Nadia leidet auch unter grossen Ängsten. Von ihrem Vater hat sie nie die bedingungslose Liebe erfahren, welche jeder Mensch verdient. Ihr Vater war ihr gegenüber immer wieder abwertend und gewalttätig. Unter so einem Menschen gross zu werden, verunmöglicht die Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens. Warum? Weil man die ganze Zeit darauf bedacht ist dem Elternteil zu gefallen, damit man nicht wieder in die Schusslinie kommen kann, was aus Sicht eines Kindes lebensgefährlich ist.
Ich habe mit meinem Vater dasselbe erlebt und leide seither auch unter einer Angststörung. Eine Angststörung ist, wenn man jahrzehntelang die eigene Angst verdrängt hat, weil man sie mit akuter Lebensgefahr verbindet. Aber ein Leben ohne Angst ist erstens ein gefährliches und ungesundes Leben und zweitens ein sinnloses Leben, weil man grundsätzlich im Leben nur entweder:
- Gefühle haben kann.
Oder
- keine Gefühle haben kann.
Ein Leben ohne Angst ist also auch ein Leben ohne Gefühle und deswegen meiner Meinung nach sinnlos. Nadia und ich haben es geschafft über unsere Angst zu reden und die Angst in unser Leben zu lassen und haben dabei festgestellt, dass es nicht mehr (so) gefährlich ist, wie es früher war, als die Angst uns zur Zielscheibe unserer Väter hat werden lassen. {Empfinde ich Truur? Ja.} Deswegen sind wir bereit zu unserer Angst zu stehen.







