Es ist 2.55 Uhr. Ich hatte einen Albtraum. Dass ich eine gewisse Strecke im Meer schwimmen musste, Menschen keinen Wert haben und dass das Wasser voller Haie war. Gefühlt dauerte der Traum ewig. Jetzt bin ich aufgewacht. Doch die Angst geht im echten Leben unvermindert weiter: Ich höre das Surren von Moskitos ausserhalb des Moskitonetzes. Aber es gibt noch eine Angst, welche mich seit dem 7. August begleitet. Die Angst um mein Zahnfleisch zwischen Zahn26 und Zahn27. Es ist eine schreckliche, omnipräsente Angst. Obwohl ich in diesem Moment sogar ganz normal zwischen Zahn26 und Zahn27 beissen kann, und dabei keine Schmerzen empfinde. Diese schreckliche Angst würde ich folgendermassen beschreiben: Wenn ich die Zähne frisch geputzt habe, habe ich Angst, dass zwischen Zahn26 und Zahn27 Essensreste gelangen.


Aber egal wie die Situation ist, spätestens nach etwa 5 Stunden habe ich eine unglaublich grosse Angst, dass sich Bakterien zwischen Zahn26 und Zahn27 gebildet haben. Ich glaube das fühlen zu können. Also habe ich immer Angst. Würde sie weggehen, wenn ich KÜNDIGEN würde? Oder ist die Angst vor den Bakterien zwischen Zahn26 und Zahn27 berechtigt? Wenn ich am Mittwoch eine neue Füllung bei Zahn27 machen lasse, wird diese Angst vor einer ‚chronischen Parodontitis‘ dann weg sein? Hätte ich dann insgeheim weniger Angst, weil ich dann nur noch Angst auf der Arbeit hätte (arbeiten ist der Horror auf meiner Arbeitsstelle), Angst in Träumen hätte von Haien gefressen zu werden, Angst vor dem Surren von Moskitos hätte etc. Vielleicht wären meine Ängste insgesamt weniger, wenn ich arbeitslos wäre und die Füllung hätte.

Ich weiss es nicht. Aber ich weiss, dass ich die ständige Angst, welche ich zum Beispiel vermutlich seit dem 7. August in mir trage, als unerträglich empfinde. Sie macht mir schreckliche Angst. HASSE ich meine Angst oder habe ich einfach Angst vor der Angst und würde das überhaupt einen Unterschied machen?
Bilde ich mir das Pochen zwischen Zahn26 und Zahn27 bloss ein?