Das Trauma meines Vaters
Seine Mutter wollte sich umbringen. Doch sie überlebte. Doch sein abwesender Vater bedauerte, dass der Suizidversuch nicht geklappt hatte. Dies bekam mein Vater mit. Und so war es für meinen Vater einfacher den Sündenbock für den Fastsuizid seiner Mutter bei seinem Vater zu suchen. Es war für ihn einfacher den Vater, für die Gefahr seine Bezugsperson verlieren zu können, verantwortlich zu machen. In seiner unbewussten Optik ist mein Vater immer Kind geblieben und als sein männlicher Sohn bin ich von ihm viel zu schnell als sein unbewusster Vater angesehen worden, welcher ihm seine Mutter wegnehmen will. So lebte ich in meiner Familie in ständiger Angst vor meinem Vater, aber dies durfte meine Mutter nicht mitkriegen, weil ich, genau wie mein Vater damals von seiner Mutter, von dieser abhängig war und ihr deswegen gefallen musste. Das Bild der perfekten Familie gefiel ihr einfach zu gut, als dass sie irgendetwas Anderes hätte hören wollen. So genoss ich das Essen, meine Spielzeuge, meine Freunde, mein Bett, mein Zimmer. Der Preis dafür war die Fassade der Angstlosigkeit, die ich installierte. Ich war seit meiner Kindheit ein Schauspieler und meine Mutter würde sich heute noch wünschen, wenn ich diese Dinge nicht ausdrücken würde. Es ist verdammt schmerzhaft. Aber ich kann und will in dieser Familienlüge nicht länger mitmachen. Ich habe dir Mama genügend vorgespielt. Jetzt musst du mit der Realität klarkommen, denn ich bin nicht mehr von dir abhängig.