..wenn man zuerst denkt, dass man keine Gefühle hat und dann merkt, dass man Angst vor ihnen hat.
Angststörung
Angst? Ja.
Wie gads dier?
Ich lebe.
Ok.
Was ist eine Angststörung?
Wenn man sich möglichst wenig mit seiner Angst beschäftigt. Man geht dem Thema aus dem Weg, versucht sich eventuell darüber lustig zu machen.
Ein Beispiel:
Man hat Schmerzen. Diese Schmerzen lösen den Gedanken aus, dass man eine schlimme Krankheit hat. Nun versucht man alles zu unternehmen, um gegen diese potentielle schlimme Krankheit vorzugehen. Am nächsten Tag aber sind die Schmerzen wieder weg. Es gibt keine schlimme Krankheit. Was der Betroffene nicht realisiert, ist, dass er Angst hatte. Er hatte nicht Angst wegen der vermeintlich schlimmen Krankheit, sondern er hatte Angst. Punkt.
Angst? Ja. Wie gads dier? Es gad mer ned guet. Das tuet mier sehr Leid.
Ein weiteres Beispiel:
2020 habe ich einen Psychiater aufgesucht, weil ich dachte, dass ich pädophil sein könnte. {Han ich Angst? Ja. Ok. Guet. Denn simmer ja jetzt vollzählig.} Was ich damals nicht begriffen hatte, war, dass ich (damals) sehr grosse Angst davor hatte, dass ich pädophil sein könnte. {Han ich Angst? Ja. Guet.} Heute glaube ich nicht mehr, dass ich pädophil sein könnte. Ich habe Kinder sehr gerne, aber ich suche weder ihre Bekanntschaft, noch habe ich diesbezüglich sexuelle Fantasien. Ich mag Kinder genau so wie ich Tiere mag. {Han ich Angst? Ja. Das tuet mier Leid. Danke} Ich respektiere sie und freue mich über sie. Ich wünsche ihnen das Beste und wenn ich diesbezüglich etwas Gutes tun kann, dann will ich das machen.
"Der einzige Weg ist der mit der Angst. Ohne habe ich es versucht."
Michel am 29.11.2025
Han ich Angst? Ja.
Eine Theorie
Ein Mensch ist angsttraumatisiert. Das heisst, dass er seine Angst zu verdrängen versucht, weil ihm die Angst Angst macht. Er wurde so konditioniert, dass es lebensgefährlich ist, Angst zu haben bzw. {Han ich Angst? Ja. Ok. Easy.} Angst zu zeigen. Das ist die Traumatisierung. Die Traumatisierung kann so schlimm sein, dass man meint, dass man die Angst fast gänzlich ausschalten müsse, weil sie einem dermassen Angst macht. Dann kann Alkohol sehr helfen, weil Alkohol die Ängste lindert. Nun haben wir einen Menschen, der deswegen in der Zwischenzeit Alkoholiker und Elternteil geworden ist. Angst zu haben ist ein völlig natürliches und gesundes Gefühl. Doch anhand des angstvermeidenden Verhaltens des Alkoholikerelternteils bemerkt das Kind, dass dies bei diesem Elternteil anders ist. Wahrscheinlich weisen sowieso beide Elternteile angstvermeidendes {Han ich Angst? Ja. Angst vor was? Angst vorem Tod. Ok. Guet.} Verhalten auf, da sie ja gewisse Gemeinsamkeiten als Paar aufweisen müssen. So wird das Kind unbewusst auf zwei verschiedene Arten traumatisiert:
- Erstens wird es vernachlässigt von den Eltern, wenn es Ängste zeigt und dies kann für ein Kind lebensbedrohlich sein.
- Zweitens lernt es aufgrund des Verhaltens der Eltern, dass Angst etwas Schlechtes, Böses ist, dass auf alle Fälle verhindert und vermieden werden muss (Angst als Tabu).
Han ich Angst? Ja. Scheisse. Das tuet mier Leid. Danke.
Meine Eltern haben meine Angst nie wahrgenommen. Dabei hatte ich immer Angst vor meinem Vater. Als ich erwachsen wurde, war ich ein seelischer Krüppel.
Was ist der Unterschied zwischen einer Generalisierten Angststörung und Phobien
{Han ich Angst? Ja. Ok, guet.}
Ein Beispiel
Ein Mensch leidet unter Höhenangst und ist sich dessen bewusst.
Dann hat er Angst, wenn er auf dem Eiffelturm oben ist.
Da es ja nicht prinzipiell unsicher ist, auf dem Eiffelturm zu sein, spreche ich in diesem Fall von einer Phobie (übertriebene Angst vor spezifischen Situationen).
Einem Menschen mit dieser Phobie plus zusätzlich einer generalisierten Angststörung, würde nun alleine schon die Vorstellung Angst machen, überhaupt auf den Eiffelturm zu gehen.
Weitere Gedanken
Deswegen erachte ich die generalisierte Angststörung als schlimmer als Phobien.
Wobei es natürlich schlimmer ist an einer generalisierten Angststörung plus Phobien zu leiden, als bloss an einer generalisierten Angststörung. Weil dann die irrationalen Ängste wenigstens nicht zusätzlich spezifisch sind.
Wenn man an einer generalisierten Angststörung leidet, wird man wahrscheinlich zuerst körperliche Symptome der Angst behandeln wollen. Sobald man merkt, dass einem Ärzte und körperliche Therapien nicht wirklich helfen, weil die Symptome psychosomatisch sind, {Han ich Angst? Ja. Michel-das-tuet-mier-Leid-für-dich. Danke. Bitte}
Han ich Angst? Ja.
Ich bin traumatisiert. Vielleicht werde ich das Trauma eines Tages auflösen, vielleicht aber auch nie. Auf alle Fälle glaube ich, dass es ein Prozess ist. {Han ich Angst? Ja.} Was ist ein Trauma? Wenn man Todesängste hatte, aber nie darüber gesprochen hat. Was bewirkt dieses Trauma? Dass diesselben Todesängste auch in alltäglichen Situationen aufkommen. Wie kann man die Krankheit heilen? Man kann sich bewusst machen, dass man unter Todesängsten leidet, und dann konkret die verschiedenen Situationen anschauen {Han ich Angst? Ja.} und sie dann anhand der effektiven Todesgefahr beurteilen. Die Ängste gehen dadurch nicht weg, aber wenigstens verliert man dadurch die ‚Angst‘ vor der Angst, weil man weiss, was es ist.
Han ich Angst? Ja.
Was ist eine generalisierte Angststörung?
Wenn man eine diffuse Angst verspürt.
Heilung:
Herausfinden, was einem Angst macht. Dann dies nicht (mehr) machen.
Han ich Angst? Ja.
https://www.srf.ch/audio/rehmann/ich-nehme-seit-20-jahren-beruhigungsmittel?id=b1c2be16-d11d-400d-b8c0-ddfe46d9e61f
Ein meiner Meinung nach sehr ehrliches, reflektiertes und seltenes Dokument, welches einen guten Einblick in die Krankheit der Angststörung bzw. der Borderlineerkrankheit gibt. {Han ich Angst? Ja.}
Eine Aussage, welche für mich extrem validierend, hoffnungsvoll ist, ist eine Aussage von Livio in Minute 53:02-53:15:
"Bei mir bleibt die Angst. Was sich quasi ändern kann, ist wie gehe ich damit um. Die Angst als solches ist aus meiner Sicht immer gleich."1
- Indirekt zitiert aus https://www.srf.ch/audio/rehmann/ich-nehme-seit-20-jahren-beruhigungsmittel?id=b1c2be16-d11d-400d-b8c0-ddfe46d9e61f , abgerufen am 16.11.2025 um ca. 12.10 Uhr. ↩︎
Han ich Angst? Ja.
Überlegungen zur fünften Phase (Ein langer Weg einen Umgang mit dieser zu finden) des Ablaufs und der Heilung einer ‚Generalisierten Angststörung‘
Angst haben ist nicht lustig. Angst ist ein Gefühl, dass etwas mit dem Körper macht. Es macht mit dem Körper, dass er sehr aufmerksam und angespannt ist.
In dieser Phase (5) hat man schon längst bewiesen, dass man das Eine fühlen kann und etwas komplett Anderes denken kann. Trotzdem kam die Depression. Deswegen weiss ich jetzt, dass ich keine Angst vor meinen Gedanken haben muss, weil ich über den Körper sowieso keinen Einfluss habe.{Han ich Angst? Ja.} Deswegen weiss ich jetzt, dass Gedanken zu Angst nicht die Ursache meiner Angst sind, sondern höchstens die Symptome davon.
Ablauf und Heilung einer ‚Generalisierten Angststörung‘
- Trauma oder Traumata (Angst wird verdrängt).
- Eine Phase der scheinbaren Angstlosigkeit gepaart mit einem Gefühl der inneren Leere.
- Depression.
- Kognitive Einsicht, was Angst ist und dass man selbst betroffen ist.
- Ein langer Weg einen Umgang mit dieser zu finden.
Han ich Angst? Ja.
Meine Definition von ‚angstvermeidendem Verhalten‘
Wenn man ein Gefühl fühlt, dies aber nicht benennt, weil es einem Angst machen würde.
Han ich Angst? Ja.
Wenn Vater, Mutter oder Vater und Mutter angstgestört (Angst haben vor traumatisierten Gefühlen) sind, wird man als Kind zum Selbstschutz sehr schnell lernen, den Eltern keine ihrer traumatisierten Gefühle zu zeigen und verlernt sie dadurch. Durch diese Traumatisierung entsteht eine Konditionierung. Diese Konditionierung bedeutet, dass die nun selbst traumatisierten Gefühle Angst auslösen. Da man Gefühle aber nicht steuern kann, bekommt man immer wieder Angst und die einzigen Methoden dieser, eigentlich irrational gewordenen, Angst Herr zu werden, sind teure Verhaltensweisen, welche auf die lange Zeit sehr schädlich sein können (sogenannte angstvermeidende Verhaltensmuster).
Das Trauma und seine Folgen
Eine Zusammenfassung
- Als Kind hatte ich Angst vor meinem Vater.
- Diese Angst hatte keinen Platz (Traumatisierung Phase A).
- Also hat der Geist begonnen diese Angst zu bekämpfen (Traumatisierung Phase B).
- Mit der Zeit bekam die Angst Angst vor dem Geist (Traumatisierung Phase C).
- Deswegen begann der Körper Situationen zu verweigern, in denen seine Angst den Gemeinheiten des Geistes ausgesetzt sein würde. Ich nenne dies, sogenannt, ‚angstvermeidendes Verhalten‘ oder ‚Angststörung‘, weil, von aussen her betrachtet, Menschen sich so verhalten, wie wenn ihr Leben bedroht wäre, obwohl dies gar nicht so ist.
Han ich Angst? Ja.
Wenn ich es schaffe vor meinem Vater Angst zu zeigen und dabei merke, dass ich nicht sterbe, dann weiss ich, dass ich keine Angst vor meiner Angst haben muss.
Dasselbe mit der Mutter ist noch einmal eine andere Baustelle.
Han ich Angst? Ja.
Was ist eine Angststörung?
Angststörung ist ein falscher Umgang mit Angst. Die Angst ist nicht gestört. Gestört ist nur der Umstand, dass man diese nicht wahrhaben will.
Panikattacke
Ich hatte gerade eine Panikattacke währendessen ich alleine bei mir zu Hause am Computer sitze und meine Buchhaltung mache.
Analyse Elvis-2021
Die Ausgangslage:
«Elvis sieht einen Mann, denkt, dass dieser gut aussieht. Denkt dann, dass er wegen diesem Gedanken vielleicht schwul sein könnte und bekommt dann Angst».
interpretiert/indirekt zitiert aus Minute 2:46-3:30 vom Interview
Meine Analyse:
Elvis wollte nicht schwul sein.
Er glaubt es auch nicht. Von nun an versucht er diesen Gedanken zu verdrängen, ja sogar zu bekämpfen.
Erst als er einen konkreten Umgang mit seiner Angst zu finden versucht, verschwindet der Zwangsgedanke, dass er schwul sein könnte.
Elvis ist nicht homophob. Aber der Gedanke schwul zu sein, löst bei ihm Angst aus.
Retrospektiv kann Elvis zu dem Moment, als er den Mann gesehen hat, bei welchem er gedacht hat, dass er gut aussieht, zurückschauen und sagen:
«In diesem Moment kam die Angst und diese Angst ging einfach nicht mehr weg.»
Interpretiert/indirekt zitiert aus Minute 05:25-05:30 vom Interview
Ich gehe davon aus, dass Elvis vor der Zeit als er den Zwangsgedanken hatte, angstgestört war. Dass heisst, dass er kein bewusstes Verständnis von seinen Ängsten hatte. Somit möchte ich sagen, dass ihm seine Zwangsgedanken den Weg dazu geebnet haben.
Das besagte Interview findet man unter https://www.srf.ch/audio/rehmann/meine-gedanken-wollten-mir-meine-identitaet-rauben?id=180a10fb-920b-4688-82b7-86b490ba0199#autoplay , zuletzt abgerufen von mir am 28.05.2025.
Eine Theorie
Wie ich angstgestört wurde:
Ich habe mir gedacht, dass mich mein Vater umbringt, wenn ich nicht dies und das tue.
Der Gedanke wurde dann zu einem Reflex und hat sich auf alles ausgeweitet.
90% der Zeit habe ich Angst.
Warum?
Weil viele meiner Gefühle traumatisiert sind. Jedes Mal, wenn eines dieser Gefühle hochkommt, reagiere ich mit Angst.
Warum Menschen mit Angststörung öfters Opfer von Betrug werden.
Menschen mit Angststörung sind sich ihrer Angst nicht bewusst. Der Gedanke, dass sie Angst haben könnten, haben sie vielleicht schon dutzende Jahre erfolgreich verdrängt.
Kommen sie in eine gefährliche Situation, beschäftigen sie sich in erster Linie damit sich die Sache schönzureden.
Angststörung und Psychopathie
Damals war ich mir der Angst vor den Konsequenzen meiner physischen Gewaltanwendung nicht bewusst.