich verspüre ambivalent Hass- und Wutgefühle sowie Gefühle der Liebe sowie der Zuneigung. Deswegen erachte ich es als besser Abstand zu ihr zu halten – zu meinem und zu ihrem Schutz.

Meinem Vater gegenüber:

Ich vermute, dass viel Angst und Wut in seiner Gegenwart noch verdrängt sind. Um die Angst vor mir selbst (diesen Gefühlen) zu verlieren, mache ich mit meinem Vater eine Psychotherapie, welche auch schon gewirkt hat: Eine unheimliche Wut kam auf und ich konnte damit einem positiven Umgang finden. Doch das war vielleicht erst der Anfang…